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BSV verschenkt Heimsieg gegen Göppingen

Lynn Schneider gab gegen FRISCH AUF Göppingen ihr Comeback. Fotos: Dieter Lange

Der Buxtehuder SV hat im Heimspiel gegen FRISCH AUF Göppingen eine unerwartete 27:28-Niederlage einstecken müssen. Selbst eine Fünf-Tore-Führung zur Pause reichte nicht, um das Feld als Sieger zu verlassen. Weiter geht es für das Team nach der Länderspielpause am 25. April, 16 Uhr, bei den Kurpfalz Bären Ketsch.

Caroline Müller-Korn hatte das Unentschieden in der Hand. Nachdem die die Schlusssirene bereits ertönt war, trat die Spielmacherin zu ihrem dritten Siebenmeter an diesem Tag an. Nach zuvor zwei Treffern warf sie den dritten Versuch rechts am Tor vorbei. Damit war die Heimniederlage für den BSV gegen den abstiegsgefährdeten Gegner aus Göppingen besiegelt. Dabei hatte zur Halbzeit alles auf einen Erfolg der Gastgeberinnen gedeutet.

In der Anfangsphase spielten beide Teams munter auf Angriff. Beide Offensivreihen erhielten nur wenig Gegenwehr, sodass es bis zum 10:10 in der 17. Minute ein hin und her bei der Führung gab. Beim BSV überzeugte besonders Johanna Heldmann, die vier ihrer fünf Tore bis dato erzielte und „Spielerin des Tages“ wurde. Eine Überzahlsituation nutzte Buxtehude, um erstmals einen kleinen Vorsprung zu erspielen. Mit drei Treffern in Serie brachte Meret Ossenkopp den BSV mit 13:10 in Front (21.).

Es schien, als ob Buxtehude die Kontrolle habe. Defensiv stand der BSV sicherer, ließ nur noch einen Gegentreffer bis zur Pause zu. Offensiv konnte der Vorsprung ausgebaut werden. Isabelle Dölle sorgte für den 16:11 Pausenstand. Hätten Dölle und Paulina Golla bei ihren Würfen in der Schlussphase der ersten Hälfte nicht den Pfosten beziehungsweise die Latte getroffen, hätte die Führung noch deutlicher sein können.

Nach dem Seitenwechsel kam ein Bruch in das Spiel der Gastgeberinnen. Bis Mitte der Halbzeit konnte zwar eine Drei-Tore-Führung gehalten werden, doch die technischen Fehler häuften sich mit zunehmender Spieldauer, auch weil Göppingen die Abwehr umstellte. Folgerichtig stellte Göppingens Šárka Marčíková erst den Anschluss her, glich anschließend aus und Göppingens „Spielerin des Tages“ Michaela Hrbková brachte ihre Mannschaft nach langer Zeit beim 24:23 wieder in Front (49.).

BSV-Trainer Dirk Leun reagierte. Er stellte auf eine 5:1-Deckung um. Buxtehude zwang Göppingen zu Ballverlusten. Dadurch konnte das Ergebnis eng gehalten werden, obwohl offensiv weiterhin wenig zusammenpasste. Selbst als Lynn Schneider 79 Sekunden vor Ende für zwei Minuten vom Feld musste, verpassten die Gäste den entscheidenden Treffer zum 29:27. Stattdessen bot sich Buxtehude ein letzter Angriff. Der BSV spielte die Uhr bis auf wenige Sekunden runter, als Paulina Golla frei am Kreis stand und einen Siebenmeter herausholte. Die ideale Gelegenheit für ein Remis, doch es sollte nicht sein.

Buxtehude verpasste wegen der Niederlage den Anschluss an Platz sieben herzustellen. Die einzig freudige Nachricht war somit das Bundesliga-Debüt von Mette Kock. Die Kreisläuferin spielt normalerweise im Juniorenteam und ist die Tochter der ehemaligen BSV-Spielerin Kathrin Kock (geb. Kohlhagen), die zwischen 1990 und 1995 113 Bundesliga-Spiele für den BSV absolvierte. Göppingen holte dank des ersten Sieges in Buxtehude seit 2006 zwei wichtige Zähler im Kampf um den Relegationsplatz.

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Nico Kiener, Trainer FRISCH AUF Göppingen: „In unserer Situation sind wir froh, dass wir gewonnen haben. Zur Halbzeit waren wir fünf Tore hinten, weil wir drei, vier Fehler machen, die nichts mit dem Spiel zu tun hatten. In der Halbzeit haben wir uns zusammengerissen und haben die Abwehr umgestellt. Es war gut, dass wir gegen die Rückraum Mitte weiter nach vorne gegangen sind. Wir haben den Mut nicht verloren, dass ist in unserer Situation nicht einfach. Das haben die Spielerinnen toll gemacht, haben dran geglaubt. Deswegen bin ich glücklich das wir gewonnen haben, weil wir die zwei Punkte gebraucht haben.“

BSV-Trainer Dirk Leun: „Wir sind sehr enttäuscht darüber, was wir für eine Leistung gebracht haben. Das müssen wir erstmal überschlafen. Wir sind nicht mal annähernd an ein Niveau herangekommen, was wir auch können. Die Zahl der technischen Fehler war schlichtweg zu groß, die sprengt allen Rahmen. Das erklärt, warum wir nicht als Sieger, sondern als Verlierer die Platte verlassen.“

BSV-Spielerin Lynn Schneider, die ihr Comeback gab: „Wir haben in der zweiten Halbzeit nicht mehr kompakt in der Abwehr gestanden, nicht den Zugriff gefunden, deren Spiel zu unterbinden. Nach vorn haben wir zu viele technische Fehler gemacht und zu hektisch gespielt, als Göppingen die Abwehr umgestellt hat. Für mich war es schön, wieder auf dem Handballfeld zu stehen. Nach so langer Pause war ich sehr aufgeregt vor dem Spiel. Mit einer Niederlage kann ich nicht zufrieden sein und somit auch nicht mit meiner Leistung.“

Die Statistik zum Spiel:

Spielfilm: 10:10 (17. Minute), 13:10 (21.), 16:11 (Halbzeit), 19:16 (39.), 23:21 (47.), 23:24 (49.), 26:26 (55.), 27:28 (Endstand)

Buxtehuder SV: Schädlich, Filter – Süchting 2, Heldmann 5, Kock, Dölle 4, Scherer, Ossenkopp 5, Schneider 1, Prior 3, von Prittwitz 4, Golla, Müller-Korn 3/2

FA Göppingen: Bocka, Kaminska, Lengyel – Brugger 2, Wolf 1, Frey, Ioneac, Hrbková 10/3, Andjic 3, Morf-Bachmann 7, Tinti 3,

Marčíková 2, Ehmann, Welter

Siebenmeter: BSV 2/3 (Müller-Korn 2/3) – FAG 4/5 (Hrbková 3/3, Wolf 1/2)

Zeitstrafen: BSV 3 (Prior, Süchting, Schneider) – FAG 1 (Wolf)

Schiedsrichter: Steven Heine und Sascha Standke

Zuschauer: 0 (coronabedingt keine Zuschauer zugelassen)

Nächstes Spiel: Kurpfalz Bären – Buxtehuder SV (Sonntag, 25. April 2021, 16 Uhr)

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