
Foto: BVB
Der Buxtehuder SV bleibt auch im dritten Spiel in Folge ungeschlagen und holte sich am Mittwochabend sensationell einen Punkt beim Tabellenführer der ALSCO Handball-Bundesliga, Borussia Dortmund. Mit 33:33 (15:17) bescherten die Buxtehuderinnen Dortmund den ersten Punktverlust überhaupt in der Sporthalle Wellinghofen. Aus einer überragenden Teamleistung stach Jolina Huhnstock mit zehn Treffern aus zehn Versuchen hervor.
90 Sekunden vor dem Schlusspfiff stibitzte Carina Senel der Dortmunder Offensive den Ball, behielt die Übersicht und spielte zur besser positionierten Johanna Andresen. Die 26-Jährige schickte die Harzkugel aus der eigenen Hälfte Richtung leeres Tor der Borussia und erzielte damit das 33:31 für Buxtehude. Es war der Auftakt einer Schlussphase, die sämtliche Nerven strapazierte. Dana Bleckmann verkürzte, da waren nur noch 50 Sekunden auf der Uhr. Nicolaj Andersson nahm seine letzte Auszeit und malte fleißig auf seinem Handballbrett auf, was er von seinem Team sehen wollte.
Zu schnell entschieden sich die Gäste anschließend für einen Abschluss und leisteten sich einen technischen Fehler, was der BVB postwendend bestrafte und zum 33:33 ausglich. Selbst da waren noch immer 18 Sekunden zu spielen. Anika Hampel, die Anfang der Woche ihren Vertrag beim BSV um zwei Jahre bis 2028 verlängerte, fand aber schlichtweg keine Anspielstation und musste den Ballbesitz nochmal hergeben. Den letzten Wurf Alina Grijseels aus 13 Metern entschärfte Annie Linder mit ihrer 13. Parade und sicherte in einer chaotischen Schlussphase den Punkt für Buxtehude. Einen Punkt, den nur die wenigsten im Vorfeld für vorstellbar gehalten hätten.
In den 58 Minuten zuvor hatten sich die Buxtehuderinnen diesen Erfolg mit viel Leidenschaft verdient. Nicolaj Andersson zog früh seine erste Auszeit, da seine Mannschaft mit 2:5 schlecht in die Partie startete. Der Däne appellierte an sein Team, den Kopf hochzunehmen und sich mehr zuzutrauen. Gesagt, getan: Isa Ternede, Isabelle Dölle und Jolina Huhnstock glichen zum 5:5 aus. In einer dann offenen Partie wechselte die Führung hin und her. Ungeachtet der Tabelle ließ sich nicht erkennen, dass das das Duell Tabellenführer gegen Tabellenletzten war.
Zur Pause führten die Gastgeberinnen in der Sporthalle Wellinghofen. Direkt nach Wiederanpfiff zeigte Annie Linder ihre Präzision im Passspiel und schickte Christin Kaufmann in einen Tempogegenstoß. Die junge Außenspielerin schnappte sich den Ball in American Football-Manier gegen zwei Gegenspielerinnen aus der Luft und traf zum 16:17-Anschluss. Kapitänin Teresa von Prittwitz glich eine Minute später das Ergebnis wieder aus.
Nach 40 Minuten sah Lin Lück frühzeitig ihre dritte Zeitstrafe und damit verbunden die Rote Karte. Die Überzahl nutzten die Borussinnen, um den Vorsprung auf drei Treffer zu erhöhen. Es wirkte, als käme nun die Phase, in der die Favoritinnen ihrer Rolle gerecht werden. Doch eingeleitet mit dem ersten Treffer im BSV-Trikot für Carina Senel drehten die Gäste mit vier Treffern in Folge den Spieß eben um und gingen durch Johanna Andresen mit 27:26 in Führung. Die Norddeutschen waren obenauf und ließen sich in ihrem ruhigen Spielaufbau auch nicht aus der Ruhe bringen, in dem sie mal um mal ins passive Spiel gerieten und dennoch ihren Abschluss fanden. Ein einziger erfolgreicher Abschluss sollte am Ende fehlen, um tatsächlich zwei Punkte zu entführen. Aber wie Anika Hampel kurz nach Abpfiff sagte: „Hätte uns das vor dem Spiel jemand gesagt, dann hätten wir den Punkt sofort genommen.“ Bevor sie dann zum Feiern wieder zur Mannschaft stieß.
Die Begeisterung nach drei ungeschlagenen Partien ist groß in Buxtehude, das zeigt der derzeitige Ticketverkauf für das nächste Heimspiel am 21. Februar gegen die TuS Metzingen. Letzte Tickets können jederzeit online erworben werden oder im BSV-Shop.
Für den BSV spielten: Oliwia Kaminska, Annie Linder – Maj Nielsen (1), Aida Mittag, Lilli Frey, Anika Hampel (3/2), Isabelle Dölle (5), Johanna Andresen (3), Christin Kaufmann (2), Teresa von Prittwitz (5), Isa Ternede (3), Carina Senel (1), Jolina Huhnstock (10), Lin Lück
Nicolaj Andersson: „Der Punkt ist sehr verdient für uns. Damit bin ich sehr zufrieden. Auch in der Phase, in der wir in Rückstand geraten, nehmen wir die Situation an und konzentrieren uns nur auf den nächsten Angriff. Das ist definitiv eine Entwicklung aus den letzten Wochen, immer das Folgende im Blick zu haben und sauber die Aktion ausführen zu wollen. Ich habe das Gefühl, die Mannschaft fühlt sich wohl und wir sind unberechenbarer geworden. Wir freuen uns jetzt schon auf das Heimspiel gegen Metzingen, denn für unsere Fans machen wir all das hier.“



