Danke Antje! – Das Töchterchen beendet die Karriere abrupt

Mit dem Ende der Handball-Saison 2019/20 werden mehrere Spielerinnen das Team Buxtehude verlassen. In den kommenden Tagen verabschieden wir diese Spielerinnen nacheinander vom BSV. Heute: Antje Peveling.

 

Seit dem Aufstieg des BSV in die 1. Bundesliga 1989 gab es nur zehn Spielerinnen mit 200 Bundesliga-Spielen und mehr: Zu diesem erlauchten Kreis gehört auch Antje Peveling. In ihren 207 Bundesliga-Spielen erzielte sie sogar drei Tore. Die Schwangerschaft der 31-Jährigen mit Tochter Lia Avi – geboren 16. Dezember 2019 – beendete im Sommer 2019 vorzeitig ihre große Karriere.

 

Im Sommer 2011 verpflichtet der BSV die damals 22-jährige Torhüterin. Mit ihrem Mädchennamen Lenz war sie keine Unbekannte. Zuvor spielte sie zwei Jahre beim SVG Celle. Nach dem Bundesligaabstieg 2010 war sie mit dem Team gerade wieder aufgestiegen. BSV-Trainer Dirk Leun kannte sie zudem aus der Juniorinnen-Nationalmannschaft. 2008 gewann er mit Peveling sowie der bereits zum Kader gehörenden Lone Fischer die Weltmeisterschaft in Mazedonien. Mit Friederike Gubernatis sollte zwei Jahre später eine weitere Spielerin aus dem Weltmeisterteam zum BSV wechseln.

 

Beim BSV spielte Peveling nicht mehr um den Klassenerhalt, sondern gehörte zu den Titelaspiranten. Sie trat die Nachfolge von Debbie Klijn an und bildete zunächst mit Jana Krause ein Gespann, später mit Julia Gronemann. In ihrer ersten Saison beim BSV fehlten Peveling und der Mannschaft im Play-off-Finale gegen den Thüringer HC nur ein Tor zur Deutschen Meisterschaft. Drei Jahre später musste das Team dem THC wieder knapp den Vortritt lassen. Die Krönung folgte stattdessen beim Final Four in Hamburg. Mit 30:28 gegen den VfL Oldenburg sicherte sich der BSV erstmals den DHB-Pokal.

 

Unvergessen in Pevelings Karriere bleibt jedoch das Final Four zwei Jahre danach. Der 27. und 28. Mai 2017 sind vielleicht die größten Tage ihrer Karriere. Mit zwei überragenden Leistungen sicherte Peveling ihrer Mannschaft den sensationellen Pokalgewinn in Bietigheim. Zudem wurde sie völlig verdient nicht nur als beste Torhüterin, sondern zusätzlich auch als beste Spielerin des Final Fours ausgezeichnet.

 

Als die langjährige Mannschaftsführerin im Mai 2019 am letzten Spieltag im Heimspiel gegen den TV Nellingen im Tor steht, wissen nur wenige Menschen, dass es ihre letzte Partie für den BSV sein wird. Denn eigentlich sollte sie auch in der Saison 2019/20 zwischen den Pfosten des BSV stehen. Schuld daran ist jedoch keine Verletzung sondern Tochter Lia Avi, die im Dezember 2019 das Familienglück von Antje und Ehemann Jan perfekt machte.

 

Auf die Zeit beim BSV blickt Peveling gern zurück. „Ich hatte die Chance, mich von einer jungen Spielerin zur Kapitänin zu entwickeln“, sagt die Torhüterin zu ihren neun Jahren beim BSV. Auch nach der Karriere wird die gebürtige Rostockerin hier bleiben. „Buxtehude ist für mich und meine kleine Familie zur neuen Heimat geworden.“