BSV-Jugend träumt vom Titel

Juniorin-Nationalspielerin Antonia Pieszkalla möchte mit dem BSV deutscher Meister werden.

 

BUXTEHUDE. Am Wochenende findet in der Halle Nord in Buxtehude das Final Four um die Deutsche Handball-Meisterschaft statt. Ausrichter ist der Buxtehuder SV. Die B-Juniorinnen des BSV haben sich erstmals seit 2014 qualifiziert.

 

Der Verein hatte damit bereits vor dem Saisonbeginn geliebäugelt, immerhin wird das Team von drei Trainern trainiert. Bundesligatrainer Dirk Leun, Jugendkoordinator Lars Dammann und Robert Frahm bilden das Trainergespann der B-Juniorinnen. „Dirk wollte sich wieder mehr in die Jugendarbeit einbringen“, sagt Robert Frahm. Da Leun aufgrund von parallel stattfindenden Bundesliga-Spielen Unterstützung brauchte, fragte er Dammann und Frahm. „Wer als Trainer vorwärts möchte, wäre maximal dämlich, diese Chance abzulehnen“, sagt der 33-jährige Frahm. Eine konkrete Aufgabenverteilung gibt es unter den Coaches nicht, dennoch gibt Leun die grundlegende Ausrichtung vor. „Man merkt seine Erfahrung. Von seiner Trainingssteuerung und der detaillierten Korrektur kann ich sehr viel lernen. Er sieht im Training viel mehr Fehler.“

 

Frahm ist seit 2011 Trainer beim BSV. Den Kontakt hatte der damalige Jugendkoordinator Steffen Birkner hergestellt. Der C-Lizenzinhaber Frahm hatte zuvor bereits die zweite Mannschaft seines ehemaligen Vereins auf Usedom betreut. Seine eigene Karriere musste er mit 24 wegen eines Knorpelschadens beenden. Als Spieler war er bis zur dritten Liga aktiv. Beim BSV leitete er anschließend sieben Jahre die Geschicke der Herrenmannschaft und mehrer Jugendmannschaften. Als Frahm vergangene Saison die Söhne von Leun in der C-Jugend trainierte, entwickelten beide einen engen Draht zueinander. Am Wochenende wollen sie nun gemeinsam mit ihrem Team die Deutsche Meisterschaft gewinnen. Dies gelang dem Verein in dieser Altersklasse zuletzt 2014.

In der Woche vor dem Höhepunkt der Saison befasst sich Frahm mehr mit Handball als sonst. Unruhig aufgrund der Bedeutung des Final Four ist er nicht. „Ich war vor dem Achtelfinale deutlich nervöser, da der Modus aus Hin- und Rückspiel neu für mich war.“

 

Zu Saisonbeginn hatte er bereits auf den Einzug in das Final Four spekuliert. „Es lässt sich schwer kalkulieren. Insgeheim haben wir gehofft, die maximale Anzahl an Spielen zu machen.“ Die Mannschaft enttäuschte die Trainer nicht. Alle bisherigen 22 Saisonspiele wurden gewonnen. „Unsere Stärke ist die Breite des Kaders. Wir können jede Spielerin jederzeit einsetzen. Auch den Ausfall von einer Leistungsträgerin wie Amele Bolle haben wir kompensiert“, so Frahm. Kreisläuferin Bolle (Meniskusverletzung) wird im Final Four fehlen.

Der Spielplan

Sonnabend, 25. Mai:

HC Leipzig – Buxtehuder SV (15 Uhr)

Schwerin – Bensheim/A. (17.30 Uhr)

Sonntag, 26. Mai:

Spiel um Platz 3 (12.30 Uhr)

Finale (15 Uhr)

Tickets gibt es an der Tageskasse für 11 Euro (ermäßigt 7 Euro) pro Tag oder als Kombi-Ticket 20 Euro (ermäßigt 11 Euro).

Froh über jeden Bewerber

BUXTEHUDE. Nach vier Finalturnieren der A-Juniorinnen richtet der BSV am Wochenende zum ersten Mal das der B-Jugend aus. „Wir machen es gerne, wir haben ja schon eine gewisse Erfahrung“, sagt Peter Prior. Wobei der BSV-Manager auch nichts dagegen hätte, wenn sich andere Final-Four-Teilnehmer als Ausrichter anböten. Doch wie Stefan Ermentraut von der Spielleitenden Stelle des Deutschen Handballbundes (DHB) sagt, gab es nur diesen einen Bewerber unter den vier Teilnehmern. „Wir sind froh um jeden, der sich bewirbt“, wie den BSV, der viel Erfahrung habe, so Ermentraut. Das sei von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Bei den A-Juniorinnen etwa hätte es diesmal vier Bewerbungen gegeben.

 

Was beim Final Four der B-Juniorinnen erschwerend hinzukommt, ist die kurze Vorbereitungszeit. Zwischen den Viertelfinal-Rückspielen und dem Final Four liegen knapp zwei Wochen. „Da ist es kaum möglich, vernünftig Werbung zu machen und mit Sponsoren zu sprechen“, sagt Prior. Außerdem müsse der Verein viele Pflichtaufgaben erfüllen: vom Hallenheft über das Catering bis zur Unterbringung der Schiedsrichter. Finanzielle Unterstützung vom DHB gebe es nicht, sagt Ehrmentraut. Der BSV versucht, die Kosten durch Ticketverkauf, Sponsoring und Catering zu decken. „Das ist nicht immer ganz einfach“, sagt Prior. Denn zusätzlich wird ein möglicher Überschuss zwischen den vier Vereinen aufgeteilt. Und trotzdem lässt Prior ein Aber folgen: „Für uns ist das eine tolle Sache mit dem Heimvorteil.“

 

Quelle: www.tageblatt.de