Knuth Lange ist neuer Präsident des Hamburger Handball-Verbands

Der Hamburger Handball-Verband hat einen neuen Präsidenten: Die Vereinsvertreter wählten auf dem Verbandstag am gestrigen Donnerstag Knuth Lange zum neuen Verbandschef. Der promovierte Geophysiker ist als Trainer und Abteilungsleiter beim Walddörfer SV engagiert.

 

Lange, der aus beruflichen Gründen nicht beim Verbandstag anwesend sein konnte, gewann die Wahl im zweiten Durchgang gegen den bisherigen Verbandspräsidenten und ehemaligen DHB-Vizepräsidenten Rolf Reincke. Der erste Wahlgang war ungültig. Der neue Präsident ist ein “Quereinsteiger” ohne vorherigen Funktionärsposten im Verband. Lange ist in der Hamburger Handball-Szene jedoch gut vernetzt. “Ich möchte aktiv dazu beitragen, die Begeisterung für unseren Sport in unserer Stadt und Umgebung nach vorne zu bringen”, erklärte Lange unter der Woche im Interview mit handball-world.

 

“Handball liegt mir am Herzen”: Knuth Lange kandidiert als Präsident des Hamburger Verbands

 

handball-world-Interview mit Knuth Lange vom 17. April 2018

 

Am Donnerstag wählt der Hamburger Handball-Verband seinen Präsidenten. Der bisheriger Amtsinhaber Rolf Reincke wird erneut antreten, hat jedoch anders als bei der Wahl vor zwei Jahren einen Gegenkandidaten: Knuth Lange, langjähriger Spieler und Trainer sowie derzeit Abteilungsleiter des Walddörfer SV, tritt ebenfalls an. Für ihn wäre der Posten eine Herzensangelegenheit: “Das Amt des Präsidenten anzunehmen, würde ich als große Ehre empfinden, denn es bietet die Möglichkeit, auf einer neuen Ebene ganz intensiv für den Handballsport in Hamburg tätig zu werden”, erklärt Lange im Interview mit handball-world. Außerdem verrät der promovierte Geophysiker, worauf er im Falle seiner Wahl Wert legen würde und erklärt, warum er Präsident werden will …

 

Herr Lange, Sie kandidieren als Präsident des Hamburger Handball-Verbands. Was waren die Gründe für Ihre Entscheidung?

 

Knuth Lange: Handball ist eine der spannendsten Mannschaftssportarten – wenn nicht sogar die spannendste überhaupt – und sie liegt mir sehr am Herzen. Seit Jahrzehnten bin ich Spieler, Trainer und Funktionär, aktuell als Abteilungsleiter beim Walddörfer SV. Das Amt des Präsidenten anzunehmen, würde ich als große Ehre empfinden, denn es bietet die Möglichkeit, auf einer neuen Ebene ganz intensiv für den Handballsport in Hamburg tätig zu werden.

 

Falls Sie auf dem Verbandstag gewählt werden: Worauf werden Sie Wert legen?

 

Knuth Lange: Als Präsident vertritt man den Hamburger Handball nicht nur nach Außen in der Öffentlichkeit und gegenüber den anderen Verbänden, sondern natürlich auch nach innen. Da ist mir die konzeptionelle Unterstützung der Vereine bei den Kernthemen Mitgliedergewinnung wichtig – auch, was das Thema von Kooperation zwischen Schule und Verein angeht. Außerdem wird es darum gehen, die Balance zwischen dem Breitensport und dem Leistungsbereich zu finden.

 

Welche Schwerpunkte für die Arbeit des Präsidenten sehen Sie für die kommenden Jahren?

 

Knuth Lange: Ich sehe auf der einen Seite strategische und auf der anderen Seite operative Aufgaben. Auf dem strategischen Level geht es zunächst darum, die Rädchen zu drehen, die unseren Handball mittelfristig nach vorne bringen – sprich die professionelle Jugendausbildung und die Förderung von jungen Trainern. Auch bei der Mitgliedergewinnung müssen wir – wie bereits erwähnt – die Vereine unterstützen. Dadurch, dass wir in einer Metropolregion leben, haben wir zudem einen Wettbewerb der Sportarten und da gilt es, schon im Grundschulbereich den Handball zu fördern.

