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BSV verliert Nordderby

Foto: Felix Weißberg

Die Rahmenbedingungen stimmten: Mit 1.329 Zuschauern endlich wieder eine volle Halle Nord in Buxtehude, viele verkleidete und geschminkte Kinder an Halloween und eine prächtige Stimmung gleich schon zu Beginn. Zumindest kämpferisch hielt das 67. Nord-Derby zwischen dem BSV und dem VfL Oldenburg über 60 Minuten alles, was man sich versprochen hatte. Am Ende setzte sich der VfL erstmals nach vier Jahren wieder in Buxtehude durch, gewann mit 27:24 (13:11) und baute sein Punktekonto auf 11:3 aus. Der BSV bleibt mit 6:8 Punkten auf Platz 7 der Tabelle.

Von Anfang an dominierten auf beiden Seiten die Abwehrreihen. Auffälligste BSV-Spielerin der ersten 10 Minuten war Ruslana Litvinov. Ihr Treffer zum 5:4 war bereits ihr dritter Treffer. Das Team von Trainer Jonas Schlender hätte da schon höher führen können, doch zwei Tore wurden wegen Übertritt nicht anerkannt, ein freier Gegenstoß verworfen.

Nach dem 8:8 durch Johanna Andresen in der 18. Minute blieb der BSV 7 Minuten ohne Tor, der VfL setzte sich erstmals auf 8:11 ab. Bis zur Halbzeit gelang dem Heimteam nur noch ein Feldtor durch Linksaußen Lilli Frey, dank zweier Siebenmeter-Treffer von Maj Nielsen und Annika Hampel stand es zur Pause „nur“ 11:13.

Maj Nielsen erzielte schnell nach Wiederanpfiff das 12:13, die Fans in der Halle hofften jetzt auf die Wende. Doch nur vier Minuten später stand es 12:16, der BSV tat sich schwer im Angriff gegen die Oldenburger Abwehr mit einer gewohnt starken Madita Kohorst zwischen den Pfosten. Der BSV wechselte mehrfach seine Torhüterinnen, die aber alle drei nicht an die starken Leistungen der letzten Spiele anknüpfen konnten.

Das BSV-Team ließ aber kämpferisch in keiner Phase des Spiels nach. Nele Franz verkürzte mit einem Doppelschlag innerhalb von 20 Sekunden auf 14:16. Doch der VfL baute seinen Vorsprung wieder auf zum 14:19 und 17:22 (45. Minute). Und doch sollte es noch einmal spannend werden an Halloween in der Halle Nord: Nach dem 18:23 (48. Minute) erzielte der BSV drei Treffer in Folge durch Anika Hampel, Lilli Frey und Maj Nielsen. Da stand es nur noch 21:23 – fünf Minuten vor Ultimo.

Eine Zeitstrafe gegen Carina Senel zog dann dem BSV den Zahn. Zwar konnte Lilli Frey mit ihrem 5. Tor noch einmal auf 22:24 verkürzen, doch dann nutzte der VfL clever die Überzahl, mit drei Treffern in Folge zum 22:27 war die Partie entschieden. In der Schlussminute konnten Isa Ternede und Anika Hampel das Ergebnis nur noch zum 24:27 verbessern.

Was am Ende über 60 Minuten entscheidend war: Der VfL Oldenburg – meist agierend mit vier Rückraumspielerinnen – fand im Angriff die besseren Lösungen. Der BSV hatte im Spielverlauf mehr und mehr Schwierigkeiten, sich gute Tor-Chancen zu erarbeiten.

Es spielten für den BSV: Nikki van der Vorst, Sophie Fasold, Oliwia Kaminska; Annika Hampel 5/2, Lilli Frey 5, Ruslana Litvinov 3, Maj Nielsen 3/1, Carina Senel 2, Nele Franz 2, Isa Ternede 2, Christin Kaufmann 1, Johanna Andresen 1, Lin Lück, Lucy Strauchmann, Paula Mews, Aida Mittag.

Jonas Schlender: „Am Ende ist das ein verdienter Sieg für Oldenburg. Wir haben heute bis zum Ende gekämpft, aber uns auch häufig vorne festgerannt. Das können wir deutlich besser.  Hinten haben wir versucht, gegen die vier Rückraumspielerinnen gut zu verteidigen, größtenteils hat das auch ganz gut funktioniert.  Uns hat gefehlt, in entscheidenden Situationen eins, zwei Tore mehr zu werfen, um dann auch eine Top-Mannschaft zu schlagen. Das müssen wir jetzt aufarbeiten.“

Anika Hampel: „Wir haben heute nicht das geschafft, was wir uns vorgenommen haben. So ist es natürlich ärgerlich. Uns ist es nicht gelungen, den Ball im Angriff ausreichend laufen zu lassen und sind immer wieder in Stopp-Fouls gelaufen. Oldenburg hat uns oft ins Zeitspiel gebracht, weshalb wir oftmals in ungünstige Wurfsituationen kamen. Und dazu haben wir viele technische Fehler verursacht, woran wir echt arbeiten müssen. “

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