HBF kompakt: EHF-Gruppenphase gestartet, Blomberg verlässt Abstiegsränge

Die Gruppenphase des EHF-Pokals ist am vergangenen Wochenende gestartet. Für die Vereine der Handball Bundesliga Frauen verlief das Wochenende auf dem internationalen Parkett durchaus unterschiedlich. Während Leipzig und Oldenburg ihre Heimspiele gegen Vereine aus Frankreich verloren, setzten sich Bietigheim und Metzingen gegen Mannschaften aus Norwegen durch. Im Tabellenkeller der Liga hingegen gab es einen entscheidenden Platztausch, Blomberg-Lippe verließ die Abstiegsplätze.

 

“Auch wenn es heute keine Glanzleistung war, zählt unter dem Strich nur der Sieg. Wir sind glücklich und erleichtert und haben uns mit zwei Punkten belohnt. Alles andere ist heute zweitrangig”, freute sich Blombergs Geschäftsführer Torsten Pfennig nach dem knappen 23:22 in Bad Wildungen, durch das sich die Lipperinnen auf einen Nichtabstiegsplatz schoben. “Wir haben uns selber geschlagen”, ärgerte sich hingegen Vipers-Torjägerin Laura Vasilescu, die Andre Fuhr mit einer Sonderbewachung bedachte.

 

“Sicher war das eine gute Leistung von uns. Eine solche Leistung müssen wir aber auch mal in anderen Spielen zeigen. In den Spielen eben, aus denen wir Punkte holen können”, erklärte Celles Natasha Ahrens nach dem letztlich deutlichen 25:35 gegen den Thüringer HC. So deutlich, wie es der Endstand aussagt, war es für den Deutschen Meister aber nicht. “Über 45 Minuten war es reine Arbeit, wobei die Abwehr nicht gut stand. Wir haben lange gebraucht um Zugriff zu bekommen, dann hat es aber funktioniert”, erklärte THC-Coach Herbert Müller mit Blick auf das zwischenzeitliche 22:25 (44.). “Wir haben im letzten Jahr hier schon ähnlich gespielt, sieben gegen sechs und Celle hatte die gleichen Probleme. Mir war klar, dass da überhastete Würfe kommen und das hat sich bestätigt.”

 

Auf Platz 5 vorgearbeitet hat sich Borussia Dortmund mit dem 22:17 über den Buxtehuder SV. “Dieser Sieg heute bedeutet uns allen sehr viel. Wir kommen immer besser in Schwung”, betonte BVB-Trainerin Ildiko Barna und Gästetrainer Dirk Leun verzweifelte vor allem an Dortmunds Torhüterin Clara Woltering: “Vor allem Clara hat heute den Unterschied gemacht.” Und Dortmunds Virag Viszari erkannte als Erfolgsrezept: “Wir haben den perfekten Teamspirit. Jeder Fehler wird von einer Mitspielerin ausgebügelt.”

 

Spitzenreiter SG BBM Bietigheim, der unter der Woche mit 40:19 gegen Neckarsulm gewann, startete international erfolgreich in die Gruppenphase des EHF-Pokals. “39 Tore, das gefällt mir”, so Bietigheims Trainer Martin Albertsen nach dem 39:33 über Byasen Trondheim. Die mit mehreren Welt- und Europameisterinnen angereisten Gäste verzweifelten vor allem an Torhüterin Valentyna Salamakha, vorne war Susann Müller (10 Tore) nicht aufzuhalten.

 

Ein letztlich klares 22:16 (9:8) beim norwegischen Vizemeister Glassverket IF konnte auch die TuS Metzingen bejubeln. “Unsere Abwehr stand von der ersten Minute an sehr gut. Wir haben uns das Leben durch eine schlechte Chancenverwertung selber schwer gemacht”, sprach Spielmacherin Anna Loerper unter anderem die drei verworfenen Siebenmeter in der ersten Halbzeit an. “Wir haben eine gute Abwehr gespielt und dadurch verdient gewonnen. Vorne müssen wir uns auf jeden Fall steigern, wenn wir in den nächsten Spielen gewinnen wollen. Vor allen die Chancenauswertung ist ausbaufähig”, so auch das Fazit von Trainer Csaba Konkoly.

 

Mit 30:37 musste sich hingegen der VfL Oldenburg dem französischen Erstligisten Nantes Loire Atlantique geschlagen geben. “Ich bin sehr unzufrieden mit der Präsentation meiner Mannschaft”, so Oldenburgs Trainer Leszek Krowicki. “Ab der zwölften Minute haben wir alles vergessen, was wir uns vorgenommen haben. Das Tempo hat gefehlt und die Torwürfe waren nicht vernünftig vorbereitet. Zudem haben wir zu viele Fehler im Angriff gemacht, was zu Kontern und daraus folgend zu Toren geführt hat.”

 

Unter der Woche hatte der VfL noch klar mit 36:24 (18:11) beim HC Leipzig gewonnen. Der deutsche Pokalsieger, dem derzeit zahlreiche Leistungsträgerinnen fehlen, musste auch gegen den französischen Erstligisten Brest Bretagne eine klare 15:34-Niederlage hinnehmen. “Das Ergebnis spricht eine deutliche Sprache. Es war ein deutlicher Klassenunterschied zu sehen”, so HCL-Trainer Norman Rentsch, der seinen Kader mit drei Jugendspielerinnen auffüllen musste, und ergänzte: “Wir haben es im Angriff nicht geschafft, unseren Plan umzusetzen. Aber ich kann der jungen Mannschaft keinen Vorwurf machen.”

 

Quelle: www.hbf-info.de vom 09.01.2017