Foto: Felix Schlikis
Comeback misslingt: Buxtehuder SV verliert 27:28 gegen Neckarsulm
Nach einer guten ersten Halbzeit verliert der Buxtehuder SV am Samstagnachmittag zum fünften Mal vor heimischem Publikum. Gegen die Sport-Union Neckarsulm arbeiten die Buxtehuderinnen noch am Comeback, verlieren nach 60 Minuten aber mit 27:28 (15:12). Jolina Huhnstock feiert ihre Rückkehr und ist direkt wieder mittendrin.
Schon beim Aufwärmen erblickten die Buxtehuder Fans zwei Veränderungen im Kader: Jolina Huhnstock kehrte nach ihrer Armverletzung bei der vergangenen WM zurück und Carina Senel absolvierte nach ihrem Kreuzbandriss im April 2025 zumindest das Aufwärmprogramm und stand im Kader. Zum Einsatz kam sie noch nicht, aber die Rückkehr macht Hoffnung für die nächsten Wochen.
Nach fünf Minuten stand es 2:3, als Vize-Weltmeisterin Antje Döll die Gäste letztmals für längere Zeit in Führung brachte. Es folgte ein 6:0-Lauf des Buxtehuder SV, der unter anderem das Comeback-Tor von Jolina Huhnstock beinhaltete. Anika Hampel, Isabelle Dölle, Teresa von Prittwitz – die Torschützinnen verteilten sich auf viele Schultern und auf den Rängen sorgte das für großen Jubel unter den 1316 Zuschauern.
Von Prittwitz entnervte den Neckarsulmer Angriff offensiv vorgezogen und störte immer wieder Lauf- und Passwege. Im Tor parierten Annie Linder und Oliwia Kaminska mehrfach, kamen bis zur Pause auf zehn Paraden. Wenn der BSV zu einer Torchance kam, dann war es immer eine klare. Lediglich die Abschlussschwäche zeigte sich wiederholt, denn die sechs Fehlwürfe im ersten Abschnitt waren allesamt komplett freie Würfe, davon drei Tempogegenstöße. Aus diesem Grund waren die Gäste mit dem Abstand bis kurz vor den Halbzeitpfiff noch gut bedient. Lena Ivancok, die bereits im Hinspiel eine Garantin für den Sieg Neckarsulms war, bewahrte ihr Team auch hier.
Die vergebenen Chancen und einige technische Fehler im letzten Drittel der ersten Halbzeit kosteten den BSV beinahe die Führung, da die Sport-Union von 13:8 auf 13:12 verkürzte. Die vorherigen 20 Minuten waren vielleicht mit das Beste, was die Heimmannschaft in dieser Saison bislang zeigte. Entsprechend wurde aus der Begeisterung auf den Rängen Verunsicherung. Zwar ging es mit einem 15:12 dank Johanna Andresen und Anika Hampel in die Pause. Aus dieser kamen die Gastgeberinnen aber miserabel.
Sechs Minuten waren gespielt, da stand es 16:18 und die Gäste präsentierten sich dadurch deutlich selbstbewusster. Es machte den Eindruck, als wäre eine Fortsetzung ohne Halbzeit besser für die Buxtehuderinnen gewesen, jetzt war der Bruch drin. Beim 21:26 durch Munia Smits war die Ernüchterung in der Halle spürbar. Und doch waren noch elf Minuten zu spielen, was die Gastgeberinnen beherzten: Zwei Minuten vor dem Abpfiff verwandelte Isa Ternede zum 26:27. Die
Halle Nord erhob sich und unterstütze lautstark. Aufgrund einer starken Abwehr und der Umsetzung der Chancen war der BSV zurück. In der Zwischenzeit stellte Trainer Nicolaj Andersson den Angriff auf Sieben-gegen-Sechs um.
Isabelle Dölle hatte 40 Sekunden vor dem Abpfiff die Tür auf zum Durchbruch und die Möglichkeit zum Ausgleich, spielte den Ball aber eine Station weiter und die Harzkugel wurde abgefangen. Stattdessen schickte Annefleur Bruggemann das Leder auf die Reise ins verwaiste Buxtehuder Tor. Ein Tor, das jeden, der es mit dem BSV hielt, ins Mark traf. Annika Hampel kam zwar noch zum Abschluss, der Punktgewinn blieb aber aus.
Kommende Woche geht es für die Norddeutschen am Samstag runter in den Süden zu FrischAuf Göppingen. Die Göppingerinnen verloren ebenfalls und mussten sich Halle-Neustadt mit 24:25 geschlagen geben.
Für den BSV spielten: Oliwia Kaminska, Annie Linder – Maj Nielsen (3/1), Aida Mittag, Lilli Frey (2), Anika Hampel (8/3), Isabelle Dölle (4), Johanna Andresen (3), Christin Kaufmann, Teresa von Prittwitz (3), Isa Ternede (2), Carina Senel, Jolina Huhnstock (2), Lin Lück
Lin Lück: „Wir hatten uns als gesetzt, die Schwächephase zu Anfang der zweiten Halbzeit zu vermeiden. Dann geht alles so schnell, du schaust auf die Anzeigetafel und bist plötzlich drei Tore hinten und hat eben noch mit zwei geführt. Das tut schon weh und kostet uns alles viel Investition. Aufzugeben ist aber klar die falsche Einstellung. Wir müssen weitermachen. Nico gibt uns vielen neuen Input und das zeigt auch, dass es Früchte trägt, auch wenn wir heute hier knapp verlieren.“



