Hans Dornbusch (†81), der Vater der Bundesliga in Buxtehude, verstorben!

Seit 1989 spielen die Handball-Frauen des Buxtehuder SV in der 1. Liga! Hans Dornbusch – der Vater dieses Erfolges – ist am 27. Juni in Zinnowitz auf Usedom im Alter von 81 Jahren verstorben. „Dorni“ führte seine Handball-Frauen in 13 Jahren aus der 3. Hamburger Liga in die 1. Bundesliga in den Europa-Cup! Er war der erste Trainer in Deutschland, der durch fünf Ligen marschiert ist…

 

Hans Dornbusch, der Beckdorfer Jung, spielt ab 1958 im BSV Handball. Seine Karriere als Sportler endet 1963 abrupt mit einem Arbeitsunfall in den Buxtehuder Mühlenwerken, bei dem der damals 25-Jährige seinen rechten Arm verliert. Hier, in der Mühle am Fleth, hat er von 1955 bis 1957 seine Lehre als Industriekaufmann absolviert.

 

Diese – inzwischen leerstehende – Mühle kauft Dornbusch in den 70er Jahren – was zunächst kaum ein Buxtehuder versteht. Dann baut er sie spektakulär um zu Hotel, Läden und Wohnungen – und ganz Buxtehude staunt über sein erstes Meisterstück! Ein Denkmal, das immer noch die Buxtehude Altstadt prägt.

 

Als Handball-Trainer wirkt Dornbusch zunächst mit großem Erfolg in Beckdorf. Sein größter Coup dort: Der Bau der Sporthalle „Auf dem Delm“, der ohne sein erfolgreiches Wirken wohl kaum realisiert worden wäre.

 

1975 kehrt Dorni als Trainer zum Buxtehuder SV zurück, übernimmt zunächst die Männer und schart im Sommer 1976 auch eine junge Frauen-Mannschaft um sich: Buxtehuder Talente sowie Spielerinnen seiner ehemaligen Beckdorfer A-Jugend.

 

1985 feiern die BSV-Frauen den Aufstieg in die Regionalliga, 1987 in die 2. Bundesliga. Dann gelingt Macher Dornbusch ein sensationeller Transfer: Die damals weltbeste Spielerin, Svetlana Kitic, Olympiasiegerin und Welthandballerin aus Jugoslawien, spielt plötzlich für den BSV. Der Welt-Star bleibt zwar nur eine Saison in der Estestadt, aber weckt eine Handball-Begeisterung, die bis heute anhält…

 

Wie kaum ein zweiter kann Hans  Dornbusch Menschen für sich gewinnen und begeistern. So gibt es heute noch zahlreiche Dauerkarten-Inhaber und Sponsoren aus seiner aktiven Zeit, die dem Verein seitdem die Treue halten. Die Zusammenarbeit mit ihm war nicht immer ganz einfach, aber der Erfolg war am Ende auf seiner Seite.

 

1989 ist das Dream-Team perfekt und Hans Dornbusch am Ziel: Mit einer herausragenden Jara Ivancikova (Tschechoslowakei) vollendet der BSV den Durchmarsch durch fünf Ligen und steigt am 8. April 1989 in die 1. Liga auf. Sein nächstes Meisterstück!

 

Und alle Fans und Fachleute wissen: Ohne Hans Dornbusch wäre der BSV nie in die 1. Bundesliga gekommen!

 

Dornbusch trainiert das Team – inzwischen in seinem 14.(!) Jahr – auch noch erfolgreich im ersten Bundesliga-Jahr: Platz 5, Vize-Pokalsieger und erstmalige Qualifikation für den Europa-Cup!

 

Sofort nach dem Mauerfall aber geht sein Blick weiter – auf die Frauen-Auswahl der DDR. Gleich fünf DDR-Nationalspielerinnen kann er verpflichten: Andrea Bölk, Heike Axmann, Renate Zschau, Ute Teuschel und Kathrin Kohlhagen. Ein grandioser Coup! Dazu verpflichtet er den ehemaligen DDR-Nationaltrainer Wolfgang Pötzsch als Coach.

 

1990 ist das Feld in Buxtehude bestellt. Von heute auf morgen tritt „Dorni“ ab – und startet die nächste Karriere als erfolgreicher Hotelier auf Usedom. Aus einem wenig ansehnlichen Häuserblock formt er ein Schmuckstück. Das Baltic-Ferien-Hotel in Zinnowitz ist deutschlandweit, vor allem aber bei Sportlern sowie Menschen aus Beckdorf und Buxtehude sehr beliebt. Das dritte Meisterstück!

 

Die Leitung des Hotels hat heute Sohn Tim. Dort ist Hans Dornbusch am 27. Juni friedlich eingeschlafen. Nicht nur die Handballer im Buxtehuder SV verneigen sich vor der Lebensleistung von Hans Dornbusch. Was wäre Buxtehude heute ohne die Bundesliga?

 

Peter Prior für die Handball-Abteilung des Buxtehuder SV

und für Handball-Marketing Buxtehude GmbH & Co. KG