Foto: SV Union Halle-Neustadt
Die Vorfreude auf die Auswärtspartie gegen die SV Union Halle-Neustadt war groß beim Buxtehuder SV. Nach den 60 Spielminuten am Samstagabend herrschte derweil große Ernüchterung nach der 24:33 (10:15)-Niederlage. Der gute Auftritt gegen Bensheim hatte nichts mit dem gemein, was die mitgereisten BSV-Fans in Halle zu sehen bekamen. Damit bleiben die Buxtehuderinnen auch nach zehn Saisonspielen ohne Sieg und rutschten ans Tabellenende. Am Mittwoch kommt der Tabellenzweite nach Buxtehude.
Die erste Spielhälfte in diesem wichtigen Duell im Tabellenkeller war für den Buxtehuder SV eine zum Vergessen. Den ersten eigenen Treffer erzielte Isa Ternede sehenswert unter passivem Spiel mit einem Freiwurftrick. Anschließend wurde es eine wilde Phase, in der beide Mannschaften die Bälle immer wieder herschenkten und es zu vielen Gegenstoßsituationen kam. Oliwia Kaminska war es zu verdanken, dass es nur 2:4 aus Sicht Buxtehudes stand. Kapitänin Teresa von Prittwitz, die ihren Geburtstag sich sicher anders vorgestellt hatte, glich nach 15 Minuten zum 6:6 aus.
Dennoch tat sich der BSV mit der intensiven Deckung der Hallenserinnen schwer und erzeugte folgend immer weniger Druck auf die Deckung der Gegnerinnen. Zu wenig brachte der Rückraum die Abwehr in Bewegung, um Lücken für zielführende Situationen zu kreieren. Gänzlich ohne eigene Führung kämpften sich die Buxtehuderinnen an der Deckung der SVU ab und leistete sich allein im ersten Spielabschnitt elf technische Fehler. BSV-Trainer Nicolaj Andersson nutzte jede Unterbrechung, um kurze Einzelgespräche zu führen und irgendwie seine Mannschaft in die Partie zu bekommen.
Zugriff auf das Spiel bekamen die Buxtehuderinnen dennoch nicht: Aus einem 8:10 wurde ein 9:14 vier Minuten vor der Pause und mit dem Ergebnis kam auch die swh.arena immer lauter als Faktor hinzu. Es lief wahrlich alles gegen die Norddeutschen, die sich den Trip durch Schnee und Eis an diesem Samstag völlig anders vorstellten.
Aus der Pause heraus deutete sich keine Besserung an. Die Hallenserinnen waren in allen Bereichen überlegen und erhöhten den Abstand innerhalb weniger Minuten auf acht Treffer. Beim 13:21 nach 39 Minuten sahen die Gäste schon wie sichere Verliererinnen aus. Wenn den BSV in dieser Saison aber was auszeichnete, dann insbesondere die Moral. Und mit einem 4:0-Lauf verkürzte Buxte das Ergebnis und schöpfte neue Hoffnung, ob denn da noch was ginge in Richtung Comeback.
Nach einer Auszeit der Gastgeberinnen zerschlug sich diese Hoffnung schnell. Vor allem die Niederländerin Lynn Molenaar bereitete aus dem Rückraum einige Probleme und traf achtmal für Halle. Beim BSV war Maj Nielsen mit sechs Treffern die beste Torschützin. Das Bild, welches sich den BSV-Fans bot, dürfte sie an einige Spiele der bisherigen Saison erinnert hatten. Nach nur vier technischen Fehlern gegen Bensheim, leisteten sich die Norddeutschen gegen den bislang punktlosen Gegner aus Halle-Neustadt schlichtweg zu viele am Samstagabend.
Am Ende stand die achte Niederlage für den Buxtehuder SV in der laufenden Saison und die Hallenserinnen zogen mit dem Sieg auch noch am BSV vorbei, der jetzt auf dem letzten Tabellenplatz rangiert. Am kommenden Mittwoch empfangen die Norddeutschen den Tabellenzweiten HSG Blomberg-Lippe in der neuen Halle Nord. Die HSG verlor am Samstagabend mit 26:31 in Dortmund. Tickets für das Heimspiel um 19:30 Uhr gibt es hier zu kaufen.
Für den BSV spielten: Oliwia Kaminska, Annie Linder – Tessa Pieperjohanns, Maj Nielsen (6/3), Aida Mittag, Lilli Frey, Anika Hampel (5/2), Isabelle Dölle (3), Enna Oberländer (2), Johanna Andresen, Christin Kaufmann, Teresa von Prittwitz (5), Isa Ternede (3), Lin Lück
Nicolaj Andersson: „Ich habe in diesem Spiel eine Mannschaft gesehen, die ich bisher so nicht kannte. Diesen Eindruck hatte ich zu keinem Zeitpunkt, seitdem ich hier bin. Bevor wir nach vorne schauen, müssen wir darüber sprechen, denn ich möchte das nicht nochmal erleben. Der Verein und die Fans stehen für etwas anderes und verdienen Besseres, als das, was wir in dieser Partie gezeigt haben. Was da passiert ist, damit können wir uns nicht identifizieren und wir müssen sehr ernsthaft auf die Leistung zurückblicken und hinterfragen.“



