Nachbericht mit Video & Fotogalerie: Am Ende muss der BSV noch zittern

BUXTEHUDE. Die Bundesliga-Handballerinnen des Buxtehuder SV haben das Topspiel gegen die HSG Blomberg-Lippe 26:21 (14:10) gewonnen. Der Tabellendritte hält seine Verfolger im Kampf um die Europapokalplätze auf Distanz. Aber es ist eine enge Nummer.

 

André Fuhrs vorerst letzter Besuch als Trainer der HSG Blomberg-Lippe in der Halle Nord hätte ein denkwürdiger werden können. Denn rund 20 Minuten vor dem Ende liegt der BSV mit acht Toren vorne. Agiert glänzend in der Abwehr. Spielt mit viel Tempo nach vorne. Unterbindet nahezu jeden Tempogegenstoß der Blombergerinnen. Kurzum: Es deutet wenig darauf hin, dass diese Mannschaft dem BSV noch einmal gefährlich werden könnte.

Doch es kommt anders. Der BSV lässt nach. Die leichten Fehler häufen sich. Ungenaue Pässe, überhastete Angriffe, unplatzierte Abschlüsse. Blomberg kommt Tor um Tor heran. André Fuhr schüttelt ungläubig den Kopf. Acht Minuten vor dem Ende trifft Tessa van Zijl zum 20:21 für die HSG. Buxtehudes Rückraumspielerin Jessica Oldenburg sieht die Rote Karte. Grobes Foulspiel. Das Spiel droht zu kippen.

 

Weil sich die Buxtehuderinnen aber wieder besinnen auf das, was vor der Schwächephase funktioniert hat, bleibt die Blomberger Überraschung aus. Torhüterin Antje Peveling bekommt wieder Bälle zu fassen. Lynn Knippenborg tankt sich wieder stark im Eins-gegen-Eins bis an den Kreis durch. Lone Fischer trifft vom Siebenmeterpunkt zum Endstand. André Fuhr verabschiedet sich nach 16 Jahren bei der HSG ohne Punkt aus Buxtehude; er wird zur neuen Saison die TuS Metzingen übernehmen.

 

Dachdecker repariert Hallendach

 

Dass dieses für die Zuschauer unterhaltsame Spiel stattfinden konnte, war dem Dachdecker zu verdanken. Dieser hatte das Hallendach an der Stelle repariert, wo beim Spiel der A-Jugend am Vortag noch Wasser auf das Spielfeld getropft war. Dafür aber tropfte es am Sonntagvormittag an einer anderen Stelle – allerdings neben dem Spielfeld.

 

Das war eine halbwegs gute Nachricht. Eine andere: „Wir sind heute sehr fokussiert aufgetreten, haben sehr stark verteidigt“, sagt BSV-Trainer Dirk Leun. Nur am Ende habe seine Mannschaft in der Abwehr zu passiv agiert und sich vorne leichte Abspielfehler erlaubt. Positiv festzuhalten ist dagegen das hohe Tempo im Spiel des BSV – sowohl nach vorne, als auch nach hinten. Gegen Blomberg null Tore nach Tempogegenstößen zu kassieren, sagt Leun, sei herausragend. Der BSV war hellwach im Rückzug. Das zeigte sich auch in der 18. Spielminute, als die Buxtehuderinnen schnell zurückliefen, einen Blomberger Angriff abfingen und umgehend einen Gegenstoß mit einem langen Ball auf Lone Fischer einleiteten – 8:4.

 

„Das muss man häufig trainieren“

 

Auch Torhüterin Antje Peveling bewies Auge mit ihren millimetergenauen Abwürfen in die Spitze. So hielt der BSV den Vorsprung bis zur Pause bei vier, fünf Toren. „Das muss man häufig trainieren“, sagt Peveling. Dadurch kenne sie die Laufwege ihrer Mitspielerinnen besser. Peveling freut sich auch darüber, dass sie eine Reihe von Siebenmetern vereiteln konnte. „Das hat in den letzten Spielen bei uns nicht so gut geklappt“.“ Die HSG ließ drei von vier Versuchen ungenutzt.

 

Antje Peveling verdiente sich die Bestnote, genauso wie Spielmacherin Lynn Knippenborg, die vorne die richtigen Entscheidungen traf, in die Lücken stieß und selbst abschloss. Zunächst, so Knippenborg, habe alles ganz gut funktioniert. Durch das hohe Tempo aber habe die Kraft nachgelassen. „Am Ende war es sehr anstrengend. Das hat man an den leichten Fehlern gesehen.“

 

Wenn es irgendetwas gibt, das Knippenborg aus diesem Spiel mitnehmen würde, dann die ersten 40 Minuten mit dem guten Tempospiel. So hält es auch Trainer Leun mit Blick auf die nächsten beiden Gegner. Am kommenden Sonnabend trifft der BSV zuerst auf Spitzenreiter Thüringer HC, eine Woche später kommt der Tabellenzweite aus Bietigheim nach Buxtehude. „Wir müssen gegen diese beiden Gegner ein hohes Tempo gehen“, sagt Leun und betont: „Wir müssen dieses Risiko eingehen – mit aller Konsequenz, Überzeugung und Leidenschaft.“

 

Video-Beitrag vom TAGEBLATT-TV

 

 

Foto-Galerie zum Spiel

 

https://www.tageblatt.de/bilder_galerie,-BSV-schlaegt-Blomberg-Lippe-_mediagalid,6666.html

 

Die Statistik zum Spiel

 

Spielverlauf: 4:2 (6.), 5:3 (10.), 8:4 (18.), 12:8 (24.), 14:10 (Halbzeit), 16:10 (34.), 18:12 (43.), 21:16 (48.), 23:20 (55.), 26:21 (Endstand).

 

Buxtehuder SV: Peveling, Rühter, Gronemann; Borutta 1, Meier, Fischer 7/4, Haurum, Gubernatis 4/1, Knippenborg 4, Schirmer 4, Oldenburg 2, Bölk 2, Goos 1, Kaiser 1, Prior.

HSG Blomberg-Lippe: Monz, Veith; Schnack 1, Rüffieux 1, Klaunig 3, Müller, van Buren, van Zijl 3, Pichlmeier 3, Kordovska 1/1, Steenbakkers 1, L. Petersen 3, Stolle 3, Emidio Rodrigues 1, S. B. Petersen 1.

 

Zeitstrafen: BSV 2 (Gubernatis 1, Bölk 1) – HSG 0.

Rote Karte: Jessica Oldenburg (BSV, 53., grobes Foulspiel)

Siebenmeter: BSV 7/5 (Fischer 4/4, Gubernatis 2/1, Prior 1/0) – HSG 4/1 (Kordovska 2/1, Pichlmeier 1/0, S. B. Petersen 1/0).

 

Schiedsrichter: Christoph Immel und Ronald Klein

 

Zuschauer: 1.293

 

Quelle: TAGEBLATT vom 16.04.2018, Foto: Jan-Iso Jürgens