Teil 7: Nur einer war bei allem dabei: Betreuer Michael Jungblut

2017 ist ein Jubiläums-Jahr: Der BSV wird 155 Jahre alt, der Deutsche Handball-Bund (DHB) feiert 100 Jahren Frauen-Handball und seit 30 Jahren spielt der BSV in der Handball-Bundesliga. Zur Feier des Jubiläums blickten wir die ganze Woche auf die größten Erfolge des BSV zurück. Heute blicken wir die gute Seele des BSV – Teil 7: Nur einer war bei allem dabei: Betreuer Michael Jungblut!

 

Bis heute gab es beim BSV in 30 Jah­ren neun Bun­desliga-Trainer und über 140 Spielerinnen – aber nur einen einzigen  Betreuer: Michael Jungblut (67). Von über 600 Spielen hat er in den vergangenen 28 Jahren ganze 5 Partien verpasst – das sind grade mal 0,8 Prozent!

 

Michael Jungblut ist aber viel mehr: Mädchen für alles beim Team – und Bundesliga-Obmann für den Verein bzw. die Handball-Mar­keting. Keiner kennt sich mit Fragen von Spielbetrieb und Spielordnung, Passwesen und recht­lichen Bestimmungen im Handball besser aus als er.

 

Als Betreuer von Bad Schwartau legte er vor 30 Jahren ungewollt den Grundstock für den Aufstieg des BSV in die 2. Liga. Jungblut hatte gegen die Wertung des Spiels seiner Schwartauer Damen gegen Union Bramfeld Protest eingelegt. Bramfeld wurden Punkte aberkannt, Buxtehude profitierte und stieg auf. Da schrieb Jungblut zum ersten Mal ein  Stück Handballgeschichte in Buxtehude.

 

Michael Jungblut zusammen mit Moderationslegende Jörg Wontorra

 

Mit der ersten Zweitliga-Saison 1987 wechselte Michael Jungblut als Betreuer auf die Buxtehuder Bank und zog auch in die Estestadt. In seiner „Hand­ball-Karriere“  ging es Schlag auf Schlag:

 

– Der umjubelte Bundesliga-Aufstieg am 8. April 1989

– Der 15. Mai 1994, als Michael Jung­blut in Oslo stolz mit dem Europa-Pokal in der Hand durch die Halle lief.

 

 

Als der BSV diesen Triumph am 23. Mai 2010 in eigener Halle wiederholte, kam „Michel“ nach einer schweren Halswirbel-OP zum Unverständnis seiner Ärzte doch in die Halle. Michael Jungblut: „Das größere Gesundheits­risiko wäre für mich gewesen, diesen Tag zu verpassen…“

 

Bis vor fünf Jahren leitete er den Pflegedienst auf der  In­ten­sivstation im Elbe Klinikum Buxte­hude. Vor ein paar Jahren kehrte er gleich für einige Wochen zurück auf seine Station – als Patient. Der Handball ließ ihn auch dort nicht ruhen, Laptop und Handy waren immer dabei. Kaum genesen kehrte er sofort wieder zurück – zu seinen Handball-Frauen!

 

Und so bleibt der Platz für den Offiziellen mit der Kennziffer „A“ auf der Buxtehuder Bank weiterhin fest in der Hand von Michael Jungblut, ebenso wie der 1. Platz vorne rechts im Bus auf jeder Auswärts­fahrt.

 

Vertragsverhand­lun­gen, wie sie mit Trainern und Spie­lerinnen üblich sind, hat es in 30 Jahren beim BSV mit Betreuer Jungblut nie gegeben. Mana­ger Peter Prior: „Der Mann hat doch eh einen Vertrag auf Lebenszeit…“