Unglückliches Aus im DHB-Pokal: BSV unterliegt Metzingen mit 25:26

Der Buxtehuder SV hat die Neuauflage des Endspiels von Final4 gegen die TuS Metzingen verloren und ist im Achtelfinale aus dem DHB-Pokal ausgeschieden. In einem temporeichen und über weite Strecken hochklassigen Pokalspiel unterlagen die Gastgeberinnen den TusSies am Ende denkbar knapp mit 25:26 (15:11). Sechzig Sekunden vor Schluss vergab Lone Fischer mit einem verworfenen Siebenmeter die Chance auf den Ausgleich, die verbleibende Zeit spielte Metzingen clever runter. „Heute haben wir die umgekehrte Parallele zum Endspiel beim Final4 erlebt“, resumierte ein sichtlich enttäuschter BSV-Trainer Dirk Leun. Erfolgreichste Werferinnen vor 860 Zuschauern in der Halle Nord waren Emily Bölk (7) für den BSV sowie Marlene Zapf (6) für die TuS.

 

Beide Mannschaften mussten auf wichtige Leistungsträgerinnen verzichten: Buxtehude weiterhin auf Jessica Oldenburg (Innenbandriss) und Yara Nijboer (Kreuzband), Metzingen kurzfristig auf Spielmacherin Anna Loerper (Muskelfaserriss). Dennoch legten sie von Beginn an ein hohes Tempo vor. Den ersten Treffer des Spiels markierte Marlene Zapf für die Gäste, Friederike Gubernatis holte die Führung für ihren BSV mit einem Doppelschlag zurück (2:1, 5.). Lisa Prior hatte zweimal die Chance, die Buxtehuder Führung auszubauen, im dritten Versuch gelang es ihr schließlich (3:1, 6.).

 

Die Gastgeberinnen waren schneller drin in dieser Partie, verteidigten gegen den torgefährlichen Rückraum der TusSies bissig und aggressiv und hatten in Antje Peveling einen starken Rückhalt (7 Paraden in der 1. Halbzeit). Auch in der Offensive zeigte sich der Pokalsieger spielfreudig und erarbeitete sich zahlreiche Torchancen, ging mit diesen zuweilen aber zu fahrlässig um oder scheiterte an der ebenfalls gut aufgelegten Metzinger Torfrau Jasmina Jankovic. Anstatt dass der Buxtehuder SV seine Führung weiter ausbaute blieben die TusSies am BSV dran (6:6, 16.).

 

Als Buxtehude nach einer Zeitstrafe gegen Emily Bölk die Torhüterin rausnahm und die siebte Feldspielerin brachte, erzielte TuS-Torhüterin Jasmina Jankovic mit einem direkten Treffer das 8:7 (17.) für Metzingen. Bis zum 10:10 (25.) verlieft das Spiel absolut ausgeglichen, dann aber zündete der BSV den Turbo und Emily Bölk mit drei Treffern und Michelle Goos mit zwei Treffern sorgten zur Begeisterung der Fans in der Halle Nord für eine 15:11-Halbzeitführung ihrer Mannschaft.

 

Nach Wiederanpfiff war es erneut Emily Bölk, die den ersten Treffer erzielte und den Vorsprung sogar auf fünf Tore (16:11) erhöhte. Nach einem Doppelschlag der holländischen Nationalspielerin Kelly Vollebregt gelang es Isabell Kaiser mit ihrem Treffer zumindest die Vier-Tore-Führung für den BSV wiederherzustellen (17:13, 36.). Danach riss bei den Gastgeberinnen jedoch der Faden, fünf torlose Minuten nutzte Metzingen, um mit einem 4:0-Lauf den 17:17-Ausgleich herzustellen (40.) BSV-Trainer Dirk Leun sah sich zu einer Auszeit gezwungen.

 

Diese zeigte zunächst Wirkung, Buxtehudes Nationalspielerinnen Emily Bölk und Friederike Gubernatis erhöhten auf 19:17, Lisa Prior kurze Zeit später per Siebenmeter auf 20:18 (45.). Es folgte die vielleicht vorentscheidende Phase des Spiels: dem BSV gelang erneut fünf Minuten lang kein Tor, die TusSies brachte den Ball hingegen viermal im BSV-Tor unter und gingen mit 22:20 in Führung. Erst in der 51. Minute beendete Lisa Prior mit ihrem Anschlusstreffer zum 21:22 die Torflaute der Gastgeberinnen.

 

Jetzt aber waren die Schwäbinnen oben auf, bauten die Führung sogar auf drei Tore aus: 22:25 (55.) und 23:26 (57.). Wie so oft schon in der Vergangenheit zeigten die Buxtehuderinnen Moral und setzten alles daran, das Spiel doch noch zu drehen. Und fast hätte es zur Verlängerung gereicht: Metzingen gelang in den letzten dreieinhalb Minuten kein Treffer mehr, Emily Bölk und Lone Fischer hingegen trafen zum 24:26 (57.) bzw. 25:26 (58.).

 

Von da an hielt es keinen Zuschauer mehr auf dem Platz, die berühmt-berüchtigte „Hölle Nord“ war wieder da. Als der BSV 46 Sekunden vor Abpfiff einen Strafwurf zugesprochen bekam, trat Lone Fischer an die Linie und hatte den Ausgleich auf der Hand. Die sonst so sichere Siebenmeter-Schützin verfehlte allerdings das Tor, Metzingen spielte die verbleibenden Sekunden runter, gewann mit 26:25 und bejubelte gemeinsam mit den mitgereisten Fans die geglückte Pokal-Revanche.

 

Trainer Dirk Leun: “Ich bin zutiefst enttäuscht über die Niederlage und das Ausscheiden. Es ist vielleicht die umgekehrte Parallele zum Pokalfinale im Mai, als Metzingen in der Schlussphase einen Siebenmeter und einen freien Wurf vergibt und wir am Ende mit einem Tor gewinnen. Aber das tröstet nicht wirklich. Wir haben heute oftmals Spitzenhandball gezeigt, in den entscheidenden Phasen aber die Big Points nicht gemacht. Ich kann meiner Mannschaft aber keinen Vorwurf machen, sie hat kämpferisch wieder alles gegeben und in solchen Spielen fehlt eben auch eine Jessica Oldenburg für die einfachen Tore aus dem Rückraum. Was mich außerdem positiv stimmt ist die Tatsache, dass wir an die Spitzenteams wie Metzingen näher herangerückt sind, das hat das heutige Spiel gezeigt. Wir werden jetzt den Kopf schnell wieder hochnehmen müssen, um nächstes Wochenende in Oldenburg die erste Saisonphase erfolgreich zum Abschluss zu bringen.”

 

Ein Video zum Spiel mit Stimmen der Beteiligten gibt es im TAGEBLATT-TV (HIER klicken) zu sehen.