DHB-Pokal-Rückblick: Buxtehude schlägt Metzingen und wird zum zweiten Mal Pokalsieger

Am Samstag, 16 Uhr, spielt der Buxtehuder SV in der Halle Nord im DHB-Pokal-Achtelfinale gegen die TuS Metzingen. Es ist das fünfte Aufeinandertreffen der Bundesligisten im DHB-Pokal. Während die ersten beiden Duelle noch zu Zweitliga-Zeiten der “TusSies” deutlich zugunsten des BSV endeten, waren die Partien drei und vier wahre Pokalkrimis. Am Wochenende haben wir bereits auf das letzte Spiel im November 2017 zurückgeschaut. Der BSV verlor damals in eigener Halle knapp mit 25:26. Im zweiten Teil erinnern wir an das wichtigste Spiel zwischen Buxtehude und Metzingen: das DHB-Pokal-Finale 2017.

 

Mit einer sensationellen Leistung gegen den damaligen Deutschen Meister SG BBM Bietigheim (52:0 Punkte) erreichte der BSV mit 30:22 das Endspiel des DHB-Pokal-Final-Four in Bietigheim. Nun trennte nur noch die TuS Metzingen den BSV vom zweiten DHB-Pokal-Sieg der Vereinsgeschichte. Metzingen hatte im Halbfinale den Thüringer HC 23:22 geschlagen.

 

Etwas mehr als 2.300 Zuschauer sorgten beim Finale des OLYMP Final4 in der EgeTrans-Arena für eine fantastische Stimmung. Beide Mannschaften starteten mit der selben Startaufstellung wie im Halbfinale, Maxi Hayn saß in ihrem letzten Spiel also erst einmal draußen.

 

Es entwickelte sich ein Pokal-Krimi, wie er im Buche steht. Der entscheidende Faktor stand wie bereits im Halbfinale im Tor des BSV und hieß Antje Lenz (heute Peveling). Erneut entnervte sie die gegnerischen Angreiferinnen. Doch auch Metzingen Torfrau Jasmina Jankovic wehrte mehrere Bälle ab.Durch einen Treffer von Jessica Oldenburg und zwei Treffer von Friederike Gubernatis ging der Buxtehuder SV in der Anfangsphase mit 3:1 in Führung (7.). Diese sollte nur von kurzer Dauer sein, die TusSies kamen angeführt von der sehr agilen Anna Loerper besser ins Spiel und gingen in der zwölften Minute mit 4:3 in Führung. Es war ein enges und umgekämpftes Spiel mit guter Deckungsarbeit beider Teams. Somit gelang es keiner Mannschaft sich entscheidend abzusetzen.

 

In der 15. Minute dann wieder der Führungswechsel, es stand jetzt 6:5 für den BSV und Timeout von Metzingen. Mitte der ersten Halbzeit blieb es dabei, kein Team konnte sich entscheidend absetzen. Im Gegenteil aus Sicht des BSV, die TusSies glichen in der 23. Minute aus – der Spielstand 9:9.

Anschließend vergab der Buxtehuder SV zweimal die Chance auf drei Tore davon zu ziehen, ehe Isabell Kaiser in der 27. Minute erstmals eine drei Tore Führung herstellte.

 

Trotz doppelter Unterzahl kurz vor der Pause, durch zwei Zwei-Minuten Strafen gegen Emily Bölk und Friederike Gubernatis, ging der BSV mit einer Zwei-Tore-Führung in die Kabine – 14:12. Den 14. Treffer für den BSV erzielte Michelle Goos, die im Halbfinale noch komplett zusehen musste, sehenswert per Kempa-Trick.

