BSV-Talente geben alles bei 40 Grad

Mit Freude und und auch einer gewissen Genugtuung hat BSV-Trainer Dirk Leun die Auftritte seiner beiden Spielerinnen Emily Bölk (17) und Paula Prior (18) bei der Juniorinnen-Europa-Meisterschaft in Spanien verfolgt und kommt zu dem Ergebnis: „Hier wurden einmal mehr die Ergebnisse unserer intensiven Nachwuchsarbeit sichtbar. Emmy und Paula haben seit der E-Jugend im BSV eine systematische Ausbildung durchlaufen und sich damit ein sehr stabiles Fundament für die Bundesliga gebaut.“

 

Die beiden BSV-Spielerinnen hatten einen nicht unerheblichen Anteil am 5. Platz des deutschen Teams. Emily Bölk war – als jüngste – einmal mehr die überragende Spielerin ihrer Mannschaft. Sie erzielte 47 Treffer (bei einer Quote von 78 %) und wurde von der EHF auf der Königsposition Rückraum links in das All-Star-Team des Turniers berufen. Spielmacherin Paula Prior kam in allen sieben Spielen zum Einsatz und war am Ende mit 22 Treffern (und einer Quote von 88 %) sogar zweitbeste deutsche Torschützin.

 

Emily Bölk und Paula genießen jetzt ihren wohl verdienten Urlaub und stoßen erst zum Elbmarsch-Cup in Stove (22. August) wieder zum Bundesliga-Team. Neben Paula Prior rücken zur neuen Saison mit Anna-Lena Grell (20), Laura Schultze (19) und Lynn Schneider (19) drei weitere Talente in den Bundesliga-Kader auf.

 

Trainer Dirk Leun: „Alle vier Spielerinnen haben noch einen langen Weg vor sich, aber auch eine reelle Chance, sich in der Bundesliga zu etablieren. Und ich sehe im Verein weitere Talente mit einer guten Perspektive. Unser Weg, auf eine möglichst optimale Förderung  leistungsbereiter Nachwuchsspielerinnen zu setzen, wird sich in den nächsten Jahren auszahlen.“
So lautet das TAGEBLATT-Fazit zur U19-Europameisterschaft:

 

Am Montag sind Emily Bölk (17) und Paula Prior (18) von der U 19-Europameisterschaft im spanischen Valencia zurückgekehrt. Bevor die beiden Handballerinnen vom Buxtehuder SV jetzt in den verdienten Urlaub aufbrechen, blicken sie für das TAGEBLATT auf das Turnier, das die DHB-Auswahl mit dem fünften Platz beendete, zurück. Auffallend: Die hohen Temperaturen in den Hallen haben den Spielerinnen ganz schön zugesetzt.

 

Im Großen und Ganzen herrscht Zufriedenheit im deutschen Lager, seit Jahren hat keine Juniorinnen-Auswahl so gut bei einer Europameisterschaft abgeschnitten. „Wir haben als Team das Maximum rausgeholt“, sagt Prior. Zugleich wissen die Deutschen, dass möglicherweise mehr drin gewesen wäre. Bundestrainerin Marielle Bohm betont, dass es ihren Mädels nicht immer gelungen sei, die „Leistung in der Breite des Kaders“ abzurufen. Dadurch war eine Leistungsträgerin wie Emily Bölk umso mehr gefordert. Sie brachte es in den sieben Partien (420 Minuten) auf rund 360 Einsatzminuten – mehr als jede andere deutsche Spielerin.

 

Über Siege und Niederlagen

Die DHB-Auswahl hat in sieben Partien zwei Niederlagen einstecken müssen: gegen den späteren Europameister Dänemark und Vizemeister Russland. „Das waren zwei schlechte Spiele“, findet Bölk. Auffallend: Dänemark und Russland waren nicht unbedingt spielerisch überlegen. Ihr Vorteil: Sie konnten sich mehr Wechsel erlauben. Besser lief es für Deutschland dagegen bei den Erfolgen gegen Montenegro in der Hauptrunde und gegen Norwegen im Spiel um Platz fünf. „Da war der unbedingte Kampf und der Wille zum Gewinnen da“, sagt Bölk.

 

Über Zusammenhalt

In der Saison spielen viele der jungen Handballerinnen mit ihren Klubs gegeneinander, in der Nationalmannschaft spielt die Rivalität keine Rolle. „Wir verstehen uns wirklich super“, sagt Prior. Den Zusammenhalt definieren sowohl Prior als auch Bölk als größte Stärke der Nationalmannschaft bei dieser Europameisterschaft.

 

Über Emily Bölk

Die Statistik der Ausnahmesportlerin ist beeindruckend. Dabei fiel sie nicht nur als Treffsicherste auf, sondern auch als Aggressive Leader und verdiente sich mehrfach das Prädikat Spielerin des Spiels. Bölk selber ist mit ihrer Leistung zufrieden, geht mit sich aber auch streng ins Gericht: „Es war keine Spitzenleistung. Erst ab der Hauptrunde bin ich besser in die Spiele gekommen.“ Fakt ist: Bölk sticht heraus.

 

Über Paula Prior

Anfangs gehörte sie noch nicht zur Startformation. Erst als sich eine Mitspielerin verletzte, kam die Zeit von Prior, die bei ihrem ersten großen Turnier viel Verantwortung auf Rückraum Mitte übernehmen musste. „Das war schon eine andere Anspannung“, sagt sie und machte ihre Aufgabe so gut, dass auch ihre Statistik passable Werte aufweist. „Viele positive Aktionen, wenige Fehler“, sagt Bölk über Prior.

 

Über die Temperaturen

Valencia erlebt seinen heißesten Sommer seit Jahren mit Temperaturen an die 40 Grad. „In den Hallen war es kaum auszuhalten“, berichtet Bölk. Keine Klimatisierung, stickige Luft, ein rutschiger Ball. Es gab mehrere Spielpausen, in denen der Hallenboden gewischt werden musste. Hin und wieder wurden das Aufwärmen und die Halbzeit-Ansprachen nach draußen vor die Halle verlegt. „In der Kabine war es wie in einer Sauna“, sagt Prior, „das habe ich noch nie erlebt.“

 

Über den BSV

Trainer Dirk Leun gewährt den beiden EM-Fahrerinnen zusätzlichen Urlaub. Erst in rund zwei Wochen steigen Bölk und Prior in die Saisonvorbereitung mit dem BSV ein, halten sich im Urlaub aber mit individuellen Programmen fit.

 

Quelle: TAGEBLATT (Tim Scholz) vom 05.08.2015