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BSV gibt in den Schlusssekunden den Derby-Sieg aus der Hand

Foto: Felix Schlikis

BSV gibt in den Schlusssekunden den Derby-Sieg aus der Hand

Drei Minuten vor dem Ende führte der Buxtehuder SV mit 28:25 und musste sich letztlich im Derby gegen den VfL Oldenburg am Samstagnachmittag mit einem 28:28 (14:12) und einem Punkt begnügen. Trainer Nicolaj Andersson hob direkt nach dem Spiel das Positive hervor, denn sein Team war bis in die Schlussphase die führende Mannschaft.

Das war wieder nichts für schwache Nerven in der Halle Nord: 1.319 Zuschauer erlebten ein Nord-Derby, was vieles von dem mitbrachte, was man sich im Vorfeld erhoffte. Wie fast schon üblich bei Heimspielen des Buxtehuder SV ging das Zittern bis in die Schlusssekunden.

Den besseren Start erwischten die Gastgeberinnen mit einem Doppelschlag von Teresa von Prittwitz und einem Treffer von Maj Nielsen, womit ein 3:1 auf der Anzeigetafel stand. Durch eine Zeitstrafe gegen Buxtehude kam dann auch der VfL besser in seinen offensiven Spielfluss. Joanna Granicka drehte per Siebenmeter den Spielstand auf 4:5. Wieder einmal zeigte sich die Abwehr als Prunkstück des BSV, die in den letzten Wochen immer gefestigter wirkte und auch im Derby funktionierte.

Offensiv fehlte aber die entscheidende Durchschlagskraft, weshalb in einer zähen Phase der Partie sieben Minuten kein Treffer für die Heimmannschaft gelang, Oldenburg aber auch nur eines erzielte und es nach 22 Minuten 8:7 durch Maja Schönefeld stand. Es war beiden Teams anzumerken, dass es um vieles ging. Oldenburg führt die Play-off-Runde an, hofft auf die Teilnahme in der European League und dem direkten Sprung ins Viertelfinale des DHB-Pokals. Buxtehude hingegen will sich so schnell wie möglich aus dem Kampf gegen die Abstiegsrelegation verabschieden.

Ein 3:0-Lauf kurz vor der Pause brachte einen 14:11-Vorsprung für den BSV, den Jenny Behrend zum Pausenpfiff noch auf zwei Treffer verkürzte. Die Nationalspielerin sollte auch die entscheidende Spielerin in den Schlusssekunden der Partie werden. BSV-Trainer Nicolaj Andersson beschrieb vor dem Spiel sein Team als „Außenseiter“. Doch der Außenseiter funktionierte richtig gut mit dem Wiederanpfiff und bestrafte die fehlende Zielstrebigkeit der Oldenburgerinnen: Teresa von Prittwitz stellte das Ergebnis im Vollsprint durch einen Tempogegenstoß nach 42 Minuten auf 20:15 und vergrößerte damit den Glauben an einen Heimsieg in der Halle Nord.

Elf Minuten vor dem Ende verkürzten die Gäste auf zwei Treffer, doch auch davon ließen sich die Gastgeberinnen nicht aus der Ruhe bringen, legten mit Johanna Andresen und erneut Teresa von Prittwitz gleich nach. Im Februar gewann der BSV bereits vor heimischem Publikum gegen den VfL und präsentierte sich an diesem Nachmittag in vielen Phasen nochmal überzeugender. Fünf Minuten vor Abpfiff reagierte Niels Bötel und stellte die Gäste um. Im Angriff agierten die Oldenburgerinnen im

Sieben-gegen-Sechs und defensiv in der 5:1-Deckung, was sich als entscheidende Maßnahme erweisen sollte.

Buxtehude gelang es nicht mehr, klare Offensivaktionen und Torchancen herauszuspielen und hinten fehlte der Zugriff, da der VfL den Ball gut durch die Angriffsreihen laufen ließ, bis in Überzahl die freie Spielerin zum Wurf kam. 49 Sekunden waren zu spielen, da nahm Andersson die Auszeit beim 28:27. In die geplante Situation kam sein Team allerdings nicht. Oldenburgs Ariane Pfundstein knickte in einer Abwehraktion um und musste länger behandelt werden und unter passivem Spiel verfehlte der BSV einen erfolgreichen Abschluss. Stattdessen war es die angesprochene Jenny Behrend, die wenige Sekunden vor der Schlusssirene von Rechtsaußen zum 28:28-Endstand traf und für die Punkteteilung sorgte.

In der kommenden Woche geht es für Buxtehude zum vielleicht vorentscheidenden Duell nach Halle-Neustadt.

Für den BSV spielten: Oliwia Kaminska, Annie Linder – Maj Nielsen (4), Aida Mittag, Lilli Frey, Leni Stolle, Anika Hampel (6/6), Isabelle Dölle (3), Maja Schönefeld (3), Johanna Andresen (5), Teresa von Prittwitz (4), Carina Senel, Jolina Huhnstock (3), Lin Lück

Nicolaj Andersson: „Uns ist es nicht gelungen, Oldenburg an den Würfen im Sieben-gegen-Sechs zu hindern, weshalb es ihnen dann gelingt, ihre Qualitäten auszuspielen. Über lange Zeit machen wir ein richtig gutes Spiel. Hätte uns davor jemand einen Punkt zugesprochen, hätten wir den genommen. Wir haben viele Dinge richtig gut gemacht und gezeigt, dass unser Sieg aus der Rückrunde kein Zufall war. Deshalb herrschte erstmal Enttäuschung wegen des Verlaufs, trotzdem haben wir einen Punkt gewonnen und uns wieder bewiesen, dass wir voll mithalten können. Das gilt es, mit in die nächsten Spiele zu nehmen.“

 

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