HBF kompakt: Spitzenteams geben sich keine Blöße

Die Spitzenteams gaben sich an diesem Wochenende in der Handball-Bundesliga der Frauen allesamt keine Blöße und feierten teils knappe und teils deutliche Erfolge. Einen großen Sprung in der Tabelle hat unterdessen der VfL Oldenburg gemacht. Die Niedersächsinnen feierten in der Liga zwei Siege und arbeiteten sich in die obere Tabellenhälfte vor. International waren die Auswärtsauftritte des Thüringer HC und des HC Leipzig in der Gruppenphase der Champions League hingegen nicht von Erfolg gekrönt.

 

Das Derby gegen das punktlose Schlusslicht TV Nellingen war für die SG BBM Bietigheim eine klare Angelegenheit. Mit dem 36:21-Auswärtserfolg bleiben die Enztälerinnen an der Tabellenspitze. “Mit 15 Toren plus bin ich sehr zufrieden. Es hat Spaß gemacht, hier bei dieser Stimmung Handball zu spielen”, bilanzierte BBM-Trainer Martin Albertsen den doppelten Punktgewinn, bei dem man ohne etatmäßige Linksaußen agierte. “Ich habe immer wieder Lichtblicke gesehen, jede Spielerin hatte ihre guten Aktionen”, so TVN-Trainer Pascal Morgant, der aber einräumen musste: “Auf Dauer konnten wir der Offensivkraft dieser guten Spielerinnen keinen Widerstand leisten.”

 

Punktgleich mit weißer Weste ist nach sechs Spieltagen auch die TuS Metzingen. Die Ermstälerinnen hatten ihre Mühe mit Borussia Dortmund, setzten sich aber mit 24:23 durch. “Es war sehr wichtig, dass wir heute gewonnen haben. Auch wenn es am Ende sehr knapp war, haben wir immer an uns geglaubt”, so TuS-Manager Ferenc Rott. “Es ist immer ärgerlich, so ein knappes Spiel zu verlieren”, so BVB-Trainerin Ildiko Barna, die ergänzte: “Wir haben eine disziplinierte Leistung gezeigt, aber das Glück war heute auf der anderen Seite.”

 

Dortmund hatte unter der Woche beim VfL Oldenburg deutlich mit 19:29 verloren, der VfL legte am Sonntag nun mit einem 30:27 gegen die HSG Bad Wildungen Vipers nach und kletterte auf Rang 7. “Es war kein gutes Spiel von uns. Ich bin froh, dass wir so viele Alternativen hatten. Dadurch ist es uns gelungen mit etwas mehr Kraft aufzutreten”, so Oldenburgs Trainer Leszek Krowicki. Bad Wildungens Trainerin Tessa Bremmer erklärte: “Es ist für uns am Ende sehr bitter gewesen. Wir haben es geschafft Oldenburg lange unter Druck zu setzen. Am Ende sind es die Unsicherheit der letzten Spiele und die Qualitäten des Gegners und es reicht nicht für einen Punkt.”

 

Oldenburg zieht in der Tabelle auch an Bayer Leverkusen vorbei, das Ligaurgestein unterlag bei Frisch Auf Göppingen mit 27:30. “Diese Partie hätten wir heute auch gewinnen können”, sagte Leverkusens Trainerin Renate Wolf nach der Partie: “Aber wir haben einfach zu viele Fehler im Angriff und im Aufbauspiel gemacht. Auch die Defensive und die beiden Torhüterinnen konnten nicht an die Leistung der beiden letzten Spiele anknüpfen. 30 Gegentreffer sind einfach viel zu viel.” Göppingens Trainer Aleksandar Knezevic attestierte seiner Mannschaft eine “überragende Leistung” und erklärte: “Ich hatte vor dem Spiel viel Respekt vor Leverkusen, deshalb ein großes Lob dafür, wie meine Mannschaft das gemacht hat.”

 

Erfolgreich war das Wochenende auch für den Buxtehuder SV, der in Blomberg mit 31:26 gewann. “Es war kein Glanzstück von uns. Wir haben uns die eine oder andere Schwächephase erlaubt, das wurde aber nicht bestraft”, so BSV-Coach Dirk Leun. “Wir haben heute nicht wie ein Absteiger gespielt und werden auch nicht absteigen”, analysierte hingegen Blombergs Trainer Andre Fuhr, dessen Team weiterhin punktlos ist und vor allem Bad Wildungen (1:11) in Reichweite hat.

 

Unter der Woche hatte der HC Leipzig mit einem 33:19-Sieg über den SVG Celle seinen fünften Platz hinter Göppingen gefestigt. In der EHF Champions League hingegen bleibt der von großen Verletzungssorgen geplagte Deutsche Pokalsieger weiterhin ohne Pluspunkt, in Budapest musste sich der HCL mit 22:26 geschlagen geben. 0:6 Punkte stehen aktuell zu Buche, allerdings haben die Sächsinnen ihre drei Auswärtspartien bereits absolviert und hoffen in den noch ausstehenden drei Heimspielen zumindest noch den dritten Gruppenplatz ins Visier nehmen zu können.

 

Auch der Thüringer HC, der in der Liga mit dem 30:22 bei Neckarsulm den dritten Rang festigte, konnte in der Champions League keine weiteren Pluspunkte sammeln, liegt aber mit zwei Zählern weiterhin auf Hauptrundenkurs. “Die erste Halbzeit hat mich genervt. Wir haben hochkarätige Chancen liegen lassen und in der Abwehr keinen Zugriff bekommen. Da haben wir uns einfach ergeben und keinen Kampf gezeigt”, so THC-Trainer Herbert Müller nach dem 26:32 (11:21) gegen den Titelkandidaten Buducnost Podgorica. “Mit der zweiten Hälfte bin ich zufrieden. Wir haben toll gekämpft gegen diese Weltklasse-Auswahl. Heute hat endlich mal das Sieben gegen Sechs funktioniert.”

 

Quelle: www.hbf-info.de vom 31.10.2016