Buxtehuder SV schnuppert 50 Minuten an der Sensation

50 Minuten lang durften die 1.162 Fans in der Halle Nord von der Sensation gegen den Thüringer HC träumen. Doch in der Schlussphase verließen dem Team nach hartem Kampf die Kräfte. Dennoch erhielt die Mannschaft Applaus für eine starke Leistung.

 

Zu Beginn des Spiels trauten die Zuschauer in der “Hölle Nord” ihren Augen nicht. Nach acht Minuten führte der BSV 4:0. Dirk Leun hatte den THC mit einer 5:1-Deckung überrascht. Die Gäste kamen nicht in Wurfpositionen, sodass Lea Rühter die ersten vier Angriffe von Thüringen parieren konnte. Erst nach genau neun Minuten traf Jovana Sazdovska ins Tor des BSV. Nach einem verwandelten Siebenmeter von Iveta Luzumová reagierte Dirk Leun. Er nahm eine Auszeit und stellte sein Team wieder ein.

 

In der Folge konnte der BSV seinen Vorsprung bis kurz vor die Pause halten. Thüringen fand kaum Mittel gegen die Deckung der Gastgeberinnen und musste sich jedes Tor hart erarbeiten. Quasi die gesamte Zeit spielte Thüringen mit der siebten Feldspielerin. Das verwaiste Tor konnte unter anderem BSV-Torfrau Lea Rühter für zwei Tore nutzen.

 

Doch dann half der BSV etwas mit. Zwei Fangfehler von Jessica Oldenburg nutzte der Titelverteidiger um vier Minuten vor der Pause zum 11:11 auszugleichen. Doch auch davon ließ sich Buxtehude nicht unterkriegen. Durch Tore von Jessica Oldenburg und Mieke Düvel führte der BSV zur Halbzeit 13:12.

 

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich eine ausgeglichene Partie. In der 36. Minute ging der THC erstmals durch Sazdovska in Führung – 16:15. Aber Buxtehude war noch lange nicht geschlagen. Angetrieben von den Fans wurde die Partie weiter offen gehalten. Doch die intensive Abwehrarbeit machte sich zunehmend bemerkbar. Vereinzelte Fehler schlichen sich in das Spiel ein. Dies wusste der THC gnadenlos zu bestrafen. Mit zwei weiteren verwandelten Siebenmetern sorgte Luzumová 13 Minuten vor dem Schlusspfiff für die erste Drei-Tore-Führung Thüringens.

 

Ein letztes Aufbäumen Buxtehudes konnte Thüringen sieben Minuten vor dem Ende durch Tore von Emily Bölk und Alicia Stolle im Keim ersticken. Das 23:28 war die Vorentscheidung. In den Schlussminute versuchte der BSV zwar alles, doch Thüringen konnte die Führung mit seiner Klasse ungefährdet über die Zeit bringen.

 

 

Herbert Müller: „In Buxtehude ist es immer einen intensives und nervenaufreibendes Spiel. Dirk hat eine gute Taktik mit der 5:1-Deckung gewählt. Wir haben in der ersten Halbzeit zu wenig Druck aus dem Rückraum ausgeübt. Erst in der 2. Halbzeit hatten wir den Mut von den Halbpositionen zu werfen. Es ist ein verdienter, aber schwer erkämpfter Sieg. Darüber bin ich sehr erleichtert.”

 

Dirk Leun: „Meine Mannschaft hat mir sehr viel Spaß gemacht. Unsere Taktik hat lange funktioniert und sie hätte auch noch weiter funktioniert, doch uns sind die Kräfte ausgegangen. Wir mussten immer weitere Wege gehen. Das hat Emmy zu leichten Toren genutzt. Insgesamt haben wir mit viel Leidenschaft und Herz gespielt. Darauf können wir stolz sein.”

 

Lea Rühter, mit acht Paraden in der ersten Halbzeit und zwei Toren die “Spielerin des Tages”: „Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen. Das hat mir Sicherheit gegeben. Natürlich freut es mich, zwei Tore geworfen zu haben, aber unter Strich haben wir das Spiel verloren. Dennoch haben wir ein gutes Spiel gemacht und uns vernünftig präsentiert. Allerdings reicht eine gute Halbzeit gegen Thüringen nicht aus.”

 

Emily Bölk, erzielte fünf Tore für den THC: „Ich war ein wenig nervös. Ich musste erstmal in alle Kabinen gucken, damit ich weiß, wo ich hin muss. Ich wurde schön empfangen und habe mich gefreut meine Familie und mein altes Team wiederzusehen. Dass ich dann meinen Teil zum Sieg beitragen konnte, freut mich. Ich bin froh über die zwei Punkte. Hätten wir hier mit einer Niederlage die Meisterschaft verspielt, wäre ich sauer gewesen.”

 

Buxtehuder SV: Peveling, Rühter (2) – Pauschert, Geist, Luschnat, Fischer (4/2), Düvel (3), Haurum, Dölle (1), Gubernatis (5), Schirmer (1), Oldenburg (7), Kaiser (1), L.Prior (3).

 

Thüringer HC: Zimmermann, Giegerich, Sazdovska (4), Mazzucco (1), Schmelzer (2), Stolle (4), Luzumová (11/7), Bölk (5), Großmann, Müller, Jakubisova (3), Huber (3).

 

Schiedsrichter: Christian vom Dorff, Fabian vom Dorff.

 

Zeitstrafen: Buxtehuder SV 1 (Oldenburg) – Thüringer HC 4 (Huber 2, Stolle, Jakubisova).

 

Siebenmeter: Buxtehuder SV 2/4 (Fischer 2/3, L.Prior 0/1) – Thüringer HC 7/7 (Luzumová 7/7).

 

Zuschauer: 1.162.

 

Spielfilm: 4:0 (8. Minute), 4:2 (11.), 11:8 (25.), 11:11 (28.), 13:11 (30.), 13:12 (Halbzeit), 15:15 (36.), 15:16 (37.), 18:18 (40.), 18:21 (42.) 20:21 (45.), 21:26 (51.), 23:26 (52.), 23:28 (54.) 27:33 (Endstand).