EHF-Cup: Buxtehude gewinnt Europacup-Hinspiel gegen Vaci mit 33:26

Der Buxtehuder SV setzt seinen guten Lauf aus der Bundesliga auch im Europapokal fort. Der deutsche Pokalsieger setzte sich der Halle Nord mit 33:26 gegen den ungarischen Vertreter Váci NKSE durch und hat sich damit eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in einer Woche geschaffen. Bis zur Halbzeit war es vor 1.200 Zuschauern das erwartet enge Spiel, in der zweiten Halbzeit konnte sich der BSV aber vor allem zwischen der 40. und 50. Minute entscheidend absetzen. Beste Werferinnen der Partie waren gleich drei Buxtehuderinnen mit sieben Treffern: Lone Fischer, Maike Schirmer und Isabell Kaiser. Zudem zeichnete sich Julia Gronemann in der zweiten Halbzeit mit 14 Paraden aus und avancierte zur Matchwinnerin..

 

Ausgeglichener Beginn in der Halle Nord. Der Buxtehuder SV versuchte zunächst vor allem durch eine aggressive Deckungsarbeit die Ungarinnen in Schach zu halten. Das hatte viele frühe gelben Karten zur Folge, schien aber auch zu wirken. Isabell Kaiser markierte mit ihrem ersten Treffer in der 8. Minute das 4:3, welches allerdings direkt wieder ausgeglichen wurde. Wenig später konnten die Ungarinnen in Überzahl das erste mal mit zwei Treffern in Führung gehen.

 

In der Phase um die 10. Minute war dann viel Unruhe im Spiel. Beide Teams gaben leichtfertig Angriffe weg, was BSV-Trainer Dirk Leun zu einem Timeout nötigte. Leun schien die richtigen Worte gefunden zu haben, denn seine Mannschaft war anschließend am Drücker. Nach 13 Minuten nahm Gubernatis mächtig Anlauf und schweißte den Ball ins untere Eck und ein Tempo-Gegenstoß-Treffer von Fischer sorgte wenige Momente später für die erste zwei Tore-Führung des BSV (8:6).

 

Anschließend bauten die Gastgeberinnen ihren Vorsprung auf vier Treffer aus, doch bereits in der 21. Minute kam Váci NKSE wieder auf zwei Tore heran (11:9). Die Einwechslung von Sara Suba für die brasilianische Nationaltorhüterin Barbara Arenhart erwies sich vor der Halbzeit als Glücksgriff für die Gäste, Suba konnte direkt mehrere Angriffe des BSV entschärfen. Trotz einiger schönen Kombinationen des BSV schmolz der Vorsprung zur Halbzeit auf einen Treffer, 15:14 der Pausenstand.

 

Der BSV kam sehr gut aus der Kabine. Maike Schirmer traf mit ihrem fünften Treffer zum 19:16 nach 35 Minuten, doch entscheidenden Anteil am guten Start in Halbzeit zwei hatte Julia Gronemann, die mit 7 Paraden allein in der ersten Viertelstunde der zweiten Halbzeit zur Matchwinnerin avancierte.  Tor um Tor setzte sich der BSV in der Folge ab. In der 41. Minute mussten die Ungarinnen ein Timeout nehmen, denn der BSV zog erstmals auf fünf Treffer davon (22:17). Und dann wurde es deutlich. Zwei schnelle Treffer von Michelle Goos markierten in der 48. Minute das 28:18. Obwohl Váci zwischenzeitlich wieder ein wenig verkürzen konnten, stellte Maike Schirmer per Kempa in der 54. Minute den zehn Tore Vorsprung wieder her und legte wenig später zum 31:20 nach.

 

In der Schlussphase ließen die Buxtehuderinnen das Spiel ein wenig schleifen, was die Gäste nutzten, um ihre Ausgangsposition für das Rückspiel etwas aussichtsreicher zu gestalten. Am Ende stand dennoch ein 33:26 Erfolg für den BSV, dennoch warnt Dirk Leun vor dem Rückspiel. „ Wir wissen wie sehr schwer nächste Woche wird. Uns erwartet eine Mannschaft, die alles versuchen wird den Rückstand zu drehen. Wir müssen da aufpassen. wir haben schonmal mit 11 Treffern in Ungarn verloren. Heute haben wir 40 Min zwei Teams gesehen, die auf Augenhöhe waren. Unsere Chancen liegen immer noch bei 50:50“, mahnte der BSV-Coach.

 

Trotz mahnender Worte wollte der Trainer nicht an Lob für seine Mannschaft sparen. „Es kommt nicht so oft vor, aber ich war richtig zufrieden. Wenn der Trainer draußen steht und schmunzelt, weil man sieht wieviel Spaß die Mannschaft hatte und mit welchem Risiko sie attraktiven Frauenhandball angeboten haben“.

 

Das Rückspiel findet am 21. Oktober im ungarischen Vác statt, doch zunächst trifft der deutsche Pokalsieger am Mittwoch, den 18. Oktober um 19.30 Uhr in der Halle Nord auf FRISCH AUF Göppingen. „Am Mittwoch steht mit Göppingen die nächste schwere Aufgabe an, aber ich freue mich erstmal über den Sieg“, sagte Dirk Leun mit Blick auf die nächste Aufgabe.

 

Nach der Partie wurde es noch einmal emotional. Zunächst verabschiedete sich Lena Zelmel unter Applaus von den Fans und mit rührenden Worten von Antje Peveling und Jessica Oldenburg aus der Halle Nord. Die 24-jährige hat erst kürzlich nach ihrem dritten Kreuzbandriss ihr Karriereende bekannt gegeben. Die Linksaußen versicherte sich auf die Zeit nach dem Handball zu freuen während BSV-Manager Peter Prior erneut den Wunsch äußerte, Zelmel als Teil der BSV-Familie zu erhalten.

 

Im Anschluss wurde Bundesliga-Obmann Michael Jungblut für sein 30-jähriges Jubiläum im Bundesliga-Team geehrt. „Wie ehrt man jemanden der seit 30 Jahren alles für diese Bundesliga Mannschaft gibt?“, stellte Peter Prior die berechtigte Frage in den Raum. Die Antwort des BSV: Michael Jungblut ist jetzt Teil der „BSV-Ruhmeshalle“ in der Halle Nord, als erster Nicht-Spieler überhaupt. „Du bist was den Verein ausmachst, der Kitt der alles zusammen hält. Ohne dich wäre Buxtehude nicht Buxtehude und die Hölle Nord nicht die Hölle Nord“, hatte auch Dirk Leun herzliche Worte für die gute Seele des BSV.

 

BSV: Peveling, Gronemann, Borutta, Meier, Fischer (7/4), Haurum, Gubernatis (5), Knippenborg, Schirmer (7), Bölk (3), Goos (3), Kaiser (7), P. Prior, L. Prior (1)

 

Váci: Arenhart, Suba, Radosavljevic (1), Kascor (1), Hamori (2), Barján (5), Kovacs (1), Pappné Szamoránsky (1), Jovetic (1), Lakatos (6), Szondi (1), Hornyak (3), De Souza (3), Helembai (1), Dioszegi