Foto: dpa picture alliance für Sporthilfe
Die deutsche U20w wurde am vergangenen Donnerstag in Köln zu „Sporthilfe Jugendsportlerinnen des Jahres 2026“ ausgezeichnet. Die Auszeichnung erhielt das Team von Trainer Christopher Nordmeyer nach dem U19-EM-Titel 2025 und den U20-WM-Titel 2026 als Anerkennung für ihre Leistungen. Mit dabei waren auch die Buxtehuderinnen Aida Mittag, Ruslana Litvinov und mit Torhüterin Lina Steinecke eine A-Jugendmeisterin des BSV, mittlerweile im Tor des Kooperationspartners Buchholz-Rosengarten.
Was hat diese U20 im Sommer die Handball-Fans begeistert: Ins chinesische Jinzhong reiste der Europameister von 2025, um sich dem Kampf um die WM-Krone zu stellen. Mit Verletzungspech im Vorfeld des Turnieres musste das Team Rückschläge verarbeiten, die sie am Ende über das Kollektiv lösten.
Durch die Gruppenphase mit ungefährdeten Erfolgen gegen Rumänien (37:31), Kanada (46:11) und Brasilien (39:22) qualifizierten sich die Deutschen souverän für die Hauptrunde. Zu dem Zeitpunkt mit dabei: BSV-Neuzugang Ruslana Litvinov und Aida Mittag, die kurz vor Turnierbeginn für die verletzte Lara Däuble nachnominiert wurde. Zur Hauptrunde stieß dann auch Torhüterin Lina Steinecke hinzu, da sich Merle Muth vor Ort verletzte.
In der Hauptrunde gab es direkt zu Beginn die Final-Wiederauflage der EM 2025 gegen den – in diesem Jahrgang – ewigen Widersacher Spanien. Bereits vor dem Turnier trafen die beiden in einem Vier-Nationen-Turnier aufeinander und kannten sich ohnehin nahezu auswendig. Am Ende siegte Deutschland hauchdünn mit 29:28 und sorgte dort mit einem ersten Knackpunkt im Turnier, denn das Team von Nordmeyer wurde von Spiel zu Spiel selbstbewusster und gefährlicher. Südkorea war zum Hauptrundenabschluss mit dem 40:22 keine Hürde und so ging es ins Viertelfinale.
Gegen Norwegen war es ein kampfbetontes Spiel und völlig anders als die bisherigen Spiele, denn offensiv lief der Motor längst nicht wie zuvor. Am Ende war es ein 23:22-Erfolg, der allmählich den Eindruck vermittelte: „Wer und was soll diese Mentalität der deutschen Mannschaft brechen?“ Eben jene Mentalität zeigte das Team auch im folgenden Halbfinale gegen Frankreich – gepaart mit der Offensivwucht. Mit 36:31 und einer höchst überzeugenden zweiten Spielhälfte bewiesen die Europameisterinnen, dass sie auch in China dem Druck gewachsen sind in den entscheidenden Spielen. Ruslana Litvinov steuerte allein sieben Assists im Halbfinale bei.
Alles erwartete das Finale zwischen Deutschland und Spanien – doch es kam anders: Überraschend verloren die Spanierinnen ihr Halbfinale gegen Dänemark und so kam es nicht zur Wiederauflage des EM-Finales. Das letzte Juniorinnen-Duell beider Nationen in diesem Jahrgang sollte das Hauptrundenspiel bleiben. Stattdessen das Finale gegen die Däninnen, die allerdings nur eine Halbzeit mitziehen konnten. Im zweiten Spielabschnitt zog das deutsche Team die Zügel deutlich an, weshalb sich das Team mit 33:26 zu U20-Weltmeisterinnen krönte und damit Geschichte schrieb: Noch nie gelang es einem deutschen Jahrgang in der U19 und U20 nacheinander die größten Turniere zu gewinnen.
Ruslana Litvinov erzielte über das Turnier 22 Treffer, 28 Assists und 15 Steals, womit sie von den Pressevertretern und Verantwortlichen zur wertvollsten Spielerin des Turnieres (MVP) gewählt wurde. Aida Mittag kam auf 13 Treffer und neun Assists, steigerte sich über die Turnierlänge und war im Finale mit ihrem besten Spiel zur Stelle. Lina Steinecke nagelte phasenweise ihren Kasten komplett zu und kam in fünf Partien auf 37 Paraden und eine Quote von starken 36 Prozent.
Für das Team war es der krönende Abschluss ihrer Zeit als Juniorinnen, welche am Donnerstagabend in Köln einen würdigen Ausklang fand.
Christopher Nordmeyer, Trainer der deutschen U20: „Die Auszeichnung fühlt sich sehr gut an. Das ist unglaublich für die Mädels, die mit jedem Sieg mehr Selbstvertrauen entwickelt und immer mehr an sich geglaubt haben. Das ist ein toller Abschluss für die gemeinsame Zeit. Die Sporthilfe ist ein wichtiger Partner für die Spielerinnen, vor allem, wenn es durch Verletzungen nicht so gut läuft, ist die Sporthilfe da und unterstützt. Im positiven Fall schafft sie, wie mit der Veranstaltung heute, eine tolle Öffentlichkeit für Sportlerinnen und Sportler.“
Karin Orgeldinger, im Sporthilfe-Vorstand zuständig für die Athletenförderung: „Die Handball-Juniorinnen haben ein außergewöhnliches Jahr hinter sich. Mit ihrer Geschlossenheit, ihrem Teamgeist und ihrer mentalen Stärke haben sie gezeigt, was den deutschen Nachwuchssport auszeichnet. Viele Spielerinnen besitzen das Potenzial, sich langfristig im Spitzenhandball zu etablieren – einige haben bereits erste Schritte in Richtung Frauen‑Nationalmannschaft gemacht. Wir gratulieren der gesamten Mannschaft und dem Trainerteam sehr herzlich. Auch den vier anderen Nominierten danken wir für ihre beeindruckenden Leistungen. Sie gehören zu Deutschlands größten Sport-Talenten und haben eine große Zukunft vor sich. Wir als Sporthilfe freuen uns darauf, sie auch in den kommenden Jahren weiterhin auf ihrem Weg an die Weltspitze eng zu begleiten.“
Der Text beinhaltet Auszüge aus der Pressemitteilung vom 8. Oktober 2026 der Sporthilfe und des DHB zur Ehrung.



