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BSV gewinnt in Göppingen

Foto: Rico Immer

Sechs Jahre musste der Buxtehuder SV auf einen Auswärtssieg in Göppingen warten, am Freitagabend endete diese Wartezeit: Mit 29:25 (15:12) gewann das Team von Trainer Jonas Schlender überzeugend gegen FrischAuf Göppingen und nahm damit zwei immens wichtige Punkte mit in den Norden. In eineinhalb Wochen steht der Pokal-Showdown ums Final4 an.

Die 2205 Zuschauer in der Göppinger EWS-Arena bekamen vom Anpfiff weg Tempohandball geboten, verbunden mit zahlreichen technischen Fehlern. Der 1:2-Rückstand nach fünf Spielminuten sollte für Buxtehude der einzige über das gesamte Spiel sein und bleiben. Drei Treffer durch Lin Lück, Carina Senel und Johanna Andresen drehten das Ergebnis. Der BSV musste auf die Einsätze von Aida Mittag (krank), Enna Oberländer (Zweitspielrecht Luchse), Fleur Schouten und Larissa Kroepel (beide verletzt) in Göppingen verzichten.

Mit der Anreise am Tag vor dem Spiel sollte der Mannschaft eine optimale Vorbereitung ermöglicht werden, die sich auszahlte. Anika Hampel leitete in Ruhe den Angriff, Ruslana Litvinov wirbelte durch die Göppinger Deckung und defensiv agierte die Abwehrreihe der Gäste physisch mit einer starken Nikki van der Vorst dahinter. Dennoch hatten die Gäste einen Bruch im Angriffsspiel ab der 17. Spielminute, als sich die Torhüterinnen auf beiden Seiten duellierten und der BSV des Öfteren an Göppingens Mikaela Sobrinho Possatti scheiterte.

Problematisch für das Ergebnis wurde die Phase vor der Pause für Buxtehude aber nicht, da es den FrischAuf Frauen nicht gelang, daraus in irgendeiner Weise Kapital zu schlagen. Die WG-Buddies Ruslana Litvinov und Anika Hampel übernahmen die fünf BSV-Treffer vor der Halbzeitpause und sorgten damit für die 15:12-Pausenführung.

Auch im zweiten Spielabschnitt bestimmte das Tempo die Partie. Keine der beiden Teams schien gewillt, irgendwie mal vom Gaspedal zu gehen. Gleichzeitig sorgte das auch weiterhin für einige Fehler im Verlauf. Dem BSV gelang es, den Abstand konstant auf drei Toren Vorsprung zu halten und kontrollierte das Spielgeschehen. Wenn die Gastgeberinnen durchkamen, war immer wieder Nikki van der Vorst zur Stelle.

Auch unter passivem Spiel fanden die Gäste Lösungen: Lin Lück ging bei einem Freiwurf mit dem letzten Pass hoch, stand lange in der Luft und sah dann das sich öffnende lange Eck, um zum 17:14 zu treffen. Für ein Highlight sorgten Maj Nielsen und Isa Ternede in Kombination zum Kempa-Tor beim 22:19. (45.) Es ging im gleichbleibenden Rhythmus hin und her. Insbesondere den Göppingerinnen passierten dabei allerdings mehrere Ballverluste im Passspiel, weshalb Ruslana Litvinov es in der 48. Minute gelang, den Vorsprung auch mal auf vier Treffer zu setzen.  Allerdings verpasste es der BSV in einigen Situationen, sich noch weiter abzusetzen und leistete sich gleichermaßen Fehlwurf oder Fehler im Angriff. Das Spiel lebte wirklich vom Tempo und der Ausgeglichenheit – in nahezu allen Belangen.

Torhüterin Oliwia Kaminska muss eine besondere Aura auf die Göppingerinnen gehabt haben, denn drei Siebenmeter vergaben die Gastgeberinnen gegen die Torhüterin, die immer wieder zum Vereiteln der Strafwürfe von Torwarttrainerin Debbie Klijn gebracht wurde. So auch bei Haruno Sasaki, welche acht Minuten vor dem Ende vergab und im nachfolgenden Angriff zeigte Anika Hampel mit ihrem fünften Treffer per Strafwurf wie es funktioniert. Damit stand es 26:21 und der Weg zum Auswärtssieg war endgültig geebnet.

Nach drei freien Tagen geht für den BSV die Vorbereitung auf das DHB-Pokal-Viertelfinale los. Am 18. November (19:30 Uhr) duellieren sich die Buxtehuderinnen dann mit Zweitligist Solingen um den Einzug ins Haushahn Final4 in Stuttgart – und um einen geschichtsträchtigen Moment der langen Vereinsgeschichte. Das letzte Heimspiel vor der EM-Pause findet drei Tage später (21. November) um 16 Uhr in der Halle Nord gegen die TuS Metzingen statt. Tickets dafür gibt es im Onlineshop oder der BSV-Geschäftsstelle.

Es spielten für den BSV: Nikki van der Vorst, Oliwia Kaminska, Sophie Fasold – Maj Nielsen (2), Paula Mews (1), Anika Hampel (5/5), Johanna Andresen (3), Nele Franz (2), Christin Kaufmann, Isa Ternede (4), Carina Senel (4), Lin Lück (2), Lucy Strauchmann, Ruslana Litvinov (6)

Jonas Schlender: „Das Spiel haben wir aus meiner Sicht verdient und überzeugend gewonnen. Wir sind demütig, aber sind auch sehr zufrieden mit der Aussicht, im besten Fall mit zehn Punkten in die EM-Pause gehen zu könnten. Dazu haben wir zwei schwere Auswärtsspiele in Neckarsulm und Göppingen gewonnen. In solche Spiele musst du mit Selbstvertrauen gehen, was wir uns jetzt mittlerweile auch erarbeitet haben.“

Lin Lück: „Den Sieg wollten wir unbedingt und haben das als Team gemeinsam auch das gesamte Spiel über deutlich gemacht. Unsere Mentalität war voll da und wir wollten nach Oldenburg was gutmachen. Ich hoffe, das konnte jede außenstehende Person erkennen. Mit der Leistung können wir zufrieden sein.“

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