Herzlichen Glückwunsch Hans Dornbusch!

Der „Vater“ des Buxtehuder Bundesliga-Aufstiegs von 1989 wird heute 80 Jahre alt!

 

Seit 1989 spielen die Handball-Frauen des Buxtehuder SV in der 1. Bundesliga – aktuell die 30. Saison! Hans Dornbusch – der Vater dieses Erfolges – feiert heute seinen 80. Geburtstag!

„Dorni“ führte als Manager und Trainer seine Handball-Frauen in 13 Jahren aus der 3. Hamburger Liga in die 1. Bundesliga. Er war der erste Trainer in Deutschland, der durch fünf Ligen marschiert ist…

 

Hans Dornbusch, der Beckdorfer Jung, macht in der Jugend zunächst Leichtathletik. 1955 steht er in der deutschen Bestenliste der Kugelstoßer und erzielt auch im Speerwerfen sehr gute Resultate. Ab 1958 spielt er im Buxtehuder SV Handball. Die Männer spielen Ende 50er-Jahre in der zweithöchsten Klasse Deutschlands – und das ohne eine eigene Halle! Die Heimspiele trägt der Verein, damals schon Mitglied im Hamburger Handballverband, in der Halle Ritterstraße in Hamburg aus.

 

Dornbuschs Handball-Karriere endet 1963 abrupt mit einem Arbeitsunfall in den Buxtehuder Mühlenwerken, bei dem der damals 25jährige seinen rechten Arm verliert. Hier, in der Mühle am Fleth, hat er von 1955 bis 1957 seine Lehre als Industriekaufmann absolviert. Diese – inzwischen leerstehende – Mühle kauft Dornbusch in den 70er Jahren – was zunächst kaum ein Buxtehuder versteht. Dann baut er sie spektakulär um zu Hotel, Läden und Wohnungen – und ganz Buxtehude staunt über sein erstes Meisterstück!

 

1975 kehrt Dorni als Trainer zum BSV zurück, übernimmt zunächst die Handball-Männer und schart im Sommer 1976 auch eine junge Frauen-Mannschaft um sich: Buxtehuder Talente sowie Spielerinnen seiner ehemaligen Beckdorfer A-Jugend. Später kommen weitere Spielerinnen aus der Region hinzu.

 

1985 feiern die BSV-Frauen den Aufstieg in die Regionalliga, 1987 in die 2. Bundesliga. Dann gelingt Macher Dornbusch ein sensationeller Transfer: Die damals weltbeste Spielerin, Svetlana Kitic, Olympia-Siegerin und Welthandballerin aus dem damaligen Jugoslawien, spielt plötzlich für den BSV. Der Welt-Star bleibt zwar nur eine Saison in der Estestadt, aber weckt eine Handball-Begeisterung, die bis heute anhält…

 

1989 ist das Dream-Team perfekt und Hans Dornbusch am Ziel: Mit einer herausragenden Jara Ivancikova (Tschechoslowakei) vollendet der BSV den Durchmarsch durch fünf Ligen und steigt in die 1. Liga auf. Sein nächstes Meisterstück!

 

Peter Prior, seit 1999 Manager der Buxtehuder Handball-Frauen: „Ohne Hans Dornbusch wären wir nie in die Bundesliga gekommen.“ Dornbusch trainiert das Team – inzwischen im 14.(!) Jahr – auch noch erfolgreich im ersten Bundesliga-Jahr: Platz 5, Vize-Pokalsieger und erstmalige Qualifikation für den Europa-Cup!

 

Sofort nach dem Mauerfall aber geht sein Blick weiter – auf die Frauen-Auswahl der DDR. „Der DDR-Handball“, erinnert sich Dornbusch, „war damals um Längen besser als, das, was bei uns auf dem Platz geschah.“ Gleich fünf DDR-Nationalspielerinnen kann er verpflichten: Andrea Bölk, Heike Dombrowski (Axmann), Renate Zschau, Ute Teuschel und Kathrin Kohlhagen. Ein grandioser Coup! Dazu verpflichtet er den ehemaligen DDR-Nationaltrainer Wolfgang Pötzsch als Coach.

 

1990 ist das Feld in Buxtehude bestellt. Von heute auf morgen tritt „Dorni“ ab – und startet die nächste Karriere als erfolgreicher Hotelier auf der Insel Usedom. Aus einem wenig ansehnlichen Häuserblock formt er ein Schmuckstück. Das Baltic-Ferien-Hotel ist deutschlandweit, vor allem aber bei Sportlern sowie Menschen aus Beckdorf und Buxtehude sehr beliebt. Das dritte Meisterstück!

 

Die Leitung des Hotels hat heute Sohn Tim, Vater Hans genießt seinen verdienten  Lebensabend in seinem Hotel. Und aus dem Bundesliga-Neuling BSV von einst ist längst ein Dino der Liga geworden. „Dorni“ sei dank!