
Foto: Felix Schlikis
BSV krönt einen emotionalen Heimabschluss mit einem Sieg
Tränen, lachende Gesichter und ein Heimsieg: Der Buxtehuder SV hat im letzten Heimspiel der Saison 2025/26 in der ALSCO Handball-Bundesliga zwei Punkte geholt. Gegen FrischAuf Göppingen siegten die Buxtehuderinnen mit 32:30 (17:15) und schielen in der Abschlusstabelle jetzt auf den siebten Tabellenplatz. Nach dem Spiel brachen die Emotionen aus den Spielerinnen heraus.
Es war schon vorher klar, dass der Samstagnachmittag ein besonderer und emotionaler werden würde. Die Verabschiedungen von Marie Andresen, Annie Linder, Jolina Huhnstock, Levke Kretschmann, Teresa von Prittwitz, Isabelle Dölle und Trainer Nicolaj Andersson ließen bei Mannschaft und Fans die Tränen laufen. Einen Sonderapplaus holte sich Andersson ab, der dem Team nach seiner Verpflichtung im Dezember neues Leben eingehaucht hat: „Mit dir haben wir den Spaß am Handball wiedergefunden“, lobte Kapitänin Teresa von Prittwitz ihren Trainer. Sie selbst konnte nach ihrer Gehirnerschütterung selbst nicht mitwirken und musste ihr letztes Heimspiel von der Bank aus verfolgen.
Trotz der Tränen war die Stimmung zugleich ausgelassen. Denn der erhoffte Heimsieg gelang zuvor den Buxtehuderinnen vor 1265 Zuschauern in der Halle Nord. Geduld und Abwarten gab es nicht zwischen den beiden Mannschaften. Bereits nach fünf Spielminuten führte der BSV mit 5:2. Dabei profitierten die Gastgeberinnen von besseren Abschlüssen im Spiel über die zweite Welle. Verschnaufpausen gab es in diesen ersten Minuten überhaupt nicht. In vollem Tempo vom Anwurf an boten die Teams Hochgeschwindigkeitshandball und vermieden nahezu das Positionsspiel.
Als sich das mit zunehmender Spielzeit etwas änderte, ließen die Gastgeberinnen zu viele Chancen liegen. Entweder erkämpfte die Abwehr sich den Ball oder Annie Linder parierte, doch vorne fehlte im Abschluss die letzte Zielstrebigkeit. Deshalb bewegten sich die Teams im Gleichschritt bis zum 10:10 (17.). Sechs Minuten ohne Treffer der Gäste ließ den Vorsprung für Buxtehude auf 13:10 anwachsen. Eigentlich hatten die Göppingerinnen vor, BSV-Spielerin der Saison Anika Hampel offensiv in Manndeckung zu nehmen. Doch Andersson reagierte darauf sofort und brachte die siebte Feldspielerin und zwang Göppingen zur defensiveren Variante. Bis zur Pause verkürzte sich der Abstand noch auf 17:15.
Die Juniorennationalspielerinnen Lara Däuble und Aylin Bornhardt sorgten nur kurz nach Wiederanpfiff für die kalte Dusche Buxtehudes und glichen zum 18:18 aus. Aber die Partie hatte ihr Muster, das sich durch das Spiel durchzog: Der BSV ging wieder drei Tore weg und führte durch Maj Nielsen mit 22:19. Nur wenige Minuten später hatten die Zuschauer den Jubelschrei schon im Ansatz und wurden durch eine sensationelle Parade Petra Hlogyiks im Tor der Göppingerinnen unterbrochen.
Abgesehen vom 7:8 gerieten die Buxtehuderinnen nie in einen Rückstand und fanden immer wieder die passende Antwort. Dass es in der Partie auch sportlich noch ordentlich um was ging, zeigte die Physis im zweiten Spielabschnitt, die beide Teams an den Tag legten. Ob mit oder ohne Ball – zahlreiche intensive Zweikämpfe verlangen den Mannschaften viel Energie ab. Beim 29:26 vier Minuten vor dem Ende durch die stark aufspielende Maj Nielsen war die Hoffnung auf den Heimsieg greifbar in der Halle Nord. Letzte Zweifel nach einem Doppelschlag Göppingens beseitigte Isa Ternede mit ihrem Durchbruch zum 32:29. Anschließend ging es in den emotionalen Teil und das Team verbrachte den Abend mit Familie und Freunden.
Am kommenden Sonntag findet um 15 Uhr das letzte Saisonspiel beim BSV Sachsen Zwickau statt. Mit einem Sieg würde Buxtehude die Saison auf dem siebten Tabellenplatz abschließen.
Für den BSV spielten: Oliwia Kaminska, Annie Linder – Maj Nielsen (8), Aida Mittag, Lilli Frey (1), Paula Mews, Anika Hampel (9/4), Isabelle Dölle (4), Enna Oberländer, Johanna Andresen (1), Teresa von Prittwitz, Isa Ternede (2), Carina Senel (5), Jolina Huhnstock (2), Lin Lück
Nicolaj Andersson: „Ich bin unglaublich stolz auf die Mannschaft und dankbar für die Zeit hier. Für uns bedeutete die Situation viel Arbeit und was die Mannschaft Woche für Woche investiert hat, dafür hat sie sich auch heute wieder belohnt. Sie gehen mittlerweile besser mit Rückschlägen im Spiel um und denken von Angriff zu Angriff. Es war eine kurze, aber sehr intensive Zeit und ich möchte mich bei allen bedanken, die mir die Arbeit mit diesem Team ermöglicht haben. Vor diesem Publikum spielen zu dürfen ist etwas Besonderes.“
Carina Senel: „Heute ging es um viel mehr, als nur das Spiel zu gewinnen. Die Stimmung war total gut und wir wollten als Mannschaft einfach nochmal Spaß zusammen haben. Insbesondere um den Spielerinnen die gehen auch einen entsprechenden Abschied zu geben. Das war auch einfach ein geiles Spiel heute. Die Physis in der zweiten Halbzeit liebst du als Kreisläuferin. Auf Zwickau freuen wir uns einfach nochmal auf eine gemeinsame Auswärtsfahrt und die Saison mit einem guten Tabellenplatz zu Ende bringen zu können.“



