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Lange Zitterpartie: BSV dreht gegen Leipzig spät auf

Foto: Felix Weißberg/DerSportfotograf

Der erste Saisonsieg ist eingetütet und die Erleichterung groß: Mit einem 26:23 (9:10) hat der Buxtehuder SV am Samstagnachmittag den Aufsteiger HC Leipzig am 2. Spieltag der Alsco HBF geschlagen und die ersten Pluspunkte verbucht. Um den Sieg mussten die 1216 Zuschauer in der Halle Nord lange bangen. Erst zehn Minuten vor dem Ende drehten die Gastgeberinnen nochmal auf.

Vergangene Saison dauerte es bis zum 16. Spieltag, ehe der Buxtehuder SV das erste Spiel der Saison gewann – mit 35:31 gegen den VfL Oldenburg. In der Saison 2026/27 ist das jetzt deutlich früher gelungen, weshalb auch Maj Nielsen nicht ihre Erleichterung zurückhielt: „Letzte Saison mussten wir so lange auf einen Sieg warten. Es tut gut, dass uns das jetzt zu diesem frühen Zeitpunkt gelungen ist“, sagte die Rechtsaußen nach dem Erfolg, zu dem sie in der Schlussphase ihren Teil per verwandelte Siebenmeter beitrug.

Die Gastgeberinnen erwischten einen Top-Start und als Anika Hampel zum 5:1 (7.) traf, schien das Spiel den – von Buxtehuder Seite – gewünschten Verlauf zu nehmen. A-Jugendmeisterin Paula Mews gab ihr Bundesligadebüt und erzielte beim 6:2 gleich auch ihren ersten Bundesligatreffer. Leipzig wirkte noch unsicher, fand keine Lösungen gegen die offensive Deckung und schenkte einige Bälle her. Die anfängliche Nervosität legte der HCL kurze Zeit später nach und nach ab und beim BSV ereignete sich ein Bruch, den so die wenigsten Personen in der Halle mal erlebt haben dürften.

Während die Gäste beim 9:10 in der 26. Minute erstmals in Führung gingen, erzielten die Buxtehuderinnen von der 12. bis zur 32. Spielminute kein einziges Feldtor. Lediglich ein Siebenmeter von Anika Hampel gelang für einen Torerfolg. Was auch immer BSV-Trainer Jonas Schlender versuchte, sein Team wirkte offensiv verunsicherter, je länger die Phase andauerte. Tatsächlich war das 9:10 gleichbedeutend mit dem Halbzeitstand und den Zuschauern auf der Tribüne war die Ratlosigkeit anzusehen. Doch auf die Defensive konnte sich der BSV verlassen, aus der Johanna Andresen zeitweise herausragte.

Als Ruslana Litvinov kurz nach der Pause in ihrem ersten Bundesligaspiel für den BSV zum 10:11 traf und der ewigen Serie von 15 torlosen Minuten ein Ende setzte, platzte von den Rängen die Erleichterung heraus. Paula Mews glich wenige Sekunden später zum 11:11 aus und es entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, in der Mews beim 19:18 sich für das schönste Tor der Partie bewarb. Mit einem Heber von Linksaußen, präzise an den Innenpfosten gesetzt, bekam der Neuling Sonderapplaus vom Publikum.

Die Buxtehuder Defensive bekam Schwierigkeiten mit Leipzigs Lara Tauchmann, die mehrfach ihre Duelle gewann und zum Torerfolg kam, sodass es zehn Minuten vor dem Ende 20:22 stand und der BSV zu einem Comeback gezwungen war. Angeführt von einer abermals starken Nikki van der Vorst, die 14 Paraden auflegte und 48 Prozent der Würfe hielt, legten die Buxtehuderinnen einen 4:0-Lauf hin. Maj Nielsen verwandelte zwei Siebenmeter und Ruslana Litvinovs Treffer zum 25:23 zwei Minuten vor dem Ende wurde umjubelnd gefeiert in der Halle Nord. Leipzig fand keinen Weg mehr vorbei an Nikki van der Vorst, die nur ein Treffer in den letzten zehn Minuten zuließ und ihre Landsfrau Isa Ternede vollendete den 26:23-Heimsieg mit der Schlusssirene.

In der kommenden Woche fährt der BSV zum Ligaduell gegen den kommenden Pokalgegner Sport-Union Neckarsulm. Das nächste Heimspiel steht am Samstag, 19. September gegen die HSG Bensheim/Auerbach in der Halle Nord an. Tickets für das Duell gibt es im Online-Ticketshop des BSV oder auf der Geschäftsstelle.

Es spielten für den BSV: Nikki van der Vorst, Oliwia Kaminska, Sophie Fasold – Maj Nielsen (5/4), Aida Mittag, Paula Mews (3), Anika Hampel (6/2), Enna Oberländer, Johanna Andresen (2), Nele Franz (1), Christin Kaufmann, Isa Ternede (2), Carina Senel (3), Lin Lück, Lucy Strauchmann, Ruslana Litvinov (4)

Jonas Schlender: „Am Ende zählen die zwei Punkte. Wir haben sicher nicht unser bestes Spiel gemacht. Aber ich bin stolz auf die Mannschaft, wie sie sich kämpferisch reingehauen hat und wie sie das Spiel zum Ende noch mit den Fans im Rücken dreht. Mit der Abwehr bin ich zufrieden, da haben wir sehr gut als Team agiert. Offensiv müssen wir uns noch entwickeln, um mit allen Spielerinnen den Mut zu haben, die Tiefe anzugreifen. Der erste Saisonsieg gibt da natürlich Selbstvertrauen. Debbie hat die Entscheidungen bei den Torhüterinnen getroffen und hatte am Ende ein goldenes Händchen, Nikki hinten raus nochmal zu bringen.“ 

Nikki van der Vorst: „Heute mal wahrzunehmen, wie groß die Halle hier eigentlich ist und die Stimmung, das war toll. Ich bin sehr glücklich, dass wir heute den Sieg geholt haben. Klar, die aktuellen Leistungen hätte ich am liebsten in jedem Spiel. Aber ich habe den Druck nicht meinerseits, wenn es auch mal einen schlechteren Tag gibt. Die Zusammenarbeit mit der Abwehr kann noch besser werden, da haben wir ein paar Situationen, aber insgesamt bin ich für die kurze Zeit schon sehr zufrieden und fühle mich wohl.“

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