Foto: Felix Weißberg
Lange herrschte in der Halle Nord nicht mehr so eine gelöste Stimmung: Der Buxtehuder SV hat am Samstagnachmittag vor 1067 Zuschauern einen souveränen 30:25-Heimsieg gegen die SV Union Halle-Neustadt eingefahren. Damit feierte das Team von Jonas Schlender bereits den dritten Heimerfolg der laufenden Saison. Zwischenzeitlich führte der BSV mit neun Toren und kontrollierte die Partie.
La-Ola-Welle, stehende Ovationen, großer Jubel: Das war ein Nachmittag in der Halle Nord, der nahezu vollends im Geschmack der BSV-Verantwortlichen stattfand. Mit dem dritten Heimerfolg im vierten Heimspiel dieser Saison holten die Buxtehuderinnen die Punkte fünf und sechs und setzten sich damit auf Tabellenplatz sechs.
Der Start ins Spiel verlief eher schleppend für beide Mannschaften. Johanna Andresen traf nach 100 Sekunden erstmals, Emma Hertha, die auch Spielerin des Spiels für Halle-Neustadt wurde, glich zum 1:1 aus. Während die Gastgeberinnen langsam in die Partie fanden und auch offensiv die Schlagzahl erhöhten, fiel den Gästen wenig ein oder es unterliefen technische Fehler. Deshalb führte der BSV nach zehn Spielminuten mit 6:2. Es machte den Eindruck, dass die frühe Führung den Buxtehuderinnen Sicherheit gab. Einzig die Chancenverwertung ließ die Bank des BSV und die Zuschauer verzweifeln.
Zahlreiche freie Möglichkeiten ließen die Norddeutschen aus, nur war Halle aufgrund der starken Abwehr des Gegners und einer abermals guten Nikki van der Vorst im Tor, nicht in der Lage, daraus Kapital zu schlagen. Aus dem 6:2 wurde ein 9:4 und sobald den Gästen dann doch mal ein Torerfolg gelang, antwortete der BSV postwendend. Ruslana Litvinov, die unter der Woche von Lesern des Portals handball.world zum „Transferhammer des Sommers 2026“ gewählt wurde, stellte wenige Minuten vor der Pause auf 14:7 und es war im weiten Rund der Halle Nord eine gewisse Entspannung wahrzunehmen.
Halle hätte durchaus Möglichkeiten zum Verkürzen gehabt, leistete sich aber weiterhin Abspielfehler und Fehlwürfe. Mit der Sirene zur Halbzeit versenkte Isa Ternede zum 16:11.
Im zweiten Spielabschnitt kam das Kollektiv des BSV noch stärker zur Geltung, denn Jonas Schlender wechselte und verteilte Spielzeiten, ohne, dass auf den ersten Blick ein Bruch zu erkennen war. Im Tor entschied sich Torwart-Trainerin Debbie Klijn für einen Wechsel zu Sophie Fasold. Ihr Co-Trainer der US-Nationalmannschaft – zugleich Cheftrainer der Union – bekam eine fantastische Halbzeit mit neun Paraden von ihr zu sehen.
Isa Ternede weckte alle in der Halle Nord aus dem Pausenschlaf und hämmerte einen Unterarmwurf in das Hallenser Gehäuse. In der 38. Minute brach ein besonders lauter Jubel aus, denn Fleur Schouten war wenige Sekunden auf dem Feld, da erzielte die junge Niederländerin ihr erstes Heimspiel-Tor im Trikot des Buxtehuder SV. Carina Senel stellte beim 25:16 in der 42. Minute die höchste Führung für die Gastgeberinnen her. Alles schien geebnet für einen weiterhin entspannten Verlauf des Samstagnachmittags. Beste Werferin dabei war Maj Nielsen, die achtmal traf, zweimal per Siebenmeter.
Doch wer häufiger die Halle Nord besucht, der weiß, dass es eigentlich nicht wirklich ohne Drama geht. Als die Hallenserinnen 14 Minuten vor dem Ende drei Treffer in Folge erzielten und auf sechs Tore verkürzten, wich die Entspannung einer leichten Unruhe. Aber danach scheiterten die Gäste mehrfach an Fasold, was letztlich den Weg zum Heimsieg ebnete und die Halle Nord zu einer La-Ola-Welle veranlasste, wie man sie nur selten in Buxtehude erlebt. Aus der größtenteils kompakten Defensive im Zusammenspiel mit den Torhüterinnen spielte der BSV die Partie kontrolliert zu Ende und verabschiedete sich mit einem Heimsieg in die Länderspielpause.
In zwei Wochen steht dann an Halloween (31. Oktober, 16 Uhr) das Nordderby in der Halle Nord gegen den VfL Oldenburg an. Gegen den formstarken VfL, der zuletzt den Tabellenführer Borussia Dortmund schlug, und seinen Ex-Verein will Jonas Schlender mit seinem Team dann nach dem vierten Heimsieg greifen.
Es spielten für den BSV: Nikki van der Vorst, Oliwia Kaminska, Sophie Fasold – Maj Nielsen (8/2), Aida Mittag, Paula Mews (1), Anika Hampel (2), Johanna Andresen (3), Nele Franz (5), Christin Kaufmann, Fleur Schouten (2), Isa Ternede (3), Carina Senel (2), Lin Lück, Lucy Strauchmann, Ruslana Litvinov (4)
Jonas Schlender: „Vielen Dank für die wahnsinnige Unterstützung der Halle. Wir haben die Aufgaben heute gut umgesetzt und waren auf die Möglichkeiten vorbereitet. Ein großes Kompliment an die Mannschaft und wir sind sehr glücklich, die nächsten beiden Punkte in eigener Halle geholt zu haben. Die Chancenauswertung muss besser werden, das ist klar, da müssen wir dran arbeiten.“
Fleur Schouten: „Ich habe das in dem Moment gar nicht realisiert, dass es mein erstes Tor bei einem Heimspiel für den BSV war, aber es fühlt sich einfach toll an, endlich mit dem Team auf dem Feld zu stehen. Wir haben das Spiel die ganze Spielzeit über kontrolliert und uns diesen Sieg verdient. Ich bin sehr glücklich aktuell.“



