Foto: Felix Weißberg
Die Auswärtsfahrt in den Ruhrpott war für den Buxtehuder SV am Mittwoch eine lehrreiche: Gegen Borussia Dortmund verlor das junge BSV-Team mit 23:33 (10:18) und machte dabei die Erfahrung, dass es im Verbund wichtig wird, sich an die eigenen Vorgaben zu halten, um gegen ein Top-Team zu bestehen. In der Halbzeit loste Alexandra Popp das Viertelfinal-Duell im DHB-Pokal: Buxtehude muss beim Zweitligisten HSV Solingen-Gräfrath 76 ran.
Dabei erwischten die Gäste einen sehr guten Start gegen den Champions League-Teilnehmer. Anika Hampel, Nele Franz, Isa Ternede und Carina Senel verteilten vier Treffer auf sich und nach sechs Minuten führe Buxtehude mit 4:2. Was gut begann, wurde in der Folge schnell umgedreht, denn die Borussinnen brauchten nach ihrem Erfolg auf europäischer Ebene am Sonntag in Sola einen kleinen Moment, waren aber kurze Zeit später voll da.
Die Gäste hatten zunehmend Schwierigkeiten im Abschluss, agierten in manchen Situationen zu hektisch und waren nicht effizient und klar genug, um gegen ein Top-Team wie Dortmund bestehen zu können. Erst wurde aus dem 4:2 ein 4:6 und anschließend enteilte der BVB auf 6:14. BSV-Trainer Jonas Schlender zog bereits im ersten Spielabschnitt zwei Auszeiten und monierte die fehlende Tiefe im Spiel seines Teams. Denn wenn seine Mannschaft mit Überzeugung in die Aktionen ging, dann gab es zumeist auch einen Abschluss. Nur dann stand dann auch mal Nationaltorhüterin Sarah Wachter einem Torerfolg noch im Weg.
Sekunden vor der Pause verkürzte Nikki van der Vorst mit einem langen Wurf ins leere Dortmunder Tor zum Halbzeitstand von 10:18 aus Sicht des BSV. Die Statistiken sprachen zur Halbzeit eine deutliche Sprache: Die Buxtehuderinnen bekamen im Defensivverbund wenig bis keinen Zugriff und die Borussia verwandelte 18 ihrer 23 Angriffe.
In der zweiten Hälfte probierte Trainer Jonas Schlender an verschiedenen Stellen etwas aus und trotz des hohen Rückstandes gab sich seine Mannschaft zu keinem Zeitpunkt auf. Nach wochenlanger Verletzung kam auch Neuzugang Fleur Schouten zu einigen Einsatzminuten und erzielte in der 36. Minute ihren ersten Bundesligatreffer. Die 19-Jährige fiel nach dem Saisonauftakt gegen den THC mehrere Wochen aus und erwischte in Dortmund einen richtig guten Tag: mit fünf Treffern wurde sie beste Torschützin des BSV.
Zwar empfand Schlender weiterhin, dass seine Mannschaft nicht komplett die vorgenommenen Inhalte umsetzte, aber die Buxtehuderinnen hielten im zweiten Abschnitt zumindest Schritt mit der Borussia, die aufgrund der Verletztenmisere und hohen Spieldichte gleichzeitig durchwechselten. Beide Teams legten ein hohes Tempo auf die Platte in der Halle Wellinghofen und der Ball wanderte sehr schnell über das Feld. Der Abstand blieb immer im Bereich der zehn Tore und trotzdem kämpften die Gäste in jeder Aktion und nahmen sich zu Herzen, als Jonas Schlender in seiner letzten Auszeit sagte: „Ich möchte, dass wir das hier sauber zu Ende spielen.“ Nach nur einer Parade zur Halbzeit steigerten auch die Buxtehuder Torhüterinnen sich und zeigten elf Paraden.
Nach der Niederlage gegen den neuen Spitzenreiter der Alsco HBF geht es für den Buxtehuder SV in eineinhalb Wochen mit dem Spielbetrieb weiter. Dann ist die SV Union Halle-Neustadt in der Halle Nord zu Gast. Am Samstag, dem 17. Oktober 2026 um 16 Uhr. Tickets für die Partie gibt es hier.
Es spielten für den BSV: Nikki van der Vorst (1), Oliwia Kaminska, Sophie Fasold – Maj Nielsen (3/3), Aida Mittag, Lilli Frey (1), Anika Hampel (3), Johanna Andresen (1), Nele Franz (4), Christin Kaufmann, Fleur Schouten (5), Isa Ternede (3), Carina Senel (2), Lin Lück, Lucy Strauchmann, Ruslana Litvinov
Jonas Schlender: „Kämpferisch war das ein guter Auftritt. Aber taktisch und individuell haben wir nicht unser mögliches Niveau erreicht. Das reicht am Ende dann nicht gegen Dortmund. Wir wissen, dass wir das besser können. Dortmund hatte phasenweise leichte Tore, weil wir unsere Absprachen nicht konsequent eingehalten haben. Fleur hat heute ein sehr gutes Spiel gemacht, auch wenn man natürlich gesehen hat, dass sie noch Trainingszeit mit der Mannschaft braucht.“
Nele Franz: „Wir haben versucht, die Euphorie vom Samstag mitzunehmen. Dabei wollten wir auf uns gucken. Nach einer Viertelstunde setzt Dortmund seine hohe Qualität durch und wir agieren dann in Situationen auch nicht clever genug, nehmen unnötige Würfe. Aber wir haben viel durchgewechselt und neue Konstellationen ausprobiert. Da haben auch Spielerinnen, die bisher nicht so viel spielten, Selbstvertrauen sammeln können und das wollen wir mitnehmen in den weiteren Verlauf.“



