HBF kompakt: Vier Siege auf europäischem Parkett, Bad Wildungen gewinnt Kellerduell

Der Europapokal hat das Ligageschehen am Wochenende beherrscht. Insgesamt gab es in fünf internationalen Begegnungen vier Siege für die Mannschaften der Handball Bundesliga Frauen – zwei wichtige davon in der Champions League. Während der Thüringer HC das Ticket in die nächste Phase bereits gelöst hat, hielt sich der HC Leipzig die Chance auf diese offen. Im Ligaalltag konnte Bad Wildungen einen wichtigen Heimerfolg landen, Neckarsulm und Buxtehude arbeiteten sich in der Tabelle nach oben.

 

Der Thüringer HC steht vorzeitig in der Hauptrunde der EHF Champions League. Mit 33:27 (15:12) gewann der Deutsche Meister auch das zweite Duell gegen die Norwegerinnen von Glassverket IF. Damit hat der THC vier Zähler auf dem Konto und ist Dritter. Am letzten Spieltag geht es im Heimspiel gegen Metz noch darum Pluspunkte mit in die nächste Runde zu nehmen. Unter der Woche kam der amtierene Meister zuvor in eigener Halle zu einem klaren 38:17 über die HSG Blomberg-Lippe und kletterte auf Rang zwei.

 

Schwieriger ist die Situation in der Königinnenklasse hingegen für den HC Leipzig. Der Deutsche Pokalsieger trotzte den personellen Sorgen und gewann sein Heimspiel gegen Astrakhanochka Astrachan mit 30:27, doch der Vorteil liegt aufgrund der angesichts des 24:27 im Hinspiel mehr erzielten Auswärtstore im Direktvergleich weiter bei den nun punktgleichen Russinnen. “Wenn man es realistisch sieht, ist es schwer, gegen Skopje irgendetwas zu holen”, erklärte Anne Hubinger, Trainer Norman Rentsch kann sich hingegen mit dem EHF-Pokal als Trostpflaster anfreunden. “Das wäre für uns ein neuer Wettbewerb, den wir als Chance nutzen können”, so der HCL-Trainer, der mit der Verletzung von Shenia Minevskaja allerdings eine weitere Hiobsbotschaft hinnehmen musste.

 

In der Liga hingegen hatte Leipzig am Mittwoch ein 22:22 gegen Borussia Dortmund erreicht. Ebenfalls unter der Woche trafen auch die beiden Top-Teams Bietigheim und Metzingen aufeinander. Während die SG nach dem packenden 25:24 weiterhin eine weiße Weste hat, rutschten die TusSies durch die erste Saisonniederlage auf Rang drei ab. “Es war ein Spiel auf Augenhöhe, welches am Ende Bietigheim mit etwas Cleverness bzw. etwas mehr Glück gewinnen konnte”, so Nationalspielerin Julia Behnke. “Meine Spielerinnen haben heute 120 Prozent gezeigt. Der Gegner hat das clever gemacht, aber ich bin froh, dass wir gewonnen haben”, so BBM-Coach Martin Albertsen.

 

Im EHF-Pokal feierten die Enztälerinnen einen ungefährdeten 23:16-Auswärtserfolg bei Podravka Vegeta Koprivnica und kann nun am kommenden Wochenende in eigener Halle den Einzug in die Gruppenphase des EHF-Pokals perfekt machen. Schwer wird es hingegen für Metzingen, das bei Ankara Yenimahalle mit 27:33 verlor. “Mit einem Bein stehen wir draußen. In der Paul-Horn-Arena müssen wir uns ganz anders präsentieren”, so Geschäftsführer Ferenc Rott und Trainer Csaba Konkoly erklärte: “Es wird schwer, ist aber nicht unmöglich.”

 

Einen knappen 27:25-Hinspielerfolg hat sich auch der VfL Oldenburg beim letztjährigen Europapokalsieger TTH Holstebro erkämpft. “Wir sind sehr zufrieden. Das ist ein gutes Ergebnis. Es fehlt nicht mehr viel zum Einzug in die Gruppenphase, aber das Spiel ist noch nicht entschieden und wir müssen am Sonntag konzentriert zur Sache gehen. Das war ein gutes und hart umkämpftes Spiel, bei dem mir vor allem der Mannschaftsgeist meiner Mädels imponiert hat. Man konnte sehen das alle es wollten und gut gekämpft haben”, lobte VfL-Trainer Leszek Krowicki seine Mannschaft. In der Liga trennten sich die Niedersachsen zuvor mit einem 33:33 vom Überraschungsteam Frisch Auf Göppingen.

 

Die Oldenburgerinnen bleiben mit 7:7 auf Rang sieben, Göppingen hingegen ist mit 10:4 Zählern Fünfter, denn am Sonntag schob sich der Buxtehuder SV mit einem 30:28 aufgrund der besseren Tordifferenz über Bayer Leverkusen auf Rang vier. “Diese Begegnung hätten wir auch gewinnen können. In der Summe sind uns einfach zu viele einfache Fehler unterlaufen und wir haben erst Jessica Oldenburg und später Emily Bölk nicht in den Griff bekommen”, ärgerte sich Leverkusens Trainerin Renate Wolf. BSV-Trainer Dirk Leun ergänzte: “Wir sind schwer ins Spiel gekommen, haben heute nicht den roten Faden gefunden und haben es uns immer wieder selber schwer gemacht. Aber am Ende zählen der Sieg und die zwei Punkte.”

 

Die Elfen sind mit 6:8 Punkten auf Rang acht, punktgleicher Neunter ist die Neckarsulmer Sport-Union. Der Aufsteiger feierte einen klaren 30:19-Erfolg beim SVG Celle. “Wir sind total überrannt und ein bisschen vorgeführt worden”, so Celles Natasha Ahrens, die mit Blick auf die 8:7-Halbzeitführung erklärte: “Wir sind eigentlich mit einem guten Gefühl in die Pause gegangen. Doch als dann einige Sachen nicht klappen wollten, kam die Verunsicherung ganz schnell zurück.” “In der zweiten Halbzeit hat man gesehen, welches Potential in uns steckt, wenn wir sicher in der Abwehr stehen und unser Tempospiel aufziehen können.
Dadurch kamen wir immer wieder zu einfachen Toren und haben 23 Tore in 30 Minuten erzielt”, so NSU-Trainer Emir Hadzimuhamedovic.

 

Im Tabellenkeller hat die zwölftplatzierte HSG Bad Wildungen Vipers mit dem 23:20 über den TV Nellingen den Vorsprung gegenüber den Abstiegsplätzen auf drei Zähler ausgebaut. “Die kämpferische Leistung der Mannschaft war in der zweiten Halbzeit nicht zu übertreffen”, freute sich Vipers-Trainerin Tessa Bremmer nach dem ersten Saisonsieg. “Wir haben eine richtig starke erste Hälfte gespielt, aber am Ende hatten wir einen zu großen Kräfteverschleiß”, so Hornets-Trainer Pascal Morgant, der betont: “Wir haben die Gelegenheit zu einem Big Point verpasst.” Die Schwaben Hornets bleiben Schlusslicht und sind wie die HSG Blomberg-Lippe noch ohne Pluspunkt.

 

Quelle: www.hbf-info.de vom 14.11.2016