Foto: Bjørn-Ole Kehm
Bitolo schockt den BSV in den letzten Sekunden
Den Play-off-Auftakt hat der Buxtehuder SV am Samstagnachmittag gegen die TuS Metzingen denkbar knapp mit 28:29 (14:14) verloren. Entscheidend war Gabriela Clausson Bitolo, die den BSV wenige Sekunden vor dem Abpfiff mit dem Siegtreffer ins Mark traf. 100 Sekunden vor dem Ende führten die Gastgeberinnen noch und mussten am Ende doch die Niederlage einstecken.
Trainer Nicolaj Andersson forderte im Vorfeld von seiner Mannschaft, von Beginn an da zu sein, um nicht erneut in einen frühen Rückstand zu geraten. Das Vorhaben gelang den Buxtehuderinnen eher mittelmäßig. Einen 2:4-Rückstand beantwortete Teresa von Prittwitz mit einem Doppelschlag zum Ausgleich. Unter den Augen von Ex-Buxtehuderin Laura Kuske trumpfte in der ersten Spielhälfte aber immer wieder ihre Nationalmannschaftskollegin Marie Weiß im Tor der Metzingerinnen auf, weshalb die Gäste die Ergebnistafel auf 5:8 stellten.
Ab diesem Zeitpunkt ging es in der Partie hin und her. Metzingen setzte sich mehrmals auf zwei oder drei Tore ab und die Gastgeberinnen fanden kurze Zeit später ihre Antworten darauf. Da Anika Hampel und Jolina Huhnstock Schwierigkeiten hatten, sich eigene Chancen zu erarbeiteten, setzte der BSV verteilt insbesondere seine Außen Teresa von Prittwitz und Maj Nielsen in Szene. Außerdem ergaben sich für Isabelle Dölle Lücken, die sie vor der Pause nutzte. Eben Kapitänin von Prittwitz brachte die 836 Zuschauer in der Halle Nord zum Jubeln, als sie 13 Sekunden vor der Pause zum 14:13 traf. Selina Lindemann, die beste Spielerin des Spiels wurde, glich postwendend noch zum Halbzeitstand aus.
Der Start in die zweite Halbzeit brachte den sonst so besonnenen Nicolaj Andersson etwas aus der Ruhe. Die Gastgeberinnen hatten Probleme mit dem Offensivspiel und innerhalb von acht Minuten änderte sich das Spielergebnis von 16:15 auf 17:21. Mittendrin zog der Däne in zwei Minuten seine zwei Auszeiten und mahnte die fehlende Klarheit seines Teams an. Die Auszeit zeigte Wirkung und die Offensivaktionen der Buxtehuderinnen wurden wieder erfolgreicher: Johanna Andresen, Lin Lück, Anika Hampel und Maj Nielsen stellten den Anschluss zum 21:22 wieder her.
Es hätte ein Spiegelbild genügt, um die beiden Halbzeiten quasi deckungsgleich aufeinander zu legen. Denn genau wie nach der ersten Hälfte bestrafte Buxtehude in den letzten zehn Spielminuten die Gäste für ihre Nachlässigkeiten. Johanna Andresen war es drei Minuten vor dem Ende, die die Führung zurückholte. Dann die letzten 120 Sekunden, in denen Maj Nielsen den einzigen Buxtehuder Treffer erzielte und der am Ende zu wenig sein sollte um etwas Zählbares mitzunehmen.
Durch die Niederlage von Halle-Neustadt am Samstagabend gegen Neckarsulm (30:34) bleiben die Buxtehuderinnen nach dem ersten von sechs Play-off-Spieltagen auf dem vorletzten Platz. Am kommenden Wochenende geht es auf die weite Fahrt nach Neckarsulm für die Norddeutschen.
Für den BSV spielten: Oliwia Kaminska, Annie Linder – Maj Nielsen (5), Lilli Frey, Leni Stolle, Anika Hampel (4/2), Isabelle Dölle (5), Enna Oberländer, Johanna Andresen (3), Teresa von Prittwitz (5), Isa Ternede (1), Carina Senel, Jolina Huhnstock (2), Lin Lück (3)
Nicolaj Andersson: „Die Enttäuschung ist groß, der Ärger extrem. Wir haben wieder gezeigt, dass wir uns in die Situation bringen können, auf Augenhöhe zu agieren. Mental sind wir wieder da wo wir hinwollen. Leider haben wir in der zweiten Halbzeit eine Phase, in der wir zu viel liegen lassen. Dann zeigt die Mannschaft wiederum Moral. In der Serie kostet es dich das Spiel, wenn du solche Phasen in dein Spiel einbaust. Wir waren nicht die schlechtere Mannschaft und am Ende entscheiden Kleinigkeiten. An diesen werden wir arbeiten, um schon nächste Woche mehr Konsequenz hereinzubekommen.“



