Buxtehude zerlegt bei 30:21-Heimerfolg das Dortmunder Abwehrbollwerk

Der Buxtehuder SV setzt seinen guten Saisonstart fort. Vor 1.017 Zuschauern in der Halle Nord gewann der Pokalsieger gegen Borussia Dortmund deutlich mit 30:21 (13:9). Dabei sahen die Zuschauer eine personelle Überraschung: mit der Nummer 25 stand Paula Prior im Kader, die mit Zweitspielrecht vom Kooperationspartner Rosengarten “ausgliehen” wurde. Außerdem kerte Linksaußen Michelle Goos nach auskurierter Schulterverletzung zurück – zunächst aber nur auf die Bank. „Dank an Rosengarten, das (Zweitspielrecht für Paula Prior) ging schnell und unkompliziert. Heute hat sie das hervorragend gemacht. Ich bin auch froh, dass ich Michelle mit der Schulter heute noch einmal schonen konnte“, sagte BSV-Coach Dirk Leun zur Buxtehuder Personalsituation. Beste Torschützin der Partie war erneut BSV-Linksaußen Lone Fischer mit neun Treffern, die Linksaußen hat nun bereits 28 Saison auf ihrem Konto. Ebenfalls eine ganz starke Leistung zeigte BSV- Torhüterin Antje Peveling, die sich mit zahlreichen Paraden auszeichnen konnte.

 

Der erste Treffer der Partie sollte den Ton für das ganze Spiel voraussagen: Ballgewinn von Friederike Gubernatis in der Abwehr, die einen schnellen Pass nach vorne spielte und der Tempogegenstoß abgeschlossen von Lone Fischer. Insgesamt konnte der BSV viele Bälle in der eigenen Abwehr gewinnen, die sehr kompakt agierte und dem BVB wenig aussichtsreiche Abschlussmöglichkeiten ermöglichte. Die Abwehrarbeit der Buxtehuderinnen war einer der Schlüssel zum deutlichen Erfolg.

 

Der BSV hatte von Anfang das Heft in der Hand. Emily Bölk schweißte den Ball aus dem Rückraum in die untere Torecke zur ersten zwei Tore-Führung des Pokalsiegers nach knapp fünf Minuten – der Spielstand 3:1. In der 8. Minute nahm BVB-Trainerin Ildiko Barna ihr erstes Timeout, doch es war zunächst der BSV, der durch Friederike Gubernatis nachlegen konnte. Eine schöne Drehung der Rückraumspielerin öffnete ihr den Raum, der anschließende Treffer war nur noch Formsache.

 

Dortmund fand gegen die Abwehr des BSV einfach kein Mittel, drei Treffer nach 15 Minuten sind eine deutliche Sprache dafür. In der eigenen Abwehr wiederum konnte die sonst so starke Abwehr des BVB keinen Zugriff finden. Dies war allerdings auch der effektiven Offensive des BSV geschuldet. Lone Fischer sorgte per sehenswerten Lupfer in der 20. Minute erstmals für eine vier Tore-Führung (9:5). Ein Time-Out auf BSV-Seiten kurze Zeit später sollte sich als weitere gelungene Maßnahme der Gastgeber erweisen, die durch Treffer von Bölk, Schirmer und Gubernatis auf 12:6 davonzogen (26. Minute). Dortmund gelang es allerdings noch den Rückstand etwas zu verringern, Emilia Galinska traf quasi mit dem Halbzeitpfiff zum 13:9 Pausenstand.

 

Der Pokalsieger kam mit mächtig Dampf aus der Kabine. Paula Priors erster Treffer bei ihrer Rückkehr in die Halle Nord zum 17:9 nach 35 Minuten krönte einen perfekten Start in die zweite Halbzeit aus Sicht des BSV. Das gewohnte BVB-Bollwerk drohte zu bröckeln. Es dauerte bis zur 40. Minute ehe der BVB zum ersten Treffer kam, doch dann ging es Schlag auf Schlag. Sechs Treffer fielen in den nächsten zwei Minuten, die Borussia verkürzte in dieser turbulenten Phase den Rückstand zwischenzeitlich wieder auf fünf Treffer (20:15, 44. Minute).

 

Doch der BSV war heute einfach zu stark, im Angriff aber vor allem in der Defensive. Ein Doppelschlag von Isabell Kaiser und Paula Prior sorgte in der Schlussphase für eine komfortable Führung (27:19, 52. Minute). Spätestens als Antje Peveling im Tor des BSV in der 55. Minute mit ihrer 14.(!) Parade einen Siebenmeter entschärfte schien das Spiel gelaufen. Die Protagonistinnen dieses Spiels, setzten auch den Schlusspunkt dieser Partie. Lone Fischer erzielte mit ihrem 9. Treffer den 30:21 Endstand, ehe Antje Peveling mit dem Schlusspfiff einen weiteren Ball parierte.

 

„Wir sind natürlich wahnsinnig enttäuscht. Wir haben uns wesentlich mehr vorgenommen und zu viele Chancen verworfen. Wie gesagt, eine Riesen Enttäuschung heute, aber wir werden nicht Kopf in den Sand stecken. Gratulation an Buxtehude, der Sieg war in dieser Höhe verdient“, resümierte Ildiko Barna nach der Partie. BSV-Trainer Dirk Leun war hingegen mit der Leistung seines Teams hochzufrieden. „Was die Mannschaft heute geleistet hat war echt klasse. Wir hatten uns vorgenommen aus einer stabilen aggressiven Deckung den Gegner vor Problemen zu stellen und auf Tempo zu spielen. Ich denke, das ist uns in der ersten Halbzeit gut gelungen, ich bin eigentlich rundum zufrieden.“

 

BSV: Peveling, Gronemann, Meier, Fischer (9/2), Haurum, Nijboer, Gubernatis (4/1), Knippenborg, Schirmer (5), Bölk (2), Goos, Kaiser (4), L. Prior (2), P. Prior (4)

 

BVB: Ferenczi, Woltering, Kramer (1), Grijseels (5), Weisheitel, C. Müller (4), A. Müller (1), Espinola Perez, Galinska (2), Stockschläder (5), van Kreij (1), Huber (2/2), Mansson, Vaszari