Ziel ist die Hauptrunde: DHB-Team will gegen Rumänien vorzeitig das Ticket buchen

Mit dem Auftaktsieg gegen Norwegen machte die deutsche Frauen-Nationalmannschaft am Samstag einen ersten Schritt in Richtung Hauptrunde – heute soll der zweite folgen: Mit einem Erfolg gegen den EM-Fünften Rumänien am Montag (18.00 Uhr/Eurosport und Sportdeutschland.tv im Livestream) kann das neu formierte Team von Bundestrainer Henk Groener vorzeitig das Ticket nach Nancy buchen.

 

Es wäre ein erster Meilenstein auf dem angestrebten Weg zurück in die Weltspitze. “Es wird ein hartes Spiel, aber wir haben gezeigt, dass wir auf diesem Niveau spielen können”, sagte Bundestrainer Groener am Sonntag. “Die Aufgabe wird sein, dies zu wiederholen.”

Die erste Bewährungsprobe nach der verpatzten Heim-WM 2017 und dem darauf folgenden Umbruch bestanden die DHB-Frauen in Brest mit Bravour. “Die Mannschaft hat unglaublich gekämpft und super gespielt”, lobte Groener.

 

Der 58 Jahre alte Niederländer verordnete seinem Team einen gnadenlosen Tempo-Handball, der die klar favorisierten Norwegerinnen von Beginn an vor Probleme stellte. “Es hat Mega-Spaß gemacht”, befand Rückraumspielerin Emily Bölk anschließend. “Jetzt können wir mit großem Selbstvertrauen in das Rumänien-Spiel gehen.”

 

Rumänien will jedoch ebenso wie die deutsche Auswahl die vorzeitige Qualifikation für die Hauptrunde perfekt machen. Am Samstag siegte das Team von Ambros Martin mit 31:28 (17:11) gegen Tschechien. Angeführt von der starken Eliza Buceschi sowie der dreimaligen Welthandballerin Cristina Neagu hatte der EM-Fünfte das Spiel lange unter Kontrolle und gab den deutlichen Sieg erst in der Schlussphase aus der Hand. Vor der heutigen Partie nahm Martin einen Personalwechsel vor, Rückraumspielerin Anca-Georgiana Polocoser ersetzt Maria-Madalina Zamfiresun.

 

“Es wird ähnlich wie gegen Norwegen auf die Geschlossenheit als Mannschaft sowohl in der Abwehr wie auch im Tempospiel nach vorne ankommen”, blickte Groener im Interview mit handball-world auf den Gegner. “Ich denke, dass wir gerade das Tempospiel gegen Rumänien brauchen.”

 

Im aufgebauten Angriff, so Groener weiter, “müssen wir geduldig spielen. Rumänien spielt eine andere 6:0-Abwehr als Norwegen das macht.” Der Niederländer betont jedoch ebenfalls die Bedeutung einer stabilen Deckung. Die Tschechinnen bekamen die robuste Kreisläuferin Crina-Elena Pintea nicht in den Griff, Groener warnt explizit vor der Achse aus Neagu und Pintea.

 

Die deutsche Pflichtspielbilanz gegen Rumänien: Acht Siege und fünf Niederlagen

 

Nimmt man nur die Pflichtspiele, ist die deutsche Bilanz gegen den kommenden Gegner positiv: Acht deutschen Siegen stehen nur fünf Niederlagen gegenüber. Nimmt man nur die EM-Spiele, gab es bei sechs Duellen sogar nur eine Niederlage, jene im letzten Vergleich, dem Spiel um Platz fünf bei der EM 2016 in Göteborg (22:23).

 

Und das einzige Duell auf französischem Boden ist sogar ein historisches für die DHB-Auswahl: Das 36:35 nach Verlängerung am 16.12. 2007 in der Arena Paris-Bercy im Spiel um Platz drei bedeutete die letzte Medaille einer deutschen Frauen-Mannschaft bei Welt- und Europameisterschaften.

 

Für Rumänien gab es danach noch zweimal Edelmetall, jeweils Bronze auf dänischem Boden: bei der EM 2010 – der einzigen rumänischen Medaille bei einer EURO überhaupt – und der WM 2015. Bei beiden Turnieren war Neagu Torschützenkönigin. Der aktuelle Trainer des zweiten deutschen EM-Gegners ist im Übrigen kein Unbekannter: Der Spanier Ambros Martin führte Audi ETO Györ zu vier Champions-League-Titeln, bevor er vor dieser Saison zum russischen Spitzenklub Rostow am Don wechselte.

 

Ob er auch die rumänische Bilanz gegen Deutschland aufbessern kann, wird der heutige Abend zeigen. Beim DHB-Team nimmt man den Gegner ernst und will den Auftaktsieg gegen den Titelverteidiger nicht überbewerten. “Wenn man den amtierenden Europameister besiegt, ist das schon ein sehr, sehr schönes Gefühl, aber es war erst das erste Spiel bei dieser EM”, warnte Kreisläuferin Meike Schmelzer bereits direkt nach dem Abpfiff. “Wir können auf die Leistung sicherlich aufbauen, aber wir können uns davon noch nichts kaufen. Daher müssen wir gucken, dass wir alle auf dem Boden bleiben.”

 

Quelle: www.handball-world.com

 

Foto: Marco Wolf / DHB