HBF-kompakt: Nellingen mit wichtigem Heimsieg, Vipers überraschen TusSies

Die internationalen Auftritte der deutschen Vereine sind vorbei, zum Abschluss konnte die SG BBM Bietigheim noch einmal doppelt punkten. In der Liga kann der Meister im Nachholspiel am Mittwoch gegen Neckarsulm seinen zweiten Platz festigen, da Verfolger Metzingen gepatzt hat. Das Spitzenspiel bestreiten aber Tabellenführer Thüringer HC und die mittlerweile auf Rang vier vorgerückte HSG Blomberg-Lippe, die mit einem Auswärtserfolg sogar an Metzingen vorbeiziehen könnte.

 

Der Thüringer HC hat sich zum Abschluss der Champions League teuer verkauft und in Metz am Ende mit 29:35 (19:17) das Nachsehen gehabt. “Wir wollten kämpfen und haben es geschafft eine sehr gute erste Halbzeit zu spielen, aber in der zweiten Halbzeit hatten wir einen schlechten Start”, so THC-Coach Herbert Müller nach der Partie und betonte: “In der ersten Halbzeit war unsere Offensive sehr gut, aber in der zweiten Halbzeit haben wir viele Fehler gemacht. Einerseits fehlte uns die Kraft, andererseits war es auch die Abwehrumstellung von Metz.”

 

Die SG BBM Bietigheim hingegen konnte den ungarischen Vizemeister FTC Budapest, der wie Metz noch um Platz zwei kämpfte, mit 27:23 (16:11) bezwingen. “Ich bin sehr zufrieden damit, wie wir heute zusammengearbeitet haben. Vor allem das 7 gegen 6 hat gut funktioniert. Das war für uns der Schlüssel zum Erfolg und somit auch zur besten Champions League-Partie in dieser Saison”, so SG-Trainer Martin Albertsen.

 

Der Drittplatzierte Metzingen kam bei Bad Wildungen trotz einer Vier-Tore-Führung in der ersten Halbzeit und einer Zwei-Tore-Führung kurz vor Schluss nicht über ein 29:29-Unentschieden hinaus. Anouk Nieuwenweg rettete den Nordhessinnen das Remis. “Leider scheitern wir wieder an uns selbst. Wir kommen verschlafen aus der Halbzeit und lassen wieder viel zu viele Chancen liegen”, bilanzierte Rechtsaußen Marlene Zapf. Vipers-Trainerin Tessa Bremmer, dessen Team auf Rang neun vorrückte, jubelte: “Wir freuen uns sehr über den Punkt, der nicht eingeplant war.”

 

Einen Punkt hinter Metzingen liegen neben den am Mittwoch noch in Thüringen geforderten Blombergerinnen auch der Buxtehuder SV und Borussia Dortmund, die am Wochenende jeweils doppelt punkten konnten. “Es war heute ein Wechselbad der Gefühle, wir hätten das Spiel hoch gewinnen, es hätte durchaus aber auch kippen können. Ich muss meiner Mannschaft daher ein großes Kompliment machen, sie hat trotz vieler Ungenauigkeiten den Kopf oben behalten und den Sieg hart erkämpft. Am Ende haben einige Fehler weniger den Ausschlag gegeben und unsere Torhüterinnen haben ein Sonderlob verdient”, so Buxtehudes Trainer Dirk Leun nach dem 23:21-Heimsieg über Bayer Leverkusen. Elfen-Trainerin meinte mit Blick auf den frühen Fünf-Tore-Rückstand (7:2, 13.) ihrer Mannschaft: “Wir haben zwei unterschiedliche Halbzeiten gespielt und haben lange gebraucht bis wir im Spiel waren. Meine Mannschaft hat sich gut zurückgekämpft, haben aber in manchen Situationen unglücklich agiert und ein paar technische Fehler gemacht.”

 

Dortmund gab sich bei Schlusslicht Rödertal keine Blöße und setzte sich am Ende mit 23:18 (10:6) durch. “Viele Teams haben hier in der ersten Habzeit ganz schön geschwitzt, deshalb bin ich zufrieden damit, dass wir eine stabile Abwehr gestellt und vorne konsequent und diszipliniert gespielt haben”, freute sich Dortmunds Trainerin Ildiko Barna. HCR-Coach Maximilian Busch erklärte: “Wir wussten, dass es heute keine leichte Aufgabe wird gegen die Abwehr des BVB. Viel zu viele freie Würfe fanden nicht den Weg ins Tor. Daran konnte man sehen, dass meine Mannschaft zu viel Respekt und Angst vor den Namen im Kader des BVB hatte.”

 

In Schlagdistanz zu Rang 3 bei zwei Punkten Rückstand ist auch Frisch Auf Göppingen, das bei der HSG Bensheim/Auerbach am Ende beide Punkte mitnahm und mit 27:25 gewann. “Am Ende haben wir ein, zwei Fehler zu viel gemacht”, haderte Ahlgrimm nach Spielende, da ihr Team eine 24:23-Führung am Ende noch aus der Hand gab und ergänzte: “Wir wollten in dem Moment wahrscheinlich zu viel und haben dann auch vom Kopf her nicht mehr clever agiert, weil wir nicht mehr das gespielt haben, was vorher unser Erfolg war. Auf der anderen Seite müssen wir auch sagen, dass uns Jessi mit zwei hundertprozentigen Paraden im Spiel gehalten hat. Von daher müssen wir daran arbeiten, dass wir in den entscheidenden Situationen cleverer sind.” Göppingens Trainer Aleksandar Knezevic war letztlich erleichtert: “Wir wussten das es ein schweres Spiel wird, weil Bensheim nach vorne einen guten Handball spielt und es schwierig ist hier zu gewinnen.”

 

Im Tabellenkeller ist der TV Nellingen der Gewinner der Spieltags. Die Hornets gewannen ihr Heimspiel gegen den VfL Oldenburg mit 28:26 (15:12). “Wir haben von Anfang an nicht ins Spiel gefunden. Hinten haben wir zu einfache Tore zugelassen und uns vorne nicht selbst belohnt. Wenn es in der Nellinger Abwehr eine Lücke gab sind wir nicht hineingestoßen und sind wir dann mal frei zum Wurf gekommen konnten wir die Nellinger Torhüterin nicht überwinden”, resümierte Oldenburgs Trainer Niels Bötel, dessen Team damit aufgrund der schlechteren Tordifferenz hinter Bad Wildungen auf Rang zehn zurückfiel. “Das war ein wichtiger Sieg für uns und endlich haben wir uns mit zwei Punkten belohnt. Über 60 Minuten waren wir spielbestimmend und haben das Tempo vorgegeben, aber wir haben auch immer wieder zugelassen, dass Oldenburg rangekommen ist. Wir konnten jedoch immer wieder zwei bis drei Tore vorlegen. Auch unsere Torhüterinnen Anne Bocka und Sarah Wachter haben im Zusammenspiel mit der Abwehr großen Anteil an diesem Erfolg”, so TVN-Trainer Pascal Morgant, der mit Blick auf die Tabelle und den jetzt zwei Punkten Vorsprung gegenüber Neckarsulm ergänzte: “Sportlich geht es für uns um extrem viel, denn wir haben sportliche Ziele und diese haben Priorität. Wir kämpfen bis zum Schluss um den bestmöglichen Tabellenplatz und da haben wir als Ziel Platz elf, den wir behaupten wollen.”

 

Quelle: www.hbf-info.de vom 12.03.2018