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Auf die knappe Heim-Niederlage in eigener Halle gegen die TuS Metzingen (29:30) vor einer Woche hat der Buxtehuder SV am Samstagabend im zweiten Spiel der „Play-Off-Runde 5 bis 11“ mit einer der besten Saisonleistungen geantwortet. Mit 32:24 (14:13) siegten die Norddeutschen bei der Sport-Union Neckarsulm. Nach einer 60 Minuten durchweg stabilen Leistung war Trainer Nicolaj Andersson stolz auf sein Team und freute sich über ein Comeback.
Am ersten Maiwochenende steht das Nord-Derby in der Halle Nord in Buxtehude an. Zum 2. Mai kommt der VfL Oldenburg als Gast in die neue Halle Nord. Tickets für das Duell am Samstag um 16 Uhr gibt es noch in allen Preiskategorien online hier oder im BSV-Shop, Viverstraße 2.
Der Auswärtssieg brachte den Buxtehuderinnen gleich mehrere Gründe für eine kleine Party, denn am Tag des Sieges hatte Aida Mittag ihren 20. Geburtstag. Bereits im Hotel am Morgen bereitete die Mannschaft zum Frühstück einen Empfang für die Rückraumspielerin vor. Außerdem feierte Maja Schönefeld ihr Comeback nach langer Leidenszeit. Die Heimfahrt brachte dann die verdiente kleine Feier mit sich, für die auf 666 Kilometern genügend Zeit blieb. Dem vorangegangen war eine starke Leistung über die gesamte Spielzeit.
Dabei war der BSV am Freitag nicht ohne personelle Sorgen nach Neckarsulm gestartet. Neben dem Ausfall von Enna Oberländer (Fuß) erfüllte sich die Hoffnung auf einen Einsatz von Isa Ternede nicht. Die Niederländerin erlitt vergangene Woche im Spiel gegen Metzingen eine Hüftprellung und konnte nicht mitreisen. Dafür nahm Trainer Nicolaj Andersson Amelie Gabriel und Maja Schönefeld mit nach Neckarsulm und sollte damit ein goldenes Händchen beweisen.
Zehn Minuten nach dem Beginn lagen die Gäste mit 3:6 hinten und kamen nach dem Ablauf einer Zeitstrafe so richtig rein in die Partie. Andersson brachte früh schon Carina Senel und die Kreisläuferin traf direkt mit ihrem ersten Abschluss. Durch einen 4:1-Lauf glich der BSV die Partie innerhalb kurzer Zeit zum 7:7 aus.
Ab dann sahen die 1025 Zuschauer in der Ballei-Sporthalle Neckarsulm einen ausgeglichenen Verlauf der ersten Spielhälfte in einer keineswegs langweiligen Partie. Die Führung wechselte ständig und Jolina Huhnstock war es, die mit dem Pausenpfiff das letzte Wort hatte und die 14:13-Halbzeitführung erzielte. Johanna Andresen war mit vier Treffern die beste Schützin der ersten Spielhälfte.
In der 40. Spielminute führten die Buxtehuderinnen mit 18:16 – doch das sollte kurz zur Nebensache werden, denn an der Seitenlinie stand Maja Schönefeld zur Einwechslung bereit. Nach drei schweren Verletzungen in drei Jahren kehrte die Rückraumspielerin in der Bundesliga auf das Spielfeld zurück. Sie war auch gleich offensiv und defensiv mittendrin. Für ihre Leistung erntete die 22-Jährige ein Sonderlob ihres Trainers: „Hut ab, was Maja heute gezeigt hat.“
Als wäre die Mannschaft davon zusätzlich motiviert, übernahm der BSV ab sofort das Kommando. Defensiv kaum mehr was zugelassen, im Tor eine auftrumpfende Oliwia Kaminska (11 Paraden) und vorne gnadenlos im Abschluss. Über 21:17 erhöhte sich der Vorsprung nach und nach auf acht Treffer, als von der Außenposition Teresa von Prittwitz zum 28:20 vollendete. Acht Minuten vor dem Ende war auch den fünf mitgereisten BSV-Fans klar, dass das für einen Auswärtssieg reichen sollte, der Buxtehude in Neckarsulm zuletzt im Mai 2022 gelang. Mit 13 Gegentreffern in der ersten Halbzeit und 11 in der zweiten Halbzeit unterstrich sich auch in den Zahlen die Grundlage des Auswärtssieges: die Abwehrarbeit.
Und getreu dem Motto „Nach der Arbeit das Vergnügen“ sagte Nicolaj Andersson zur Party im Bus: „Das sollen und müssen sie genießen. Die Stimmung ist im Team generell sehr gut und mit dem Sieg hat sich die Mannschaft auch einfach belohnt.“
Für den BSV spielten: Oliwia Kaminska (1), Annie Linder – Maj Nielsen (2), Amelie Gabriel, Aida Mittag, Lilli Frey, Anika Hampel (4/3), Isabelle Dölle (5), Maja Schönefeld (1), Johanna Andresen (4), Teresa von Prittwitz (7), Carina Senel (3), Jolina Huhnstock (5), Lin Lück
Nicolaj Andersson: „Ich bin wahnsinnig stolz auf die Mannschaft. Das war genau das, was wir brauchten: Eine konstante Leistung über 60 Minuten. Ich hoffe, jeder sieht, wie diese Mannschaft in der Deckung kämpft – mit einander und füreinander. Dadurch haben wir uns einige Ballgewinne gesichert oder Oliwia bei Paraden unterstützt. Als Kollektiv haben wir eine super Leistung gezeigt. Wie Maja zum Beispiel da reinkommt, nachdem wir uns auch erst sehr kurzfristig für ihre Mitnahme entschieden haben, war einfach stark. Hut ab vor dieser Leistung. Den gleichen Auftritt wollen wir im Derby gegen Oldenburg jetzt zeigen.“



