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Zweiter Heimsieg in Folge!

Foto: Felix Schlikis

Zweiter Heimsieg in Folge: Andresen wird zum X-Faktor für Buxtehude

Der eingeschlagene Aufwärtstrend setzt sich fort, denn der Buxtehuder SV hat nach dem Heimsieg gegen Oldenburg nachgelegt und am Samstagnachmittag die TuS Metzingen mit 32:31 (17:16) besiegt. Das vierte Spiel in Folge ohne Niederlage wird dabei zum Ausdruck der neu gewonnen mentalen Stärke, gepaart mit einer ausverkauften Halle Nord im Rücken. Für Torhüterin Annie Linder war es sogar „die beste Atmosphäre in meiner Karriere“.

Vier Minuten waren noch auf der Uhr in der Halle Nord, als Svenja Hübner die Anzeigetafel auf 29:31 stellte und damit den Buxtehuder SV mit dem Rücken an die Wand. BSV-Trainer Nicolaj Andersson hielt es nicht mehr auf seinem Stuhl. Der Däne intervenierte, gestikulierte und gab seiner Deckung nochmal letzte Anweisungen. Vorne vollendete Maj Nielsen mit ihrem fünften Tagestreffer zum Anschluss.

Metzingen warf im folgenden Angriff den Ball weg und Johanna Andresen, die spät in die Partie kam und doch deutlich mit einer starken Leistung auffiel, glich per Rückraumwurf zum 31:31 aus. 160 Sekunden waren da noch auf der Uhr und die Halle Nord erhob sich. Abermals gab sich der BSV nicht auf und das honorierten die Fans lautstark. Und wiederholt deuteten sich dramatische Schlusssekunden an, die quasi schon bei Heimspielen dazugehören in Buxtehude. Die Gäste vergaben im Angriff unter passivem Spiel erneut, sodass die Gastgeberinnen in den Angriff kamen und Anika Hampel holte den Siebenmeter heraus. Vollendet von Isa Ternede führte Buxtehude 40 Sekunden vor dem Schlusspfiff 32:31. Den letzten Wurf wehrte Annie Linder mit ihrer zehnten Parade ab und löste damit einen kollektiven Siegesschrei in der Halle aus.

Verfolgt wurde die Party aus der ersten Reihe hinter der Buxtehuder Bank von Sänger Michael Schulte, der mit den anderen 1499 Zuschauern in der ausverkauften Halle Nord einen BSV beginnend in der 6:0-Deckung zu sehen bekam. Auffällig wurde es auch offensiv, denn als die Gastgeberinnen nach acht Minuten mit 6:3 in Führung gingen, war es bereits der vierte Tagestreffer von Jolina Huhnstock, die Metzingen erst nach zehn Minuten langsam in den Griff bekam. Unter anderem damit verbunden war ein Lauf der Gäste mit fünf Treffern in Folge. Buxtehude tat sich schwer, anderweitig Lösungen zu finden und Anika Hampel mühte sich im Rückraum, das Angriffsspiel ihres Teams zu leiten.

Ausgeglichen ging es durch die erste Spielhälfte mit dem etwas besseren Ende für den BSV, denn Maj Nielsen und Terry von Prittwitz drehten kurz vor der Pause die Partie zu ihren Gunsten auf 17:16. Im zweiten Spielabschnitt leisteten sich beide Teams einige technische Fehler, die sowohl Nicolaj Andersson auf BSV-Seite, als auch Miriam Hirsch als Trainerin von Metzingen verzweifeln ließen. Dennoch kamen die Gäste etwas besser aus der Phase und stellten das Zwischenergebnis auf 23:26. (44.). Durch die vielen Fehler wirkte das Spiel in einigen Momenten zäh, aber es stand auch einiges auf dem Spiel. Andersson versuchte, an die positiven Aspekte zu erinnern und damit seine Mannschaft wieder ins Spiel zu holen.

Genau das gelang dank einer Zeitstrafe, die die Gastgeberinnen erst zum Ausgleich nutzten und dann ließ Johanna Andresen auch gleich die Führung zum 28:27 folgen. Mit ihrem Auftritt krönte sich die Rückraumspielerin zugleich zur Spielerin des Spiels. Anschließend ereignete sich das eingangs erwähnte Szenario, aus dem der BSV als Sieger hervorging. Mit dem zweiten Heimsieg in Folge und dem vierten Spiel in Serie ohne Niederlage sprangen die Buxtehuderinnen in der Tabelle auf den neunten Tabellenplatz. Am kommenden Wochenende geht es auswärts zum Tabellennachbarn BSV Sachsen Zwickau, ehe eine mehrwöchige Pause ansteht. Das nächste Heimspiel – und das letzte der Hauptrunde – steht erst am Samstag, 4 April um 19 Uhr an. Tickets gibt es online und im BSV-Shop.

Für den BSV spielten: Oliwia Kaminska, Annie Linder – Maj Nielsen (5), Aida Mittag, Lilli Frey, Anika Hampel (8/5), Isabelle Dölle (1), Johanna Andresen (4), Christin Kaufmann, Teresa von Prittwitz (3), Isa Ternede (3), Carina Senel, Jolina Huhnstock (7), Lin Lück (1)

Nicolaj Andersson: „Das war ein sehr aufregendes Spiel. Nach dem Spielverlauf den Sieg mitzunehmen, das ist besonders für uns. Metzingen war uns physisch überlegen. In der 2. Halbzeit kommt eine Phase, da verwerfen wir einige Chancen und dann wirkt das von außen fehlerbehaftet. Insgesamt sehe ich uns aber positiv und das sind wir auch das gesamte Spiel über geblieben. Die mentale Entwicklung des Teams ist sehr gut, weil wir es schaffen, auch nach mehreren Fehlern den Kopf oben zu halten. Darauf habe ich auch von außen versucht, den Fokus draufzulegen. Da hilft uns natürlich auch unsere aktuelle Phase insgesamt. Die anderen Teams der Liga wissen nun, dass sie eine gute Leistung bringen müssen, um uns zu schlagen. Mit dem Selbstvertrauen werden wir auch nach Zwickau fahren.“

Annie Linder: „Wir sind vom Kopf her ruhiger und stressen uns nicht mehr so sehr. Das sind dann Kleinigkeiten, die das ausmachen und eine große Wirkung haben. Ich glaube, auch die Zuschauer merken das und heute ist der Funke übergesprungen. In den letzten Wochen hat unser Spiel mehr Disziplin und Ruhe bekommen, die uns jetzt helfen. Diese Atmosphäre hier, das ist das Beste, was ich in meiner Karriere erlebt habe. Das ist Wahnsinn. Du bekommst das während des Spiels nur bedingt mit, weil du konzentriert auf das Spiel bist. Aber besonders die letzten Minuten waren fantastisch.“

 

 

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