 

Der Präsident ist dabei Teil eines konstruktiven Gremiums. Es gibt Vizepräsidenten, die Geschäftsstelle, den Landestrainer und die Vereine, die wiederum die Mitglieder haben – diese Kette gilt es zu unterstützen. Auch operativ gibt es einiges zu tun – wie zum Beispiel das Füllen des Leistungszentrums. Da ist schon viel erreicht worden, aber jetzt wollen wir es sowohl für den Leistungsbereich als auch für die Vereine durch Schiedsrichterausbildungen und ähnliches zur Verfügung stellen.

 

Welchen Hintergrund – sowohl handballerisch als auch beruflich – bringen Sie mit?

 

Knuth Lange: Ich bin in Burgdorf großgeworden und habe dort meine Handballjugend verbracht. Ich habe mit sechs Jahren angefangen, Handball zu spielen und bis vor drei Jahren war ich auch aktiv. Mittlerweile habe ich aufgehört (schmunzelt). Ich habe sowohl die C- als auch die B-Lizenz als Trainer gemacht und bin wie gesagt beim Walddörfer SV Abteilungsleiter. Außerdem trainiere ich die Hamburger Landesauswahl des männlichen Jahrgangs 2002. Beruflich bin ich promovierter Geophysiker, aber inzwischen als IT-Consultant tätig.

 

In den Hallen wird von Ihnen als einem “Kandidaten der Basis” gesprochen. Inwiefern trifft das aus Ihrer Sicht zu?

 

Knuth Lange: Das kann ich wohl bestätigen (schmunzelt). Ich kenne den Hamburger Handball mit all seinen Facetten, weil ich Spieler war und Trainer bin. Außerdem habe ich meine beiden Söhne durch ihre Handballjugend hier in Hamburg begleitet. Sie haben in verschiedenen Vereinen gespielt und waren auch in der Auswahl, demzufolge habe ich verschiedene Seiten erlebt. Als Abteilungsleiter in einem Breitensportverein habe ich gesehen, welche Rädchen man drehen muss – angefangen von den Finanzen über die Organisation und Koordination der Trainer bis hin zu den Mitgliedern. Auch das Schiedsrichterwesen muss beachtet werden. Zusammengefasst: All diese Facetten müssen stimmen, damit man in der Leistungsspitze Talente fördern und in der Breite Kinder und Jugendliche für unsere Sportart begeistern kann. Es fließt alles zusammen.

 

Was haben Sie bisher für Erfahrungen als Funktionär bzw. in der Verbandsarbeit?

 

Knuth Lange: Meine Funktionärserfahrung habe ich in erster Linie auf Vereinsebene gesammelt. Ich war etliche Jahre Jugendwart und bin seit drei Jahren Abteilungsleiter. Die Verbandsarbeit kenne ich bisher nur aus Vereinssicht; mir ist aber klar, dass beide Seiten zusammenspielen müssen. Wichtig ist mir vor allem eins: Wir tun das alles für die Vereine und deren Mitglieder. Ich nenne das Steakholder-Management – das sind schließlich unsere Handballspieler und unsere Handballspielerinnen. Es gilt, sie alle bestmöglich zu unterstützen.

 

Beruf, Abteilungsleiter, Trainer, Familie – und nun eventuell noch Verbandspräsident: Wie wollen Sie das zeitlich unter einen Hut bringen?

 

Knuth Lange: Das stimmt, das ist wahnsinnig viel. Ich werde vereinsintern sehr unterstützt – sowohl mein Stellvertreter als auch der Jugendwart unterstützen die Kandidatur und sind bereit, mir Aufgaben abzunehmen. Meine Tätigkeit als Auswahltrainer endet am Jahresende. Ich denke aber, dass ich es auch sonst alles unter einen Hut kriege. Meine Frau unterstützt mich toll und meine beiden Jungs sind so groß, dass sie nicht mehr zu Hause leben. Daher bin ich optimistisch, dass ich das alles vereinbart kriege.

 

In einen Satz: Warum möchtest Sie Präsident werden?

 

Knuth Lange: Ich möchte aktiv dazu beitragen, die Begeisterung für unseren Sport in unserer Stadt und Umgebung nach vorne zu bringen und ich denke, dass wir das durch Ausbildung in der Breite und Talentförderung in der Leistung tun können, damit wir im Vergleich zu anderen Verbänden einen Schritt nach vorne gehen. Dafür trete ich an!

 

Quelle: http://www.handball-world.news/o.red.r/news-1-1-61-103453.html