Foto: Marko Unger
„Das ist unglaublich!“ – Andersson und der Buxtehuder SV feiern nächsten Sieg
Auch der BSV Sachsen Zwickau konnte am Samstagabend den Buxtehuder SV nicht stoppen. In der Stadthalle Zwickau gewannen die Norddeutschen mit 31:30 (20:15). In einer etwas wilden zweiten Halbzeit verspielten die Buxtehuderinnen zunächst eine 5-Tore-Führung, berappelten sich aber rechtzeitig wieder. Mit dem ersten Auswärts-Sieg der Saison setzt der BSV seine Erfolgs-Serie von fünf ungeschlagenen Spielen und 8:2 Punkten fort, bevor es jetzt vier Wochen Spielpause gibt.
Der Erfolgszug des Buxtehuder SV rollt weiterhin durch die ALSCO Handball-Bundesliga. Nach zwei Unentschieden gegen Göppingen und Dortmund und zwei Heimsiegen gegen Oldenburg und Metzingen war am Samstagabend der BSV Sachsen Zwickau fällig. Wieder mal war der Sieg aber ein hartes Stück Arbeit für die Buxtehuderinnen, die sich nach einer starken ersten Halbzeit Mitte der zweiten Hälfte selbst aus dem Rhythmus brachten.
Torreich begann das Duell der beiden Teams, die vor der Partie nur ein Tabellenpunkt trennten. Nach zehn Minuten hatte Anika Hampel bereits vier Treffer auf ihrem Konto und die Gäste führten mit 7:5. Es war ein Hin und Her mit viel Tempo und kaum Positionsspiel. Immer wieder fanden die Buxtehuderinnen eine schnelle Antwort auf die Treffer des Gegners, hielten den Druck hoch und sicherten die Führung. Weil Zwickau in der Deckung immer wieder zu spät kam, hatte der BSV bis zur 00. Minute schon fünf Siebenmeter, die Anika Hampel alle sicher verwandelte.
Vor der Pause ließen die Zwickauerinnen eine Überzahlsituation ungenutzt und die Gäste hatten in Person von Teresa von Prittwitz die höhere Aufmerksamkeit. Erst vollendete sie von Aussen und nur wenige Sekunden später klaute sie dem Zwickauer Angriff den Ball, um dann selbst mit der Schlusssirene zum 20:15 zu vollenden. Überraschend waren bis zur Pause die Torhüterinnen auf beiden Seiten kaum ein Faktor und Buxtehude blieb sogar das gesamte Spiel über ohne eigenen Treffer einer Kreisläuferin.
Die zehn Minuten nach Wiederanpfiff gefielen Nicolaj Andersson überhaupt nicht und dürften auch den 20 mitgereisten Buxtehuder Fans Sorgenfalten bereitet haben. Die Schwierigkeiten im Abschluss meldeten sich zurück und die Offensive scheiterte mehrfach an Thara Sieg im Tor der Sächsinnen. Es war dann ausgerechnet die Ex-Buxtehuderin Charlotte Kähr, die in der 41. Spielminute den 24:24-Ausgleich erzielte. Doch wer den Buxtehuder SV in den letzten Wochen verfolgte, der bekam mit, dass die Mannschaft eine neue mentale Stärke entwickelt hat.
Genau diese Stärke wirkte auch in dieser Phase, in der sich die Gäste mit einem 4:1-Lauf wieder absetzen konnten. Am Ende war der Erfolg noch mal gefährdet, als Zwickau auf ein Tor herankam. Aber auch hier behielten Anika Hampel und ihr Team die entscheidende Ruhe, um die nächsten zwei Punkte einzufahren. Isabelle Dölle machte unter passivem Spiel den 31. Treffer am gesamten Block der Gastgeberinnen vorbei und öffnete damit den entscheidenden Türspalt.
Mit dem Sieg springt Buxtehude vorerst auf den 8. Tabellenplatz. Bevor es in die letzten beiden Hauptrundenspiele in Bensheim und am Ostersamstag gegen Halle-Neustadt geht, steht jetzt eine vierwöchige Spielpause aufgrund der Länderspielpause und des DHB-Pokal-Final4 an. Außerdem hätte das Spiel gegen die HB Ludwigsburg im März gelegen. Stattdessen suchen Andersson und die Verantwortlichen aktuell nach einem Testspielgegner, um nicht völlig aus dem Rhythmus zu kommen.
Kreisläuferin Jolina Huhnstock wurde für die EM-Qualifikation der deutschen Nationalmannschaft nachnominiert.
Für den BSV spielten: Oliwia Kaminska, Annie Linder – Maj Nielsen (5), Aida Mittag, Lilli Frey, Anika Hampel (9/6), Isabelle Dölle (6), Johanna Andresen (1), Christin Kaufmann, Teresa von Prittwitz (4), Isa Ternede (6), Carina Senel, Jolina Huhnstock, Lin Lück
Nicolaj Andersson: „Das ist unglaublich! Die Serie ist ein Szenario, was ein Wunsch unsererseits gewesen wäre, aber erst mit der Zeit greifbar wurde. Wir gehen mit viel Selbstvertrauen und einem richtig guten Gefühl jetzt in die Pause. In den ersten 30 Minuten haben wir mit unserem Tempo den Vorsprung rausgespielt, das war top. In der 2. Halbzeit suchen wir die Chancen zu früh und verlieren die Geduld. Als wir den Rhythmus finden, verwerfen wir vorne vier Tormöglichkeiten und bringen damit Zwickau und die Halle zurück ins Spiel, womit der Druck auf uns wächst. Gleichzeitig bin ich stolz darauf, dass die Mannschaft sich davon wieder nicht verunsichern lässt und cool genug bleibt, um den Sieg mitzunehmen. Die Pause gibt uns jetzt die Möglichkeit, an verschiedenen individuellen Punkten intensiv zu arbeiten.“
Anika Hampel: „Das war das kampfbetonte Spiel, was wir erwartet haben. Am Ende haben wir uns den Sieg erkämpft und ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, dass uns das heute gelungen ist.“



