Buxtehuder SV verpasst erneute Sensation denkbar knapp

Der Buxtehuder SV hat die Überraschung im Viertelfinale des DHB-Pokal verpasst. Gegen den Favoriten SG BBM Bietigheim gestaltete der BSV das Spiel lange offen. Erst in den Schlussminuten konnte Bietigheim das Spiel mit 24:22 (11:12) für sich entscheiden.

 

Zu Beginn stand der BSV in der Deckung sicher und bewegte sich gut. Auf der Gegenseite suchte der BSV den Weg zum Tor und wurde häufig per Foul gestoppt. Die fälligen Siebenmeter verwandelte Lisa Prior souverän. Nach neun Minuten hatte die Spielmacherin bereits vier Strafwürfe verwandelt. “Die Mannschaft hat die Taktik in der Anfangsphase hervorragend umgesetzt und wie besprochen Bietigheim über den Kreis angegriffen”, sagte BSV-Trainer Dirk Leun.

 

Anschließend kam Bietigheim besser in die Partie und ging 9:7 in Führung. Doch davon ließ sich der BSV nicht abschütteln. In einer Auszeit stellte Dirk Leun das Team neu ein. Nach einem abgefangenen Ball durch Annika Lott und dem anschließend verwerteten Gegenstoß von Lone Fischer gelang der Ausgleich zum 10:10. In der 29. Minute erzielte Christina Haurum die erneute Führung zum 12:11-Pausenstand.

 

Nach dem Seitenwechsel gelang trotz Unterzahl nach einer Zeitstrafe gegen  Annika Lott das 13:11 durch Jessica Oldenburg. Die Führung hatte jedoch nur kurz Bestand. Bereits in der 34. Minute glich Linksaußen Fie Woller zum 13:13 aus, die anschließend auch Bietigheim in Führung brachte. In der Folge entwickelte sich ein enges Spiel. Beiden Mannschaften unterliefen technische Fehler und es fehlte an der Präzision im Angriff.  Häufig kamen die Teams nur per Siebenmeter zum Torerfolg. Insgesamt traf Lisa Prior siebenmal per Siebenmeter bei sieben Versuchen und die SG verwandelte acht ihrer elf Strafwürfe.

 

Mitte der zweiten Hälfte brachte Friederike Gubernatis den Außenseiter erneut mit zwei Toren in Front. Aber auch das 18:16 brachte keine Sicherheit. Bietigheim spielte immer wieder seine Linksaußen Woller frei, die eine Viertelstunde vor dem Ende zum 18:18 ausglich.

 

Es entwickelte sich ein Pokalkrimi in der Schlussphase. Die Sensation lag in der Luft. Das merkten auch die Zuschauer und Verantwortlichen von Bietigheim. “Der Mäzen von Bietigheim sagte nach dem Spiel zu mir, nur wenige Teams gewinnen hier und wir waren nah dran”, sagte Leun. Doch Buxtehude konnte sich nicht entscheiden in Front setzen. “Am Ende hat uns die Kraft gefehlt, um uns gegen die Deckung entscheidend durchzusetzen”, erklärte Leun.

 

Die entscheidende Phase war zwischen der 53. und 56. Minute. Erst traf Maura Visser per Siebenmeter zum 20:19 für die SG. Anschließend konnte der verlustpunktfreie Bundesligazweite durch zwei Tore von Karolina Kudlacz-Gloc erstmals in der Partie mit drei Toren in Front gehen. Der BSV gab sich auch nach dem 19:22 nicht auf. Eine Minute vor dem Ende stellte Friederike Gubernatis erneut den Anschluss zum 22:23 her. In der Schlussminute wollte der Ausgleich jedoch nicht mehr fallen, sodass der BSV die Sensation und das Final Four im Mai in Stuttgart verpasste.

 

Anlass für Kritik gab es für Dirk Leun jedoch nicht: “Es ist ärgerlich, dass wir ausgeschieden sind. Ich kann meiner Mannschaft nur ein dickes Lob aussprechen. Sie hat ein Riesenspiel gemacht. Wir haben Bietigheim über 60 Minuten Paroli geboten. Diese Mannschaft bei 24 Tore zu halten, ist überragend. Wir sind enttäuscht, aber wir können erhobenen Hauptes vom Feld und in die nächste Saisonphase mit dem Heimspiel gegen Bad Wildungen und drei wichtigen Auswärtsspielen gehen.”

 

Statistik:

 

SG BBM Bietigheim: Eckerle, Salamakha – Visser (1/1), Rozemalen (1), Lauenroth (3), Ivancok, Loerper (7/5), von der Heijden, Schulze, Kudlacz-Gloc (5/2), Woller (5), Malestein (2), Braun.

 

Buxtehuder SV: Peveling, Rühter – Luschnat, Fischer (2), Düvel (1), Haurum (2), Dölle, Gubernatis (3), Schirmer (1), Oldenburg (5), Lott, Kaiser (1), L.Prior (7/7), Staal.

 

Siebenmeter: Bietigheim 11 (Loerper 5/7, Kudlacz-Gloc 2/3, Visser 1/1) – Buxtehude 7 (L.Prior 7/7)

 

Zeitstrafen: Bietigheim 1 (Kudlacz-Gloc) – Buxtehude 2 (Lott, L.Prior)

 

Schiedsrichter: Julian Köppl, Denis Regner

 

Zuschauer: 424

 

Spielfilm: 3:1 (4. Min.), 3:5 (8.), 7:7 (15.), 9:7 (19.), 10:10 (26.), 11:12 (Halbzeit), 14:13 (34.), 16:18 (40.), 19:19 (49.), 22:19 (56.), 23:22 (59.), 24:22 (Endstand).

 

Weitere Viertelfinalpartien:

Neckarsulmer Sport-Union – TuS Metzingen 19:25

Thüringer HC – Borussia Dortmund 13.1.

Union Halle-Neustadt – Bayer Leverkusen 13.1.