Juniorenteam: Handballerin Natalie Axmann – mit 22 schon ein „alter Hase“

Natalie Axmann, hier mit dem BSV im Trainingslager in Japan, lernte das Handball- spielen in Buxtehude und wechselte zur Saison 2018/19 zu den Luchsen nach Buchholz-Rosengarten. Foto: Scholz

 

BUXTEHUDE. Die Handballerin Natalie Axmann stand einst an der Schwelle zur Bundesliga. Jetzt führt sie die zweite Mannschaft des Buxtehuder SV. Mit Erfolg: Der BSV dominiert die dritte Liga und kann am Sonnabend einen weiteren Schritt zur Meisterschaft machen.

 

Natalie Axmann spielte mit dem Buxtehuder SV in der ersten Liga, anschließend mit den Handball-Luchsen Buchholz-Rosengarten in der zweiten Liga und seit dieser Saison mit der zweiten Mannschaft des BSV in der dritten Liga – und ist mit der aktuellen Situation sehr glücklich. „Ich als alter Hase habe extrem viel Spaß daran, mit den jungen Spielerinnen zusammenzuarbeiten“, sagt Axmann. Von einem sportlichen Abstieg kann keine Rede sein.

 

Axmann ist erst 22 Jahre, aber schon die älteste Spielerin der Mannschaft, die zu einem großen Teil von der B-Jugend der vergangenen Saison gebildet wird. Dadurch kommt Axmann eine besondere Stellung zu: „Ich versuche, die Mannschaft zu führen, und das funktioniert zurzeit ganz gut.“ Der Spielmacherin sei nicht das Torewerfen wichtig (sie ist mit 52 Toren dennoch die beste Werferin des BSV), sondern: das Spielverständnis, kluge Anspiele, schwierige Situationen lösen.

BSV II an Tabellenspitze der Nordstaffel

Das funktioniert in dieser Saison offenbar mehr als gut. Nach der Hinrunde steht der BSV II, das sogenannte „Juniorenteam“, souverän an der Tabellenspitze der Nordstaffel. Der einzige Minuspunkt resultierte aus dem Hinspiel gegen Hannover-Badenstedt, dem ärgsten Verfolger des BSV und dem Gegner zum Rückrunden-Auftakt. Axmann und Co sind am Sonnabend (16 Uhr) in der Halle Nord gefordert, einen weiteren Schritt in Richtung Meisterschaft zu machen.

 

Die Meisterschaft wäre dann auch das Höchste der Gefühle für den BSV, denn zweite Frauen-Mannschaften dürfen in Deutschland nicht in die zweite Liga aufsteigen. Für Axmann scheint das, kein Problem zu sein. Es geht in erster Linie um die Ausbildung junger Spielerinnen. Das weiß auch Axmann und sagt, dass sie mit ihrer Erfahrung dabei mithelfen wolle – und selbst auch noch nicht ausgelernt habe.

 

Axmanns Weg in den Handball war gewissermaßen vorgezeichnet. Mutter Heike wurde Weltmeisterin 1993 und spielte viele Jahre beim BSV, Vater Olaf war Jugend-Nationalspieler. „Ich habe schon als kleines Kind viel Zeit in der Halle verbracht“, sagt die Tochter heute. In der Halle Nord seien Freundschaften entstanden – und die Liebe zum Handball. Genau wie bei Axmanns jüngerem Bruder Dominik, er spielt mit dem HSV Hamburg in der zweiten Liga.

An der Schwelle zur Bundesliga

Natalie Axmann durchlief die Jugend-Mannschaften beim BSV, verbrachte ein Jahr in einem Handballinternat in Dänemark und kehrte zurück nach Buxtehude. Sie wurde Deutsche Meisterin mit der B-Jugend, später mit der A-Jugend. Axmann stand an der Schwelle zur Bundesliga, schnupperte auch ein wenig Erstliga-Luft. Und wechselte zur Saison 2018/19 zum Buxtehuder Kooperationspartner Buchholz-Rosengarten in die zweite Liga.

 

Nach der einen Saison verließ Axmann wieder den „Luchsbau“. Die Konkurrenz im Rückraum, ein Kreuzbandriss, der zeitliche Aufwand. Der Zweitligist wollte dieses „große Talent“ halten, für Axmann jedoch sei das vor allem mit ihrem Lehramtsstudium in Lüneburg schwer zu vereinbaren gewesen, sagt sie. Axmann sprach mit anderen Vereinen, dachte auch übers Aufhören nach. „Du willst nicht ernsthaft aufhören“, soll Mutter Heike ihr gesagt haben, in Buxtehude stehe ihr die Tür jederzeit offen. Tochter Natalie schloss sich dem BSV II an. Ihre Trainerin: Mutter Heike.

Aufhören ist keine Option

Natalie Axmann fühlt sich wohl in Buxtehude. Zwei Mal in der Woche trainiert sie mit der Mannschaft, zwei Mal individuell. Sie sagt, dass ihre Trainerin den richtigen Grat zwischen Disziplin/Härte und Spaß/Leidenschaft gefunden habe, und das sorge für eine gute Stimmung in der Mannschaft. „Jede ist zur Stelle, wenn sie gebraucht wird“, sagt Axmann.

 

Axmann selbst möchte von Jahr zu Jahr entscheiden, wie es sportlich für sie weitergeht. Sie schließt nicht aus, nochmal höherklassig zu spielen. Aber: Es sollte mit dem Studium vereinbar sein, sagt sie. Angebote habe es noch keine gegeben, und auch für die Buxtehuder Bundesliga-Mannschaft sei sie bisher keine Option gewesen. Klar ist erstmal nur, dass Aufhören keine Option ist. „Ich bin ja noch jung“, sagt Axmann.

 

Quelle: TAGEBLATT

Autor: Tim Scholz