Maxi Hayn sagt adieu: 10 Jahre 1. Liga sind genug

Maxi Hayn (29) beendet nach dieser Saison ihre Karriere. Die dienstälteste Spielerin der Mannschaft trug 10 Jahre lang das BSV-Trikot. Rückblick: 2007 landet Maxi Hayn (19) als A-Jugendliche mit satten 201 Toren in 24 Spielen auf Rang drei der Torschützenliste der Regionalliga Nordost — im Damen bereich wohlgemerkt — und wurde mit der A-Jugend Fortuna Neubrandenburgs Vierte bei den Deutschen Meisterschaften. Kein Wunder, dass sich BSV-Manager Peter Prior einiges von ihr verspricht. „Sie ist hochtalentiert, kann in Buxtehude zu einer echten Größe reifen.“ Er sollte recht behalten…

 

Nach einiger Bedenkzeit nimmt Maxi die BSV-Offerte an – trotz Angeboten der Konkurrenz (u. a. aus Oldenburg) – weil  sie hier die besten Perspektiven sieht. Parallel absolviert Maxi eine Ausbildung zur Industriekauffrau beim damaligen BSV-Partner Harburg-Freudenberger. „Die Mannschaft war mir auf Anhieb sympathisch“, erinnert sich Hayn an ihr erstes Training. Aber: „Das erste Jahr ist mir sehr schwer gefallen,“ sagt sie heute. „Da habe ich schon manchmal gezweifeltund gedacht, ich schaffe den Sprung nicht.“ Der Unterschied zur Regionalliga, wo sie zuvor gespielt hatte, war immens.

 

Maxi: „Für die Bundesliga fehlten mir vor allem Kraft und Schnelligkeit.“ An dem Manko hat die junge Frau hart gearbeitet. Das Ergebnis verriet die Waage. Ihr Gewicht stieg in zwei Jahren von 58 auf 64 Kilo. „Muskelmasse“, sagt Maxi und lacht. Hat sie den Wechsel, der im Frühjahr 2007 mit Manager Prior und der damaligen Bundesliga-Trainerin Heike Axmann bei einem Frühstück im Restaurant „Kornhus“ ihrer Heimatstadt Neubrandenburg eingefädelt wurde, bereut? „Eigentlich nicht“, sagt Maxi, und fügt nach einer Pause hinzu: „Aller Anfang ist schwer, man muss sich halt durchbeißen. Und man weiß: Man bleibt ja nicht für immer der Ballsack-Träger…“

 

Maxi Hayn auf ihrer ersten (l.) und auf ihrer aktuellen (r.) Autogrammkarte.

Ihr erstes Highlight in Buxtehude erlebt die junge Rechtsaußen am 14. Novem ber 2007. Der BSV schlägt nach einer sensationellen Schlussphase (6:1 Tore in den letzten fünf Minuten) den großen HC Leipzig mit 31:30, die „kleine“ Maxi wirft ihre ersten Bundesliga-Tore! Dennoch blieb das erste Jahr unter Trainer Wolfgang Pötzsch schwierig. Da mussten die Eltern im fernen Neubrandenburg per Telefon viel und oft Trost spenden. Mit Trainer Dirk Leun kam 12 Monate später die Wende. Maxi: „Dirk hat von Anfang an auf uns junge Spielerinnen gesetzt, Lone Fischer links, ich rechts, er hat ganz viel mit uns gearbeitet und uns Vertrauen geschenkt.“ Es folgen in den weiteren Jahren viele Höhen (u. a. Europacup-Sieg 2010 und DHB-Pokal-Erfolg 2015) und manche Tiefen (u. a. Kreuzbandriss am 21. März 2010 in Besançon).

 

Aber warum beendet sie jetzt mit „nur“ 29 Jahren ihre Karriere? Maxi Hayn: „10 Jahre sind genug. Ich spüre meinen Körper, hatte in den letzten Jahren oft mit Schmerzen zu kämpfen.“ Und fügt nach einer kleinen Pause hinzu: „Ich wollte immer selbst über mein Karriereende bestimmen, bevor entweder meine Gesundheit oder der Verein sagen: Maxi, es reicht…“ Trainer Dirk Leun bedauert den Abgang: „Maxi hat gerade in dieser Saison wieder sehr stabil auf hohem Niveau gespielt.“