 

Final 4 in Bietigheim
Buxtehuder SV TuS Metzingen
Friederike Gubernatis und Antje Lenz wurde ausgezeichnet mit drei weiteren Titelmn

 

16 Sekunden in doppelter Unterzahl musste der BSV Anfang der zweiten Halbzeit überstehen, ehe Emily Bölk wieder aufs Feld durfte. Metzingen nutzte den Raum eiskalt und erzielte sofort den Anschlusstreffer. Wie schon in Halbzeit eins blieb es eine knappe und spannende Partie. Bis zur 40. Minute verteidigte der BSV die Führung, erst Metzingens Linksaußen Ina Großmann glich für die TusSies zunächst zum 16:16, später auch zum 17:17 aus – Timeout Buxtehude.

Trotz zweier Paraden von Antje Lenz gingen die TusSies kurz darauf durch den Treffer von Julia Behnke zum 18:17 sogar das erste Mal seit der 13. Minute wieder in Führung. Das Spiel drohte zu kippen, doch Buxtehude ließ Metzingen nicht davonziehen. Führung Metzingen, Ausgleich Buxtehude – obwohl Antje Lenz einen Siebenmeter von Metzingens Luca Szekerczes parierte, blieb dies in den Folgeminuten das Muster der Partie.

 

Beim Stand von 20:20 ging es in die letzten zehn Minuten – Crunch-time in der EgeTransArena. Trainer Dirk Leun sagte später in der Pressekonferenz, hier sei das Spiel gekippt. Buxtehude legt in Unterzahl vor, Jessica Oldenburg trifft zum 21:20 (51.). Nach dem Ausgleich durch Metzingens Marija Obradovic bringt Michelle Goos ihr Team mit einem wichtigen Treffer von Außen mit 22:21 (54.) in Führung. Neunzig Sekunden später hämmert Friederike Gubernatis den Ball zum 23:21 in die Maschen. Antje Lenz pariert gleich drei 100-Prozentige, unter anderem einen Siebenmeter von Metzingens Spielmacherin Anna Loerper (56.). Metzingen kann durch Ina Großmann noch einmal zum 23:22 verkürzen (57.). Den vorentscheidenden Treffer zum 24:22 erzielte Maxi Hayn. Ihr letzter Treffer in ihrem letzten Spiel für den BSV.

 

Metzingen gab nicht auf, bekam Sekunden vor dem Ende bei 24:23 noch mal den Ball, doch in einen letzten verzweifelten Wurf der „TusSies“ ertönte die Sirene. Der Buxtehuder SV war zum zweiten Mal DHB-Pokalsieger. Die Freude kannte keine Grenzen mehr. Die Mannschaft und die rund 60 mitgereisten Fans feierten ausgiebig.

 

Doch damit nicht genug. Der BSV räumte weiter ab. Antje Lenz wurde nicht nur beste Tor­hüterin des Final Four, sondern auch beste Spielerin. Mit zehn Treffern schnappte sich Friederike Gubernatis die Trophäe der besten Torschützin. Ein perfektes Wochenende, mit dem keiner gerechnet hatte.

 

Die Stimmen:

„Herzlichen Glückwunsch zu Dirk und seiner Mannschaft. Zwei so starke Tage zu spielen, Bietigheim zu schlagen. Wir haben versucht dagegen zuhalten, ab der 50. Minute waren aber zu viele Fehler in unserem Spiel. Ich bin stolz auf meine Mannschaft und was wir erreicht haben. In der Liga, im Pokal und EHF-Cup. Die einfachen Fehler haben am Ende zur Niederlage geführt“, sagte Metzingen Trainerin Edina Roth.

 

„Das ist ein Riesenerfolg. Meine Mannschaft hat zwei tage lang konstante Leistungen gebracht nicht nur im Tor sondern als Team. Ich denke, der Pokalsieg ist verdient, obwohl hier heute zwei gleich-starke Mannschaften auf dem Platz standen. Am Ende hat uns Antje Lenz wie auch gestern gerettet“, sagte ein sichtlich glücklicher Dirk Leun.

 

Final 4 in Bietigheim
Buxtehuder SV TuS Metzingen
Trainer Dirk Leun nimmt seine Pokalheldin Antje Lenz in die Arme