Wo Spaß auf Spitzensport trifft – Janusturniere sind seit 16 Jahren beliebt

Auch wenn die zwei langen Tage in der Halle Nord, jeweils von morgens bis abends, anstrengend waren, zieht Karsten von Eitzen ein positives Fazit der Janusturniere des Buxtehuder SV für Handball-Jugendmannschaften. Von allen teilnehmenden Teams der weiblichen und männlichen B- und C-Jugend gab es nur lobende Worte für ein leistungsstarkes und vor allem ausgeglichenes Turnier.

 

„Zu gewinnen gibt es bei uns nicht viel“, sagte von Eitzen, der zwei Tage die Hauptverantwortung trug. Turnierorganisator Lars Dammann, der hauptamtliche Jugendkoordinator beim BSV, hatte die ersten beide Turniere geleitet und den Staffelstab weitergegeben, weil er zu einem sechstägigen DHB-Lehrgang für Nachwuchs-Koordinatoren an die Akademie Flensburg reiste.

 

Mit Karsten von Eitzen hatte Lars Dammann genau den richtigen Nachfolger eingesetzt. Der Gymnasiallehrer am Schulzentrum Süd hatte im Jahre 2001 die zündende Idee für die Janusturniere gehabt und hob die Serie aus der Taufe. Seinerzeit war von Eitzen hauptamtlich beim Buxtehuder SV angestellt. Heute ist er Trainer der männlichen C-Jugend und freut sich darüber, dass die Turnierserie nachhaltig so großen Anklang findet. In der 16-jährigen Geschichte sind Vereine aus ganz Deutschland nach Buxtehude gekommen, um ihre Jugendteams nach dem Jahreswechsel optimal auf die Rückserie vorbereiten zu können. Statt Preisgeldern und Pokalen gibt es Urkunden und Süßigkeiten.

 

Karsten von Eitzen und Lars Dammann teilen sich die Organisation

 

Die Organisation, akribisch durch Christin Becking aus der Handball-Marketing des Bundesligisten vorbereitet, klappte hervorragend. Nachwuchsschiedsrichter des Hamburger Handball-Verbandes und des Buxtehuder SV sammelten Erfahrung und leisteten gute Arbeit. Viele Eltern und Catering-Chefin Renate Becking sorgten mit selbstgemachten Salaten und Kuchen für das leibliche Wohl. Die Aufgaben am Zeitnehmertisch teilten sich die Jugendlichen auf: wenn die Mädchen spielten, saßen die Jungs am Tisch und notierten Tore, Zeitstrafen und Ergebnisse. Spielten die Jungs, übernahmen die Mädels diese Aufgabe, koordiniert von „Bufdi“ Katharina Hufschmidt, die ihren Bundesfreiwilligendienst leistet und in der Bundesliga-A-Jugend spielt. „Das Turnier hat sich etabliert“, sagt Karsten von Eitzen, „und ist für den BSV ein Gütesiegel.“

 

C-Handballerinnen der HSG Handewitt vermasseln BSV den Heimsieg

 

Sportlich standen die Janusturniere auf hohem Niveau. Bei der männlichen C-Jugend gingen zwei Platzierungsspiele ins Siebenmeterwerfen. Den Turniersieg holte sich die HSG Horst/Kiebitzreihe aus Schleswig-Holstein, die den VfL Fredenbeck mit 13:11 im Finale besiegte. Dabei überraschte die Spielgemeinschaft mit ihrer konsequenten offensiven Deckung, die schwer zu knacken war. Die-C-Jugendlichen des Buxtehuder SV von Trainer Karsten von Eitzen, die in der Hamburg-Liga spielen, mussten sich im Spiel um Platz drei dem Landesligisten TuS Jahn Hollenstedt mit 11:12 geschlagen geben und belegten letztlich Rang vier. Im Halbfinale hatten die Buxtehuder Jungen schon mit vier Toren gegen Fredenbeck geführt, um am Ende mit 8:9 das Finale zu verpassen.

 

Bei den C-Mädchen heißt der Sieger HSG Handewitt/Nord Harrislee. Die Mädchen aus dem Norden Schleswig-Holsteins setzten sich im Finale mit 13:11 gegen den gastgebenden Buxtehuder SV durch, betreut von Karsten von Eitzen. Platz drei belegte der SV Henstedt-Ulzburg nach einem 13:7-Sieg gegen die HSG Schülp-Westerrönfeld.

