24:29-Niederlage: BSV verpasst die Big Points in Blomberg

BUXTEHUDE. Eine Woche vor dem Spitzenspiel gegen Metzingen haben die Bundesliga-Handballerinnen des Buxtehuder SV eine enttäuschende Leistung abgeliefert. Der BSV offenbarte beim 24:29 gegen die HSG Blomberg-Lippe mannschaftliche und individuelle Defizite.

 

Die BSV-Fans kennen Dirk Leun als einen Trainer, der sich bei den Pressekonferenzen Zeit nimmt, um das wenige Minuten zurückliegende Spiel zu erklären. Am Sonnabend jedoch ist ihm die Lust daran offenbar vergangen. Nachdem Leun den Blombergern zum Sieg gratuliert hatte und dafür Applaus bekam, feuerte er ein ungewohnt kurzes Statement ab: „Blombergs Sieg geht absolut in Ordnung. Wir haben vor allem in der zweiten Halbzeit eine sehr enttäuschende Leistung gebracht, die einige zentrale Fragen aufwirft. Mehr möchte ich zu diesem Spiel nicht sagen.“

 

Der BSV-Trainer war angefressen und hatte allen Grund dazu. Zwar hatte er ein schwieriges Auswärtsspiel gegen Blomberg erwartet. Aber mit der Art und Weise, wie sich seine Mannschaft präsentierte, hatte dieser nicht gerechnet. Und auch die möglichen „Big Points“ (Leun), die eine komfortablere Ausgangslage in der Tabelle bedeutet hätten, waren futsch. Der Tabellenvierte muss nun um den Europapokalplatz bangen, da mit Frisch Auf Göppingen, Bayer Leverkusen und eben Blomberg-Lippe gleich drei Clubs mit nur einem Pluspunkt weniger als der BSV in Lauerstellung sind.

 

Potenzial bei weitem nicht ausgeschöpft

 

Die Buxtehuder hatten in Blomberg auf den dritten Sieg in Folge gehofft. Dass es nicht dazu kam, hängt mit einer Reihe mannschaftlicher und individueller Schwächen zusammen. Einige Spielerinnen verzettelten sich zu sehr in Einzelaktionen, wodurch kein Spielfluss zustande kam. Viele Würfe waren leichte Beute für die Blomberger Torhüterin. Und es gab Spielerinnen, die einen gebrauchten Tag erwischten. Wie Emily Bölk, die zu keinem Zeitpunkt Durchschlagskraft entwickeln konnte, oder Lone Fischer, die ihre Effektivität im Abschluss vermissen ließ. „Wir haben unser Potenzial nicht ausgeschöpft“, sagt Leun.

 

Dabei begann es so gut. Nach rund einer Viertelstunde lag der BSV zum ersten Mal mit vier Toren vorne. Der Vorsprung aber schrumpfte schnell nach einer Reihe von Fehlwürfen und Ballverlusten im Angriff. Die HSG spielte vor den knapp 900 Zuschauern mit Tempo nach vorne und drehte das Spiel erstmals. Es entwickelte sich eine offene und spannende Partie. 20:20 stand es eine Viertelstunde vor dem Ende – es war der insgesamt sechste und letzte Ausgleich im zweiten Durchgang. Der BSV vergab in der Folge viele Torchancen, die Blombergerinnen hingegen waren kaltschnäuziger und freuten sich schließlich über die Fortsetzung ihrer Erfolgsserie von sechs Spielen ohne Niederlage.

 

Lisa Prior und die Torfrauen als einzige Lichtblicke

 

Lichtblicke auf Buxtehuder Seite waren die Torhüterinnen Antje Peveling und Julia Gronemann, die den BSV bis in die Schlussphase im Spiel hielten. Und Spielmacherin Lisa Prior, die mit zehn Toren beste Werferin war und sich als sichere Schützin vom Siebenmeterpunkt erwies. Prior traf viele richtige Entscheidungen – mehr als ihre Mitspielerinnen im Rückraum. Jessica Oldenburg, die im linken Rückraum begann, baute nach gutem Start deutlich ab. Emily Bölk konnte weder auf Halblinks noch auf Halbrechts überzeugen und musste sich die Kritik ihres Trainers gefallen lassen.

 

Nach dem Auftritt in Blomberg strahlt Leun wenig Zuversicht aus: „Wenn wir so wie in der zweiten Halbzeit spielen, haben wir gegen Metzingen keine Chance.“ Der Tabellendritte ist am kommenden Sonnabend zu Gast in der Halle Nord. Mit einem Sieg könnte der BSV von der Punkten her mit den „TusSies“ gleichziehen. Damit es möglicherweise klappt, fordert Leun, dass sich etwas in den Köpfen und in puncto Disziplin tun müsse. „Das Schöne an der Sache ist, dass wir eine Woche Zeit haben.”

Die Statistik zum Spiel

 

Spielverlauf aus BSV-Sicht: 5:2 (5.), 7:4 (14.), 8:8 (20.), 11:11 (27.), 13:12 (Halbzeit), 15:16 (36.), 18:18 (43.), 20:24 (49.), 22:25 (54.), 24:29 (Endstand).

 

Buxtehuder SV: Peveling, Gronemann, Rühter; Borutta, Meier, Fischer, Haurum 2, Gubernatis 4, Knippenborg, Schirmer 2, Oldenburg 4, Bölk, Goos, Kaiser 2, Prior 10/6.

 

HSG Blomberg-Lippe: Monz, Veith; Schnack 1, Rüffieux 1, Klaunig 2, Müller 1, van Buren 2, van Zijl, Pichlmeier 1, Kardovska 2, Steenbakkers 2, Michielsen 5, Stolle 8, Emidio Rodrigues, Petersen 4/3.

 

Siebenmeter: BSV 6/6 (Prior 6/6) – HSG 3/3 (Petersen 3/3).

 

Zeitstrafen: BSV 2 (Knippenborg 1, Goos 1) – HSG 2 (Michielsen 1, Petersen 1).

 

Zuschauer: 899

 

Schiedsrichter: Fabian und Christian vom Dorff

 

Nächstes Spiel: BSV – TuS Metzingen (Sbd., 3. Februar, 16 Uhr).