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Abschlussschwäche führt zur Niederlage – so geht es weiter

Foto: Ralf Hasenbeck

Abschlussschwäche führt zur Niederlage des BSV gegen Halle – so geht es weiter

Den Hauptrundenabschluss der ALSCO Handball-Bundesliga hat der Buxtehuder SV am Samstagabend gegen den SV Union Halle-Neustadt mit 29:30 (10:12) verloren. Vergebene Chancen und eine Reihe an Fehlern verhinderten etwas Zählbares für die Norddeutschen. Daran änderten auch zehn Treffer von Anika Hampel und zehn Paraden von Annie Linder letztlich nichts. Als Zehnter nach der Hauptrunde geht der BSV in die Play-Offs.

Dramatische Schlussphasen in der Halle Nord sind mittlerweile fast ein Gesetz in dieser Saison: Halle-Neustadt mit der Möglichkeit auf drei Tore Vorsprung, knappe zwei Minuten vor dem Ende. Teresa von Prittwitz fischt sich den Ball und macht per Tempogegenstoß den 28:29-Anschluss. Die Gäste holen einen Siebenmeter raus und verwandeln, auf der Gegenseite antwortet Isabelle Dölle mit einem schnellen Abschluss. Die Halle Nord steht, peitscht das Team in der Defensive zum Ballgewinn und tatsächlich bekommen die Buxtehuderinnen 15 Sekunden vor Abpfiff noch einmal den Ball. Am Ende fehlen im Abschluss allerdings ein paar Sekunden, denn der letzte Wurf von Maj Nielsen wurde nicht nur pariert, sondern wäre auch erst nach der Sirene im Tor gewesen. Die Kurzfassung einer Schlussphase, die sich mit ändernden Geschehnissen auf fast alle bisherigen Heimspiele des Buxtehuder SV übertragen ließe.

Im Vorfeld hoffte BSV-Trainer Nicolaj Andersson darauf, dass seine Mannschaft nach der guten zweiten Hälfte gegen Bensheim zuletzt den Rhythmus wiedergefunden habe. Am Samstagabend musste der Däne dann feststellen, dass sein Team wieder Schwierigkeiten im Abschluss hatte und viel zu nervös agierte. Zehn technische Fehler und 23 vergebene Würfe brachten die 1500 Zuschauer in der ausverkauften Halle Nord in vielen Phasen zur Verzweiflung. Die Unterstützung von den Rängen war dennoch sensationell.

Torhüterin Annie Linder erwischte einen guten Start und parierte gleich mehrfach. Deshalb brachte Jolina Huhnstock die Gastgeberinnen mit 3:1 in Führung und knüpfte an ihre starken Leistungen der vergangenen Wochen an. Es entwickelte sich eine erste Hälfte, die geprägt war von Nervosität auf beiden Seiten. Hätte es eine eigene Wertung für Aluminiumtreffer gegeben, wäre diese Partie wahrscheinlich beim Saisonbestwert gelandet.

Dennoch gaben sich die Kontrahentinnen da nichts und es blieb ausgeglichen in einer torarmen Hälfte. Auf das ein gedrehtes Ergebnis beim 5:6 hatte der BSV die passende Antwort mit Maj Nielsen und Johanna Andresen zum 7:6. Gleiches zeigten dann auch die Gäste aus Halle-Neustadt, die wiederum durch Lynn Molenaar und Fabienne Büch sich die Führung zurückholten. Vor der Pause leistete sich Buxtehude sieben Minuten ohne eigenen Treffer, was der – vor dem Spieltag – Tabellenletzte bestrafte und zur Halbzeitpause ein 10:12 auf der Anzeigetafel stand.

Tor um Tor kämpften sich die Gastgeberinnen in der zweiten Halbzeit heran und Anika Hampel glich nach 42 Minuten per Siebenmeter zum 18:18 aus. Diese Aufholjagd zerstörte sich der BSV allerdings in Eigenverantwortung wieder, da im zweiten Spielabschnitt zu oft der Ball hergeschenkt wurde und Halle-Neustadt es dann gelang, entsprechende Nadelstiche zu setzen. Folgerichtig behielten die Gäste durchgehend einen Vorsprung von drei Treffern, ehe es in die fast schon obligatorisch spannende Schlussphase ging. Vor allem Lynn Molenaar war mit vier Treffern in den Schlussminuten die Garantin für den Sieg des SV.

Am Ende der Hauptrunde stehen für den Buxtehuder SV zehn Punkte und der zehnte Tabellenplatz. Durch die Niederlage und den zeitgleichen Sieg von Göppingen gegen Zwickau rutschten die Norddeutschen noch einen Platz nach unten. Weiter geht es mit dem 1. Play-off-Spiel am 18. April (16 Uhr) im Heimspiel gegen die TuS Metzingen.

Für den BSV spielten: Oliwia Kaminska, Annie Linder – Maj Nielsen (3), Aida Mittag, Lilli Frey, Leni Stolle, Anika Hampel (10/5), Isabelle Dölle (5), Enna Oberländer, Johanna Andresen (2), Teresa von Prittwitz (1), Isa Ternede (2), Carina Senel, Jolina Huhnstock (6), Lin Lück

Nicolaj Andersson: „Mit dem Defensivverbund in der 1. Halbzeit bin ich zufrieden. Vorne verwerfen wir viel zu viele Chancen. In der zweiten Hälfte fangen wir uns unnötig viele Zeitstrafen, die es für Halle im Angriff dann leichter machen. Unser Auftritt war zu nervös und wir müssen so ehrlich sein, dass wir zu viele individuelle Ausfälle hatten. Daraus müssen wir sehr schnell lernen. Die sechs Spiele jetzt werden eine sportliche Schlacht. Damit müssen wir besser umgehen als heute.“

Für den BSV geht es in den Play-offs wie folgt weiter. Der Ticketverkauf für die Heimspiele startet unmittelbar nach Ostern:

Heimspiele

  • 18. April um 16 Uhr gegen die TuS Metzingen
  • 2. Mai um 16 Uhr gegen den VfL Oldenburg
  • 23. Mai um 16 Uhr gegen FrischAuf Göppingen

Auswärts

  • 25. April um 18 Uhr bei der Sport-Union Neckarsulm
  • 10. Mai um 16:30 beim SV Union Halle-Neustadt
  • 31. Mai um 15 Uhr beim BSV Sachsen Zwickau

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