Diese BSV-Talente wollen zur EM

Maj Nielsen (hinten 4. von links), Nele Nickel (rechts daneben) und Antonia Pieszkalla (Mitte 3. von rechts) wollen mit der Jugend-Nationalmannschaft zur Europameisterschaft.

 

BUXTEHUDE. Maj Nielsen, Antonia Pieszkalla und Nele Nickel gehören zu den vielversprechendsten Handball-Talenten Deutschlands. Aktuell nehmen die B-Jugendlichen des Buxtehuder SV an einem Lehrgang des Deutschen Handballbundes (DHB) teil.

 

Der Lehrgang dient als Vorbereitung zur U 17-Europameisterschaft im Sommer in Slowenien, da wollen die Drei dabei sein.

 

In den vergangenen Jahren wurde der Handball-Bundesligist Buxtehuder SV mehrfach für seine Jugendarbeit ausgezeichnet. Aktuell gehören gleich drei Spielerinnen aus dem eigenen Nachwuchs der U 17-Nationalmannschaft an. Bei einem Vorbereitungslehrgang in Eisenberg in der Nähe von Jena sucht Bundestrainer Maik Nowak derzeit seinen Kader für die Europameisterschaft, die vom 31. Juli bis 11. August im slowenischen Celje stattfindet. Mit dabei sind auch Maj Nielsen, Antonia Pieszkalla und Nele Nickel vom Buxtehuder SV. Mit der B-Jugend des BSV haben die drei Spielerin am vergangenen Wochenende noch die Meisterschaft in der Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein gewonnen.

Nickel und Pieszkalla zunächst auf Reserveliste

Zu diesem Zeitpunkt wusste jedoch nur Nielsen, dass sie an dem Lehrgang teilnehmen wird. Ihre Mannschaftskolleginnen standen auf der Reserveliste und wurden erst am Wochenende nachnominiert. „Ich habe nicht damit gerechnet, dass sich eine Spielerin diese Chance entgehen lässt“, sagt Antonia Pieszkalla. Doch aufgrund von Erkrankungen und Verletzungen wurden Plätze für den Lehrgang frei. Nickel erfuhr sogar erst am Sonntagabend, dass sie bei dem Lehrgang dabei sein wird. „Ich musste, dass mit meiner Schule abklären, weil ich in dieser Woche drei Arbeiten schreiben sollte“, sagt Nickel, „die darf ich aber nachschreiben.“

 

Beim Lehrgang steht mindestens eine Trainingseinheit pro Tag an. Zudem bestreitet das Team innerhalb von fünf Tagen drei Spiele gegen Frankreich. Den ersten Vergleich am Dienstag in Göllheim entschied die DHB-Auswahl mit 29:28 für sich. Nielsen spielte 35 Minuten und erzielte drei Tore. Nickel durfte nur zehn Minuten auf der Platte stehen. Dennoch traf sie einmal. Pieszkalla bekam bei ihrem Länderspieldebüt 30 Minuten Einsatzzeit und erzielte ihr erstes Tor. „Vorm Spiel war ich nicht aufgeregt. Als wir uns warm gemacht haben und die Ansprache in der Kabine kam, war ich schon nervöser“, sagt Pieszkalla. Die Nationalhymne vor dem Spiel hat sie mit dem Team laut mitgesungen.

Gänsehaut bei der Nationalhymne

Für ihre Teamkolleginnen war dies kein Neuland. Nielsen und Nickel haben mit der Nationalmannschaft bereits 2017 an einem Turnier in Spanien teilgenommen. Dennoch ist es ein besonderer Moment. „Ich bekomme eine Gänsehaut, wenn die Nationalhymne abgespielt wird. Es ist eine Ehre, Teil von dieser Mannschaft zu sein“, sagt Nielsen.

 

Neben dem Sport kommt der gesellschaftliche Teil nicht zu kurz. Die Mannschaft teilt sich mit den Französinnen das Hotel und in der Freizeit werden gemeinsame Aktivitäten durchgeführt. „Wir essen gemeinsam und waren zusammen im Museum. Deswegen sind sie nicht nur Konkurrentinnen“, sagt Nickel.

 

Noch zweimal stehen sich die beiden Teams gegenüber. Beim Duell am Sonnabend in Rodalben werden 1000 Zuschauer erwartet. Beim ersten Spiel waren 400 Zuschauer in der Halle. Für die BSV-Spielerinnen ist das eine ungewohnte Kulisse. „Das ist echt cool, wenn die ganze Halle für einen mitfiebert“, sagt Nielsen.

Medaillengewinn nicht unrealistisch

Bei den Spielen handelt es sich um Tests für die Europameisterschaft. Die BSV-Spielerinnen möchten gerne im Sommer dabei sein. „Das wäre ein einmaliges Erlebnis, dass wir nicht so schnell vergessen würden“, sagt Pieszkalla, „schön wäre es, ein Medaille zu gewinnen.“

 

Dieser Wunsch ist nicht unrealistisch. Immerhin ist Deutschland Titelverteidiger. Davon wollen sich die Spielerinnen aber nicht beeinflussen lassen. „Klar ist Druck vorhanden“, sagt Nielsen, „aber es ist eine komplett andere Mannschaft als im vergangenen Jahr.“

 

In den kommenden Wochen wollen sie mit Leistung beim BSV überzeugen und sich für einen Platz im EM-Kader empfehlen. „Wir müssen im Verein Vollgas geben. Die Nationalmannschaft ist dann ein Zusatz als Belohnung“, sagt Nielsen.

 

Quelle: www.tageblatt.de