Buxtehuder SV verschenkt Sieg gegen Schlusslicht

Enttäuscht saßen die Spielerinnen des Buxtehuder SV  nach dem Spiel auf der Bank. Gegen den punktlosen Aufsteiger SV Union Halle-Neustadt kam die Mannschaft vor 1.119 Zuschauern nicht über ein 29:29 hinaus. Auch elf Tore von Annika Lott reichten nicht zum Sieg.

 

In der Anfangsphase lief alles nach Plan für den Buxtehuder SV. Nach 15 Minuten schien es eine klare Angelegenheit für die Gastgeberinnen zu werden. Jessica Oldenburg erzielte das 11:6. In der Folge gelang dem BSV nichts mehr. Mit einem 8:0-Lauf drehten die Gäste die Partie zum 14:11. Erst nach zehn Minuten ohne eigenen Treffer erzielte Annika Lott das zwölfte Tor für den BSV.

 

Es war das erste Tor der Nationalspielerinnen des Tages. Bis zum Schluss sollten noch zehn Treffer folgen. Ihre Mannschaftskolleginnen erzielten in der verbleiben Spielzeit zusammen nur noch sieben Tore. Zwei Treffer von Lott sorgten auch dafür, dass der BSV zur Pause lediglich mit 14:18 im Rückstand war.

 

Im zweiten Durchgang hatte der BSV damit zu kämpfen die Partie zu drehen. In der 40. Minute gelang Christina Haurum der Ausgleich zum 22:22. Nach einer Zeitstrafe für Laura Winkler offenbarte dem BSV auch die Chance zur Führung. Doch nach vielversprechendem Beginn verlor der BSV die Souveränität im Angriff. Halle ging wieder in Front und der BSV glich aus.

 

Nach 51 Minuten deutete sich nach schwierigen Spielverlauf doch ein Sieg des Favoriten an. Mit einem Doppelschlag brachten Melissa Luschnat und Lisa Prior Buxtehude mit 28:26 in Führung. Zudem war das Team nach der zweiten Zeitstrafe für Winkler in Überzahl. Auch nach dem 29:27 durch die “Spielerin des Tages” Lott waren sich die Zuschauer in der “Hölle Nord” siegesgewiss. Zudem spielte Buxtehude erneut in Überzahl. Pia Dietz erhielt ihre dritte Zeitstrafe und musste bis zum Schluss vom Feld.

 

In den verbleibenden vier Minuten verpasste der BSV jedoch für die Entscheidung zu sorgen. Zwei Angriffe konnten nicht im Tor untergebracht werden. Dies bot den Gästen bis zum Schluss die Chance auf den ersten Punktgewinn der Saison. 25 Sekunden vor dem Ende erzielte Mariana Ferreira Lopes das 29:28. Buxtehude ließ sich Zeit. Dirk Leun hätte sogar eine Auszeit nehmen können, verzichtete jedoch darauf. Stattdessen versuchte Buxtehude gegen die offene Deckung Halles die Zeit herunterzuspielen. Friederike Gubernatis versuchte einen Freiwurf zu ziehen. Die Schiedsrichter ließen weiterlaufen und Halle war im Ballbesitz. Im Gegenstoß traf Ekaterina Fanina fünf Sekunden vor der Sirene zum 29:29 und sicherte ihrem Team den ersten Punktgewinn in dieser Bundesliga-Saison.

 

Vor der EM-Pause beträgt der Vorsprung des BSV auf die Abstiegsplätze lediglich ein Punkt. Halle-Neustadt bleibt weiterhin Letzter. Nach dem ersten Punktgewinn keimt beim Aufsteiger jedoch Hoffnung auf den Klassenerhalt.

 

Tanja Logvin: “Wir haben 40 Minuten gut gespielt. Die letzten 20 Minuten war es Lotto und wir haben zum Glück einen Punkt mitgenommen. Ich habe an die Mannschaft geglaubt und hoffe, dass es nicht unser letzter Punkt sein wird. Es ist ein enorm großer Sprung von der zweiten zur ersten Bundesliga. Das Tempo ist ein ganz anderes, aber wir sind auf einem guten Weg.”

 

Dirk Leun: “Ich entschuldige mich. Der Punktverlust geht auf meine Kappe. Ich muss am Ende die Auszeit nehmen. Das war ein schwerer Fehler von mir. Über alles andere möchte ich nichts sagen.”

 

Buxtehuder SV: Peveling, Rühter, Gronemann – Luschnat (3), Fischer, Düvel, Haurum (1), Dölle, Gubernatis (1), Schirmer (6), Oldenburg (4), Lott (11), Kaiser (1), L.Prior (2/2), Staal.

 

SV Union Halle-Neustadt: Figueira de Gois, Gudelj – Ferreira Lopes (7), Reppe, Dietz, Fanina (5), Galinska (2/1), Möschter, Winkler (1), Smit (4/4), Heimburg (1), Janiszewska (2), Lütke (4), Divak (3).

 

Zeitstrafen: Gubernatis 2, Lott – Dietz 3 plus Disqualifikation, Winkler 2.

 

Zuschauer: 1.119

 

Weiter geht es für den BSV am 27. Dezember in Göppingen. Das nächste Heimspiel bestreitet der BSV am Sonntag, 30. Dezember. Ab 15 Uhr ist Bayer Leverkusen in der Halle Nord zu Gast.