Deutscher Pokalsieger 2015, 2017
EHF-Challenge-Cup-Sieger 2010
Euro-City-Cup-Sieger 1994

Buxtehuder SV verliert das Weihnachtsspiel mit 28:31 gegen Bensheim

Foto: Felix Schlikis 

Wieder achtbar, aber am Ende ohne Punkte: Mit 28:31 (18:18) hat der Buxtehuder SV einen Tag vor Silvester sein Heimspiel gegen die HSG Bensheim/Auerbach in der ALSCO Handball-Bundesliga verloren. Eine lange Zeit ausgeglichene Partie geriet dem BSV in der Schlussphase gegen den Tabellenzweiten abhanden. Bereits am Samstag geht es zum richtungsweisenden Spiel in Halle-Neustadt.

Acht Minuten ohne eigenes Tor bis zum Schlusspfiff waren am Ende der Knackpunkt für eine Heimniederlage des Buxtehuder SV, der unter seinem neuen Cheftrainer Nicolaj Andersson sich bis dahin nur sehr wenige Fehler leistete. Dennoch war es ein Auftritt, der den 1500 Zuschauern in der ausverkauften Halle Nord imponierte und die den Kampfeswillen ihres Teams mehrfach lautstark honorierten.

Bereits vor dem Spiel ehrte HBF-Geschäftsführer Christoph Wendt die verletzte BSV-Kreisläuferin Jolina Huhnstock im Namen der Liga für die gewonnene Silbermedaille bei der WM. Da ließen es sich auch die beiden Nationalmannschaftskolleginnen Nina Engel und Mareike Thomaier – vereinsseitig im Trikot der HSG Bensheim/Auerbach – nicht nehmen, Huhnstock zu gratulieren.

Gleich zu Beginn überraschte Trainer Andersson mit einer 4:2-Deckung und stellte auch sofort Neuzugang Annie Linder ins Tor. Im Angriff war mit Spannung erwartet worden, wie die Problematik am Kreis gelöst wird – die Antwort hieß: Johanna Andresen. Die eigentliche Rückraumspielerin machte ihre Sache überraschend gut für die ihr ungewohnte Situation.

Comebackerin Isa Ternede traf direkt mit dem ersten Treffer für Buxtehude und war sofort wieder mittendrin. Die neue Deckungsvariante griff in den Anfangsminuten noch nicht vollständig und Bensheim stellte nach 10 Minuten durch die starke Nina Engel auf 3:7. Offensiv zeigte sich Buxtehude anschließend spielfreudig, hinten kam Annie Linder immer besser ins Spiel. Die Schwedin parierte in der 17. Minute und vorne machte Isa Ternede den 9:11-Anschlusstreffer. Linder kam am Ende der Partie auf elf Paraden.

Auch wenige Minuten später setzte sie ihre neue Mitspielerin Teresa von Prittwitz mit einem Traumpass zum Tempogegenstoß in Szene und die Kapitänin vollendete zur 16:15-Führung für die Gastgeberinnen. Die Halle Nord stand Kopf. Nina Engel drehte und steuerte den Angriff der Bensheimerinnen, kam aber nicht mehr über ihre Eins-gegen-Eins-Situationen in den Durchbruch. Zum Pausenpfiff scheiterte sie dann auch noch an Linder per Siebenmeter und es ging mit einem 18:18 in die Pause.

Maj Nielsen brachte die Heimmannschaft kurz nach Wiederbeginn mit 20:19 in Führung und zeigte über weite Strecken eine überragende Leistung. Als Jugendspielerin Tessa Pieperjohanns in ihrem ersten Bundesligaspiel beim 23:21 auch gleich ihren ersten Treffer vom Kreis erzielte, hielt es keinen mehr auf dem Sitz. Der BSV war jetzt obenauf und dazu in Überzahl. Im folgenden Angriff scheiterte Bensheim wieder an Linder und die Buxtehuderinnen verpassten in dem Moment die deutliche Überzahl und Wechselprobleme an der Bank bei Bensheim, die lange ein leeres Tor ermöglicht hätten.

Stattdessen kam genau danach der Gast wieder ins Spiel und abermals Nina Engel vollendete einen Lauf für den Tabellenzweiten – 24:25 (43.). In dieser Phase zeichnete sich mehrfach Helen van Beurden im Tor der HSG aus und wurde jetzt zum wichtigen Faktor. Ein Großteil der Menschen in der Halle dürfte sich an die Heimspiele gegen Dortmund und Thüringen erinnert gefühlt haben, denn auch dort ging es in enge Schlussphasen. Bis zum 28:28 war alles offen für die Norddeutschen, ehe die eingangs beschriebene Situation eintrat, in der acht Minuten kein Treffer mehr gelang. Damit geht der BSV ohne Sieg aus der zweiten Jahreshälfte 2025, hat aber gleich am Samstag die Chance, positiv mit einem Erfolg beim Tabellenletzten Halle-Neustadt ins neue Jahr 2026 zu starten.

Für den BSV spielten: Oliwia Kaminska, Annie Linder – Tessa Pieperjohanns (1), Maj Nielsen (9/6), Aida Mittag, Lilli Frey, Anika Hampel (5), Isabelle Dölle (5), Enna Oberländer, Johanna Andresen (1), Christin Kaufmann, Teresa von Prittwitz (4), Isa Ternede (3), Lin Lück

Nicolaj Andersson: „Das ist emotional für mich eine schwierige Situation gerade nach dem Spiel. Wir hätten mit der Leistung heute einen Punkt verdient gehabt. Die Mannschaft hat sehr konzentriert und richtig gut gespielt. In einem Spiel mit wenigen technischen Fehlern und viel Kreativität auf beiden Seiten. Es gibt zwei, drei Situationen, in denen wir noch aufmerksamer sein müssten, aber wenn uns das gelingt, dann sprechen wir von einem perfekten Spiel. Wir müssen diese Situation für uns lernen, in so einer engen Phase vor Schluss das Spiel für uns zu entscheiden. Da fehlt uns noch die Abgezocktheit.“

Tessa Pieperjohanns: „Heute ging ein großer Traum für mich in Erfüllung. Das war wunderschön. Trotz der Niederlage bin ich stolz auf den Auftritt von uns heute. Ich hoffe, wir können das einfach mit nach Halle nehmen und uns da die zwei Punkte holen. Für mich persönlich geht es darum, jedes Training mitzunehmen, Erfahrungen zu sammeln und mich weiterzuentwickeln. Ich freue mich auf die Zeit, die jetzt kommt und mal gucken, wo der Weg noch hinführt.“

Annie Linder: „Nach der ersten Halbzeit war ich mit mir selbst nicht zufrieden, das funktionierte dann in der zweiten Hälfte besser, trotzdem war das eine Leistung, die ich noch verbessern kann und muss. Vor diesem Publikum hier zu spielen war ein tolles Erlebnis. Wie die ganze Halle hinter uns stand, das erlebt man nicht oft.“

Aktuelle Beiträge der Bundesliga Frauen

Loading...