Der Buxtehuder SV trauert um Hans Kall (†68)

Hans Kall bei der Arbeit – mit Camera und Tele-Objektiv in der Halle Nord.

Foto: Dieter Lange

 

Sein Stammplatz in der Halle Nord war stets wenige Meter neben dem Tor, knapp außerhalb des Spielfeldes. Mit Beginn der neuen Bundesliga-Saison wird sein Platz leer bleiben: Hans Kall, der langjährige Haus- und Hof-Fotograf des Buxtehuder Handballs, ist mit 68 Jahren einem Krebsleiden erlegen.

 

Die Halle Nord war so etwas wie das zweite Wohnzimmer des leidenschaftlichen Sportjournalisten. Hier – in der  „Hölle Nord“ – fühlte sich der langjährige Leiter des Sportteams der Regionalausgabe Harburg des Hamburger Abendblattes am wohlsten.

 

Niemand hat in 30 Jahren Bundesliga mehr Fotos von den BSV-Spielerinnen gemacht als er. Hans Kall war nicht nur Stammgast bei den Heimspielen in der Halle Nord, sondern begleitete die Mannschaft auch auf vielen Auswärtsspielen in der Bundesliga und im Europacup. Nicht selten besuchte er auch Spiele der Nachwuchs-Teams.

 

Dem Sport in Harburg und den Landkreisen war Hans Kall seit Jahrzehnten verbunden. 1982 kam er erstmals in die Redaktion der „Harburger Rundschau“, wechselte dann aber nach wenigen Jahren zur „Ahrensburger Zeitung“ auf die andere Seite der Elbe. Ab 1999 war er dann als Nachfolger von Karl-Heinz Krause der Sportmacher in Harburg.

 

2015 verabschiedete sich Hans Kall in den Ruhestand. Dem Buxtehuder Handball aber blieb er treu. So begründete er im Hallenheft die beliebte Serie über ehemalige BSV-Bundesliga-Spielerinnen nach dem Motto: „Was macht eigentlich…?”

 

Seine zweite große Leidenschaft war die Schauspielkunst. In seiner Heimatstadt Wedel stand er regelmäßig auf der Bühne des kleinen Theaters am S-Bahnhof. Hier erlebten auch die Buxtehuder Mannschaft, Helfer und Fans ihren Freund Hans Kall des öfteren in meist sehr lustigen Rollen.

 

Wenn manchen Journalisten nachgesagt wird, dass sie zu Überheblichkeit neigen oder bisweilen arrogant wirken, so war Hans Kall das direkte Gegenteil. In den über 30 Jahren, die ich Hans Kall kannte, habe ich nie erlebt, dass er in einen Streit verwickelt gewesen wäre. Das hätte auch nicht zu ihm gepasst. Er war ein Mensch, dem man nie böse sein konnte.

 

Wir werden ihn vermissen: Den netten Herrn Kall. Unseren lieben Hans.

 

Peter Prior

 

Leidenschaftlicher Sportjournalist und Schauspieler: Hans Kall. Foto: Theater Wedel
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