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Sieg im Kollektiv: Kaminska pariert entscheidenden Wurf

Foto: Dorian Frick

Ein 27:26 (13:12)-Sieg mit möglicherweise nachhaltiger Wirkung ist dem Buxtehuder SV am Samstagabend bei der Sport-Union Neckarsulm gelungen. Denn die Partie war von hoher Intensität und viel Kampf geprägt und in drei Wochen treffen die beiden Teams im DHB-Pokal-Achtelfinale erneut aufeinander. In der Alsco HBF war es der zweite Sieg in Folge, der als klarer Team-Sieg zu beschreiben ist.

Diese Schlussphase hatte es in sich: Durchgehend hielten die Buxtehuderinnen einen knappen Vorsprung und mussten im letzten Neckarsulmer Angriff dann doch noch zittern. Beim Durchbruch von Neckarsulms Kamila Kordovska parierte Oliwia Kaminska mit der Schlusssirene den spielentscheidenden Abschluss und sicherte mit ihrer siebten Parade den Auswärtssieg für ihr Team. Kapitänin Nele Franz schrie die Erleichterung Richtung der Buxtehuder Bank, ehe die Mannschaft sich zu einer Jubeltraube zusammenfand.

Bevor das Spiel überhaupt richtig losgehen konnte, brachten Lichtprobleme nach 30 Sekunden in der Ballei in Neckarsulm eine lange Unterbrechung mit sich. Plötzlich standen Spielerinnen und Zuschauer im Dunkeln. Nach einigen Minuten ertönte dann der Wiederanpfiff mit Beleuchtung. Der BSV brauchte etwas um ins Spiel zu kommen, kassierte eine frühe Zeitstrafe und traf durch Nele Franz nach knapp vier Minuten erstmals. Die Kapitänin erhielt diesmal zu Beginn den Vorzug auf der Spielmacher-Position vor Anika Hampel.

Wiederum Franz, Maj Nielsen und Paula Mews drehten den Rückstand und die Gäste führten nach neun Minuten mit 5:3. Immer wieder zwang die gute BSV-Abwehr die Sport-Union zu Ballverlusten oder Torhüterin Nikki van der Vorst parierte. Nach 18 Minuten hatte die Niederländerin bereits sechs Paraden, Ex-BSV-Torhüterin Annie Linder auf der anderen Seite stand bei vier. Trotz der Führung agierten die Gäste offensiv nicht konsequent genug und ließen einige Möglichkeiten zu einer höheren Führung aus, wodurch die Gäste weiter dranblieben.

In der Phase vor der Pause ging es hin und her mit viel Tempo auf beiden Seiten. BSV-Trainer Jonas Schlender wechselte sein Personal ordentlich durch. Quasi zeitgleich wurde die Abwehr der Gastgeberinnen aggressiver und stellte damit die Buxtehuderinnen vor mehr Probleme. Neun technische Fehler im ersten Spielabschnitt führten letztlich zum knappen 12:13-Halbzeitrückstand für den BSV.

Vor 958 Zuschauern, von denen zwölf aus Buxtehude die weite Reise auf sich nahmen, wurde der zweite Spielabschnitt zu einer engen Angelegenheit. Mehrfach fing Nationalspielerin Antje Döll Pässe des Buxtehuder Angriffs ab und bestrafte kleine Unaufmerksamkeiten. Mit acht Treffern wurde Döll so zur besten Schützin des Spiels. Aufmerksam auf sich machte aber Christin Kaufmann, die in der zweiten Hälfte vier Treffer erzielte und die Gäste mit 20:18 (44.) in Führung brachte.

Beim 21:21 gelang der Sport-Union wieder der Ausgleich – aber das sollte der letzte sein. Denn immer, wenn die Gastgeberinnen zum Anschluss trafen, fanden die Buxtehuderinnen die postwendende Antwort und erhielten sich so die Führung. Bis zu eingangs beschriebener letzter Szene, in der Kaminska einen Sieg des Kollektivs sicherte und den BSV vorerst auf den vierten Tabellenplatz katapultierte.

Das nächste Heimspiel steht am kommenden Samstag um 16 Uhr gegen die HSG Bensheim/Auerbach in der Halle Nord an. Tickets für das Duell gibt es im Online-Ticketshop des BSV oder auf der Geschäftsstelle. Dort gibt es auch Karten für das folgende Pokal-Achtelfinale gegen Neckarsulm.

Es spielten für den BSV: Nikki van der Vorst, Oliwia Kaminska, Sophie Fasold – Maj Nielsen (4/4), Aida Mittag (3), Paula Mews (1), Anika Hampel (2/2), Enna Oberländer, Johanna Andresen (2), Nele Franz (4), Christin Kaufmann (5), Isa Ternede (1), Carina Senel (3), Lin Lück, Lucy Strauchmann (1), Ruslana Litvinov (1)

Jonas Schlender: „Nach der Partie sind wir alle überglücklich. Unser vorgenommener Plan hat sehr gut funktioniert und es war eine hochintensive Partie. Die Mannschaft hat eine sehr gute Mentalität gezeigt und sich in jeden Ball reingeworfen. Jede Spielerin hatte ihren Anteil an diesem Sieg und dieses Miteinander haben auch die Emotionen nach dem Spiel gezeigt. Unter der Woche müssen wir nochmal den Blick auf die Kreiskooperation legen und an Kleinigkeiten feilen, ansonsten war das ein sehr guter Auftritt von uns. In Neckarsulm werden einige Punkte liegen lassen.“

Oliwia Kaminska: „Das war ein unglaublich intensives und körperliches Spiel. In den Momenten, in denen das Spiel hätte kippen können, haben wir die Ruhe bewahrt und uns gegenseitig gepusht, weil wir für uns alle der Sieg das klare Ziel war. Solche Spiele gewinnt man nicht nur mit Können, sondern vor allem mit Einstellung, Kampfgeist und den Glauben an sich selbst. Genau das haben wir heute gezeigt und jede für jede gekämpft.“

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