Ehemalige BSV-Spielerinnen: Was macht eigentlich Katharina Schulz?

Der Tagesablauf hat sich geändert für Katharina Thewes. Während sie früher als Bundesliga-Handballerin des Buxtehuder SV fast täglich von 18 bis 20 Uhr in der Halle Nord trainierte, steht heute ihre Familie im Mittelpunkt. Und das sind Ehemann Markus und die beiden Kinder Svea (ein Jahr und sieben Monate) und Mats, der gerade seinen vierten Geburtstag feierte. Jetzt versucht die junge Mutter, ihre beiden Sprößlinge pünktlich gegen 19 Uhr ins Bett zu bringen. „Im Moment ist das ein bisschen schwierig“, sagt Katharina Thewes. Der Grund ist die Umstellung auf die Sommerzeit. „Weil wir keine Rolläden haben, ist es noch hell im Kinderzimmer“, sagt sie und lässt sich einiges einfallen, um Svea und Mats zum Schlafen zu bringen.

Auch wenn die Linksaußen mit der unnachahmlichen Sprungkraft („Keine fliegt so schön wie Katha.“) bei ihren Torwürfen mit 149 Bundesligaspielen und 449 Toren nach wie vor im oberen Drittel der ewigen BSV-Bestenliste rangiert, hat die heute 34-Jährige ihren Schritt nie bereut. „Alles hat seine Zeit“, sagt Katharina Thewes, die von 2001 bis 2009 neun Jahre für den Buxtehuder SV unter ihrem Mädchennamen Schulz in der Bundesliga spielte. Und Katha wirkt glücklich dabei, auch wenn viele ihren Schritt, mit 26 Jahren dem Leistungssport adé zu sagen, nicht verstanden haben. „Ich habe immer das Richtige gemacht“, sagt sie selbstbewusst, und dazu zählt sie auch die Entscheidung, ihre Karriere zu beenden. „Ich hatte nie das Gefühl, Langeweile gehabt zu haben“, sagt Katharina Thewes.

 

Katharina mit Ehemann Markus und den beiden Kindern Svea und Mats

 

Tochter Svea und Sohn Mats halten sie heute auf Trab. So oft es geht, fährt die Familie Thewes nach Guben, der früheren Heimat von Katharina. „Dort leben die Kinder so richtig auf und wollen gar nicht wieder weg“, erzählt die junge Mutter, die längst in Buxtehude – genauer gesagt in einem Häuschen in Ottensen mit Nachbarschaft zur früheren Mitspielerin Susanne Petersen – ihre neue Heimat gefunden hat. Der Grund: Die Familie Schulz betreibt im brandenburgischen Guben an der polnischen Grenze einen großen Bauernhof mit 350 Rindern, 40.000 Hühnern, Schweinen, Tauben, Katzen und Hunden. „Für Kinder ist es das Größte, das Leben auf dem Bauernhof zu erleben“, sagt die frühere Handballerin, die erst jetzt zu schätzen weiß, was das bedeutet. In ihrer Kindheit gehörte der Hof zur Normalität.

 

Ob ihre Kinder irgendwann in die Fußstapfen der Mutter treten, ist völlig offen. „Noch ist Mats zu sehr verspielt“, sagt Katha. Fußball oder Turnen haben sein Interesse noch nicht geweckt. Im Sommer soll es zu den BSV-Handball-Minis gehen. „Vielleicht findet er ja Gefallen daran“, sagt sie. Wenn nicht, halb so schlimm, wichtig wäre ein Mannschaftssport, der ihrem Leben soviel gegeben hat. Ob Fußball, nach Wunsch von Vater Markus, der früher selbst gekickt und American Football gespielt hat, oder Handball, ist letztlich egal. Katharina Thewes selbst, die sich mit Laufen fit hält, würde gerne in einem „Rentnerteam“ zusammenspielen. „Einfach nur aus Spaß und völlig zwanglos“, sagt sie und hofft auf die Gründung dieser Spaßtruppe. Kontakt zu ehemaligen Mitspielerinnen pflegt sie regelmäßig. Nur für Bundesligabesuche in der Halle Nord bleibe leider wenig Zeit. Und auch beruflich möchte sich Katharina Thewes gerne nach Buxtehude verändern. Vor ihrer Elternzeit war sie in der Projektentwicklung eines Bauträgers in Hamburg engagiert. „Schön wäre der gleiche Job in näherer Umgebung“, so die gelernte Bau-Ingenieurin.