Vor 25 Jahren gewinnt der BSV den Europapokal

Nach dem Bundesliga-Aufstieg 1989 hat es fünf Jahre gedauert, bis der Buxtehuder SV den ersten großen Titel gewann. Heute vor 25 Jahren triumphierte die Mannschaft beim Favoriten Baekkelagets Oslo und sicherte sich den ersten von bis heute zwei Europapokal-Siegen.

 

Die Ausgangslage vor dem Final-Rückspiel am Sonntag, 15. Mai 1994, war nicht besonders gut: Das Hinspiel vor 8 Tagen in Buxtehude hatte der BSV „nur“ 22:21 gewonnen. Das feierten die rund 200 mitgereisten Oslo-Fans in der Halle Nord nach Schlußpfiff schon wie einen Sieg.

 

BSV-Trainer Ludolf bereitete sein Team vor allem psychologisch vor, er wusste: Für den Gegner wird der Druck – vor 5.000 erwartungsfrohen Fans – verdammt groß sein…

 

Ludolf ließ sich zwei kluge Schachzüge einfallen: Für die im Hinspiel schwer verletzte Weltklasse-Kreisläuferin Hei­ke Axmann sollte jetzt plötzlich Rück­raumspielerin Nicole Bachmann am Kreis auftauchen. Und auf Linksaußen machte Anja Ivers aus der zweiten BSV-Mannschaft drei Tore!

 

Beim Abendessen 20 Stunden vorm Spiel ließen die BSV-Spielerinnen einen Weinpokal kreisen, jede Spielerin stellte sich in Siegerpose auf. Andrea Bölk: „So machen wir das morgen mit dem großen Pott.“

 

50 BSV-Fans hatten einen Flieger ge­chartert und flogen am Spieltag nach Oslo. In der Halle war man eine Min­derheit – 50 Mann gegen 5.000 Norweger. Was positiv wirkte: Auch Baekkelagets Oslo hat die Vereinsfarben blau-gelb.

 

Das Spiel lief bald schon für Buxtehude. Bezeichnend: Kurz vor der Halbzeit spielte Bölk von der Mittellinie auf Dürkop, die vollendete – per Kempa. Auf der anderen Seite vergab Oslo-Super-Star Kjersti Grini schon vor der Halbzeit zwei Siebenmeter. Zur Pause führte der BSV mit 10:8. Die Fans begannen zu träumen…

 

Auch in der 2. Halbzeit kam Baekkelagets mit dem Druck nicht klar, wurde Opfer der eigenen Nerven.

 

Dramatisch die Schlussphase: Nach 17:21 Rück­stand schafften die Norweger eine Mi­nute vor dem Ende den Ausgleich (22:22). Camilla Andersen erlöste Trainer, Mannschaft und Fans mit dem Siegtor zum 23:22!

 

Nach dem Abpfiff startete die große Sause. Erst in der Halle, dann beim Fest-Bankett im Rathaus. Die Norweger erwiesen sich als faire Verlierer. Und die Buxtehuder Europa-Cup-Sieger als Weltmeister im Feiern!

 

Großer Bahnhof in Buxtehude: Am Tag nach dem Triumph fuhr die Mannschaft vom Hamburger Flughafen direkt zum Gildehaus, bestieg einen offenen Bus, der sie zum Rathaus kutschierte. Dort staunten die Spielerinnen nicht schlecht: Über 1.000 Fans und der Bürgermeister warteten dort mit Sekt und Blumen…

 

Die Liste der Heldinnen von 1994:

 

Renate Zschau, Yvonne Marx, Camilla Andersen (6/1), Andrea Bölk (6/2), Anja Ivers (3), Katja Dürkop (3), Tatiana Gorb (2), Nicole Bachmann (2), Kathrin Kohlhagen (1), Susanne Wöltjen, Melanie Schliecker (n.e.), Kathrin Müller (n.e.)

 

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