Männer-WM startet Mittwoch: DHB will drei Siege in der Vorrunde

Tobias Reichmann im Training in Düsseldorf. – Foto: Sascha Klahn

 

Nach zwei Siegen gegen Österreich reist die deutsche Mannschaft am Dienstag mit großen Optimismus zur WM nach Ägypten.

 

Nach der frühzeitigen erfolgreichen EM-Qualifikation durch zwei Siege über Österreich ist vor dem Abflug zur Weltmeisterschaft nach Ägypten: Am Dienstag reist die deutsche Männernationalmannschaft mit dem Charterflug gemeinsam mit den Österreichern nach Kairo, um dann ab Freitag in unterschiedlichen Gruppen in Gizeh die Vorrunde der Weltmeisterschaft zu bestreiten. Deutschland trifft zunächst auf Uruguay, es folgen die Partien gegen Kap Verde am Montag (beide jeweils um 18 Uhr live in der ARD) und zum Abschluss gegen Ungarn (Dienstag, 19. Januar, 20.30 Uhr im ZDF).

 

„Alle Spieler können die Reise nach Ägypten antreten, gesundheitlich sind alle auf der Höhe“, berichtete DHB-Sportvorstand Axel Kromer am Montag im letzten Medientermin vor der Abreise. Laut Co-Trainer Erik Wudtke wurde Torwart Andreas Wolff nach seiner Handverletzung nochmals untersucht, konnte am Montag aber schon wieder sein normales Krafttraining absolvieren. „Bei Andy ist nichts Schlimmeres passiert“, sagte Wudtke.

 

Nach der Landung wird am Dienstag och auf dem Rollfeld des Flughafens Kairo der erste PCR-Coronatest stattfinden, dann geht es im Bus nach Gizeh, wo sich die Mannschaften in der so genannten Bubble befinden werden. Geplant sind Tests im Zwei-Tages-Turnus, anfangs möglicherweise sogar täglich. Für Kromer ist am Wichtigsten, dass nach allen außersportlichen Aspekten, die nun geklärt sind, der Sport im Fokus steht: „Wir haben ein Riesenereignis vor uns. Für viele im Kader ist es die Premiere für ein solches Turnier, andere werden zum ersten Mal große Verantwortung übernehmen. Wir wollen möglichst viele Spiele absolvieren, und uns optimal vorbereiten.“

 

Der DHB-Sportvorstand hofft, dass „wir Uruguay ähnlich bestimmen können wie die Österreicher. Wir müssen zudem sehen, dass wir alle Spieler möglichst schnell ins Turnier zu bekommen, dazu helfen Erfolgserlebnisse.“ Was die Ziele bei der WM betrifft, hofft Kromer auf den Sprung in die K.o.-Phase: „Wir werden uns nicht an Uruguay messen, und auch Kap Verde ist nicht so der Gradmesser. Wir müssen sehen, dass wir mit einem guten Punkteverhältnisse in die Hauptrunde einziehen. Das ist die Grundlage, um dann auch ins Viertelfinale kommen können. Nach der Hauptrunde wollen wir weiterspielen, das ist unser erstes Ziel. Dann werden wir sehen, wer der Gegner ist und wie die personelle Situation aussieht.“

 

Für Kromer und Wudtke ist es dabei sehr wichtig, dass die Spieler nicht verkrampfen: „Wir haben eine große Freude und Lockerheit und wir spüren eine große Begeisterung. Bei uns herrscht eine gute Stimmung, es wird viel gelacht, Alfred ist intern für Lockerheit bekannt und hat viele Anekdoten auf Lager“, sagt der DHB-Sportvorstand. „Wir können viel über und miteinander lachen, diese Lockerheit benötigen wir. Zudem strahlt Alfred diese isländische Herzenswärme aus, er ist ein ganz herzlicher und offener Mensch, der viel Kommunikation sucht schnell Vertrauen aufbaut“, ergänzt Co-Trainer Wudtke.

 

Wudtke, der parallel ja auch Trainer der U18/U19-Nationalmannschaft ist, kümmert sich vor allem um die jungen Spieler und versorgt die gesamte Mannschaft gezielt mit Informationen aus seinem umfangreichen Videoscouting. „Man darf die Jungs aber auch nicht mit Daten überfrachten“, sagte Wudtke. Sein bisheriges Fazit der WM-Vorbereitung mit EM-Qualifikation fällt positiv aus: Wir haben eine hohe Angriffseffizient gezeigt und können allgemein mit der Offensive, speziell aber auch dem Tempospiel zufrieden sein. Auch bei der Abwehr habe ich ein gutes Gefühl, da haben wir viele gute Phasen. Wir sollten die Spiele gegen Österreich aber nicht überbewerten, auch wenn wir in der Abwehr viel Aggressivität und taktische Disziplin gezeigt haben.“

 

In dem Zusammenhang gab es von Sportvorstand Kromer noch ein Extra-Lob für das Torhütertrio mit Andy Wolff, Silvio Heinevetter und Johannes Bitter: „Wir haben tolle Torhüterleistungen gesehen und dabei völlig verschiedene Stile. Andy Wolff mit viel Feuer, bei Heine war es ein ganz anderer Stil und Jogi Bitter würde in jeder Nation zum Gespann gehören. Dieses Torhütertrio muss sich vor niemandem verstecken und funktioniert auch sehr gut miteinander.“

 

Diese positiven Eindrücke teilte auch Rechtaußen Tobias Reichmann: „Wir haben uns schnell gefunden, gerade in der Abwehr, und im Angriff haben wir den Ball gut gespielt. Darauf lässt sich aufbauen, dass wir für die ersten WM-Spiele gut vorbereitet sind. Die WM-Vorfreude steigt, auch weil wir die zwei Qualisipiele gewonnen haben.“

 

Für den Melsunger, der in Kiel drei Jahre unter Alfred Gislason spielte, sind die ersten Ziele klar: „Wir wollen die Vorrunde mit drei Siegen beenden. Das wird nicht einfach, denn wir treffen auf zwei Mannschaften, die wir nicht kennen und die unangenehm spielen werden. Ungarn ist die größte Herausforderung, aber wir können die Gruppe gewinnen. Wenn wir gut starten, kann es sehr weit gehen.“

 

(BP)

 

Quelle: www.dhb.de