 

VfL Oldenburg und VfL Fredenbeck gewinnen bei den Janusturnieren in Buxtehude die B-Jugend-Konkurrenzen

 

Ein einziges Tor trennte die Handball-Mädchen aus der B-Jugend des Buxtehuder SV vom Turniersieg. Mit 15:16 unterlagen die Gastgeberinnen der traditionellen Janusturniere dem VfL Oldenburg. Der Siegtreffer fiel erst in den letzten Sekunden, ein Remis hätte dem BSV im Nachwuchsduell der norddeutschen Bundesligateams zum Turniersieg gereicht. Die Enttäuschung über Platz zwei (8:2 Punkte) war schnell verflogen, zumal Trainer Lars Dammann seine Mannschaft lobte und dem VfL Oldenburg (9:1) bescheinigte, spielerisch das stärkste Team gewesen zu sein.

 

Lars Dammann, der als hauptamtlicher Jugendkoordinator des Buxtehuder SV zum ersten Mal die Janusturniere organisierte, freute sich über das ausgeglichene Teilnehmerfeld bei den B-Mädchen. “Jeder kann jeden schlagen”, sagte er, “alle Spiele waren relativ eng.” Die 2001 gegründeten Janusturniere werden in erster Linie ausgerichtet, damit sich die leistungsbezogenen Jugendteams auf die Rückrunde vorbereiten können. Für Buxtehude geht es in der Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein um die direkte Qualifikation für die neue Saison. “Dafür müssen wir beste Hamburger Mannschaft werden und Platz vier erreichen”, sagt Lars Dammann.

 

Zurzeit behauptet der punktgleiche Altrahlstedter MTV (AMTV) aufgrund der besseren Tordifferenz diesen begehrten Platz. Das Rückspiel am 29. Januar in Buxtehude wird wohl die Entscheidung bringen, der Verlierer muss in eine Qualifikationsrunde.

 

Für fünf Buxtehuder B-Mädchen waren die Janusturniere auch ein letzter wichtiger Test für den Länderpokal in Baden-Württemberg. Die Rückraumspielerinnen Lea Albers, Teresa von Prittwitz und Torhüterin Ragna Sibbertsen laufen für die Hamburger Auswahl auf. Jule Hultsch und Annika Fröhlich gehören im Rückraum jeweils der Niedersachsen-Auswahl an, weil sie erst im Sommer vom HV Lüneburg zum Buxtehuder SV wechselten.

 

Während die Mädels ihren Länderpokal am 14./15. Januar noch vor sich haben, sind die männlichen B-Jugendlichen Pelle Fick, Jovan Conjic und Joshua Saleh mit einem 14. Platz vom Länderpokal zurückgekehrt. Bei den Janusturnieren starteten die BSV-Jungen etwas verhalten ins neue Sportjahr, sie landeten aber hinter Turniersieger VfL Fredenbeck (8:2 Punkte) und vor dem punktgleichen TV Schiffdorf (beide 6:4) auf Platz zwei. “Die Platzierung ist unwichtig”, sagt Lars Dammann, der die B-Jugendlichen zusammen mit Ryszard Jedlinski trainiert. Wichtiger sei eine gute Vorbereitung. “Wir konnten einige Sachen ausprobieren”, so Lars Dammann. Der Trainer experimentierte bei Mädchen und Jungen und war mit dem Ergebnis durchaus zufrieden.

 

Die Ergebnisse:

 

Weibliche C-Jugend:

 

Spiel um Platz sieben: VfL Horneburg – VfL Oldenburg 11:9, Spiel um Platz fünf: VfL Bad Schwartau I – VfL Bad Schwartau II 7:2; Spiel um Platz drei: SV Henstedt-Ulzburg – HSG Schülp/Westerrönfeld 13:7, Endspiel: HSG Handewitt/Nord Harrislee – Buxtehuder SV 13:11

 

Männliche C-Jugend:

 

Spiel um Platz sieben: VfL Bad Schwartau – SG Glinde/Reinbek 14:12 (nach Siebenmeter), Spiel um Platz fünf: TV Schiffdorf – HC Lingen 19:18 (nach Siebenmeter); Spiel um Platz drei: TuS Jahn Hollenstedt – Buxtehuder SV 12:11; Endspiel: HSG Horst/Kiebitzreihe – VfL Fredenbeck 13:11

 

Weibliche B-Jugend:

 

1. VfL Oldenburg 9:1 Punkte, 2. Buxtehuder SV 8:2 Punkte, 3. Niedersachsen-Auswahl 5:5 Punkte, 4. SV Henstedt-Ulzburg 4:6 Punkte, 5. SG Hamburg Nord 2:8 Punkte, 6. Hamburg-Auswahl 2:8 Punkte

 

Männliche B-Jugend:

 

1. VfL Fredenbeck 8:2 Punkte, 2. Buxtehuder SV und TV Schiffdorf jeweils 6:4 Punkte, 4. Hamburg-Auswahl 4:6 Punkte, 5. HSV Hamburg 2:8 Punkte, 6. HV Lüneburg 2:8 Punkte

 

Quelle: Hamburger Abendblatt (Hans Kall) vom 5. und 7. Januar 2017