Foto: BSV
Der Muttertag 2026 wird als ein wichtiger Sonntag in die Geschichtsbücher des Buxtehuder SV eingehen: Mit 28:24 (11:14) gewannen die Norddeutschen ihr Ligaspiel gegen den SV Union Halle-Neustadt und machten damit einen großen Schritt Richtung Bundesliga-Klassenerhalt. Etwas zeitversetzt sicherte sich die U19 den Titel der deutschen Meisterschaft, womit sich der perfekte Sonntag für alle Spielerinnen und Verantwortliche des BSV ergab. Ein Wermutstropfen bleibt die Sorge um Kapitänin Teresa von Prittwitz.
Eine bemerkenswerte Aktion spielte sich bereits vor der Partie in der SWH.arena ab, denn am Muttertag organisierten die Gastgeberinnen keine Einlaufkinder, sondern die Spielerinnen des SV Union Halle-Neustadt liefen mit ihren Müttern gemeinsam ein.
Schon im Vorfeld war klar, dass die Buxtehuderinnen mit einem Erfolg den Klassenerhalt nahezu sicher hätten und gleichzeitig die Hallenserinnen dringend einen Sieg benötigten. Auch, weil Zwickau am Samstagabend in Neckarsulm gewann und den Abstand vergrößerte.
Nach dem Anpfiff brauchten die Buxtehuderinnen offensiv einige Zeit, um etwas an Rhythmus aufzunehmen. Nach vier Minuten erzielte Johanna Andresen den ersten Buxte-Treffer und der BSV hatte hinten im Tor eine Annie Linder, die famos begann. Die Schwedin parierte zahlreiche Würfe und stand nach zehn Spielminuten bei sechs Paraden, während Teresa von Prittwitz zum 4:1 traf.
Es schien, als sei der BSV jetzt im so oft zitierten Rhythmus, doch der Schein trog: Eine Reihe von technischen Fehlern bestrafte Halle und nach 13 Minuten stand es plötzlich 6:4 auf der Anzeigetafel.
Das alles wurde aber nur eine Minute später zur Nebensache, denn BSV-Kapitänin Teresa von Prittwitz stieß mit Halles Lynn Molenaar bei einem Tempogegenstoß zusammen und bekam deren Schulter dabei an den Kopf. Von Prittwitz musste einige Minuten behandelt werden und ging dann gestützt direkt in die Katakomben. Die Sorgen in den Gesichtern der Teamverantwortlichen sprachen Bände. Es wäre nicht die erste Gehirnerschütterung der Linksaußen.
Und zugleich war die Frage, wie das Team auf diesen Schreck reagieren würde. Es funktionierte nicht mehr viel im Angriff des BSV und die Hallenserinnen liefen einen Tempogegenstoß nach dem anderen. Beim 10:13 hatte Annie Linder auch noch Pech, als ihr bei einer Parade der Ball noch an den Rücken sprang und von dort über die Linie rollte.
Insgesamt vergaben die Gäste vorne zu viele Möglichkeiten und konnten auch drei Überzahlsituationen nicht für sich nutzen. Maja Schönefeld versuchte es mit dem Pausenpfiff per direktem Freiwurf und zwang Halles Nicola Czaja zu einer Glanzparade, so ging es mit einem 11:14 in die Pause.
BSV-Trainer Nicolaj Andersson traf wohl die richtigen Worte in der Kabine, denn sein Team kam furios auf das Feld zurück. Hinten machten die Gäste die Schotten dicht und vorne klappte es endlich auch mit den Abschlüssen. Aus einem 11:15 (32.) machten die Buxtehuderinnen ein 19:16 (44.), das Amelie Gabriel erzielte. Die 21jährige aus dem Juniorteam des BSV kam in der 2. Halbzeit für die glücklose Maj Nielsen
Die mitgereisten Fans aus Buxtehude bejubelten in dieser Phase nicht nur das Momentum ihres Bundesliga-Teams, sondern auch den deutschen Meistertitel der A-Jugend, die mit 38:26 souverän im Finale Hannover-Badenstedt bezwang.
So deutlich wurde es in Halle nicht, denn die Gastgeberinnen berappelten sich und blieben in Schlagdistanz. Halle gewann die bisherigen beiden Saisonspiele gegen den BSV und zeigte in der Schlussphase genau das, wovor Nicolaj Andersson im Vorfeld warnte: der Sportverein kämpft bis zum Abpfiff. Folglich führten die Gäste drei Minuten vor Schluss nur noch mit 25:24. Halle kam anschließend aber zu keinem eigenen Treffer mehr und scheiterte mehrfach an Oliwia Kaminska, während Lilli Frey, Anika Hampel und Maja Schönefeld das Endergebnis zum umjubelten Auswärtssieg herstellten. Mit den insgesamt sieben Treffern von Amelie Gabriel und Lilly Frey wussten zwei Außenspielerinnen zu überzeugen, in einem Spiel, in dem sie sehr gebraucht wurden.
Mit dem Sieg stellt Buxtehude den Abstand auf den Relegationsplatz auf sechs Punkte. Auf diesem Relegationsplatz befindet sich der SV Union Halle-Neustadt und müsste alle drei ausstehenden Partien gewinnen, zugleich der BSV seine beiden ausstehenden Spiele beide verlieren, um noch in Gefahr zu geraten. Kommende Woche haben die Buxtehuderinnen spielfrei, ehe das wohl letzte Saisonheimspiel gegen FrischAuf Göppingen (Samstag, 23. Mai um 16 Uhr) auf dem Plan steht. Im Anschluss werden die Spielerinnen verabschiedet, die im Sommer den Verein verlassen.
Tickets für dieses Spiel gibt es noch ausreichend im BVSV-Shop Viverstraße 2 sowie online unter tickets.bsv-live.de
Für den BSV spielten: Oliwia Kaminska, Annie Linder – Maj Nielsen (1), Aida Mittag, Amelie Gabriel (4), Lilli Frey (3), Anika Hampel (8/6), Isabelle Dölle (4), Maja Schönefeld (1), Johanna Andresen (5), Teresa von Prittwitz (1), Isa Ternede, Carina Senel, Jolina Huhnstock (1), Lin Lück
Nicolaj Andersson: „Ich muss zuerst betonen: Was das Team, der gesamte Staff und alle um diese Mannschaft inklusive Fans in dieser Play-off-Runde leisten, verdient höchste Anerkennung. Wir verlieren knapp gegen Metzingen, Unentschieden gegen Oldenburg und jetzt ein Sieg in Halle – das spricht dafür, dass das, was wir machen, der richtige Weg ist. Wir wussten, dass das in Halle schwierig für uns wird. Eigentlich spielen wir uns die Chancen raus und treffen vorne nicht. In der zweiten Halbzeit machen wir mental einen Top-Eindruck und strotzen vor Selbstvertrauen, was einfach klar für diese Mannschaft spricht. Das war dann eine überzeugende Leistung. Bei Terry müssen wir abwarten, wie es sich die Tage entwickelt und was eventuelle Untersuchungen ergeben.“
Anika Hampel: „Wir wussten was auf uns zukommt. Wenn du dann aber erstmal hier bist und die Aggressivität zu spüren bekommst – da brauchten wir ein bisschen und sind häufig ins Stopp-Foul gelaufen. Ich bin diese Woche umgeknickt und brauchte etwas, um wieder in die Abläufe zu kommen. In der 2. Halbzeit habe ich dann den Kopf ausgeschaltet und uns ist es als Team gelungen, zurückzukommen.“



