Als Team gefordert – BSV erwartet starke Ungarinnen zum Europapokal-Auftakt

Freude war in den Reihen des Buxtehuder SV nach dem 27:20-Auswärtssieg in Leverkusen keine zu spüren, zu groß war die Betroffenheit über die Verletzung von Rückraumspielerin Yara Nijboer. Bei einem Kempa-Versuch gut eine Minute vor Spielende hatte sich die Niederländerin das Knie verdreht und musste vom Spielfeld getragen werden. „Wir befürchten das Schlimmste“, sagte BSV-Trainer Dirk Leun, eine Untersuchung im Elbe-Klinikum im Tagesverlauf soll Aufschluss über die Schwere der Verletzung geben.

 

Dabei hätte der Buxtehuder SV allen Grund zur Freude. Der Pokalsieger ist mit vier Siegen in die Bundesliga gestartet und hat sich im DHB-Pokal locker in die nächste Runde gespielt. Und am kommenden Samstag, 14. Oktober öffnet sich in der Halle Nord der Vorhang der internationalen Bühne – und das nach einem Jahr Abstinenz bereits zum 16. Mal. „Handball-Festtage für Buxtehude“ bezeichnet BSV-Manager Peter Prior die Europapokal-Spiele zu gerne.

 

Im Hinspiel der zweiten Runde des EHF-Cup empfängt der BSV den ungarischen Vertreter Vaci NKSE, Anwurf ist um 16 Uhr. BSV-Trainer Dirk Leun hat großen Respekt vor dem Gegner und erwartet ein umkämpftes Duell auf Augenhöhe: „Vaci hat eine körperlich robuste und individuell sehr stark besetzte Mannschaft. Die Chancen auf ein Weiterkommen sehe ich bei 50:50, nach dem voraussichtlichen Ausfall von Yara vielleicht sogar ein wenig mehr bei den Ungarn.“

 

Umso mehr gilt es jetzt die vorhandenen Kräfte zu bündeln, um auch im Europapokal an die Erfolge in Bundesliga und Pokal anknüpfen zu können. Dirk Leun vertraut seiner Mannschaft und setzt zugleich auf den Faktor „Hölle Nord“: „Wir müssen als Mannschaft noch enger zusammenrücken und hoffen natürlich auch auf unsere Fans. Gemeinsam haben wir schon so manche Schlacht in der Halle Nord geschlagen und gewonnen.“ Denn Leun geht davon aus, dass am Ende die Mannschaft weiterkommt, die das bessere Heimspiel abliefert.

 

Das bis dato letzte BSV-Duell gegen eine ungarische Mannschaft, das Achtelfinale des EHF-Cup 2014 gegen Erd Handball, ist ein guter Beleg für diese besonderen Tage in der Halle Nord. Nach einer desaströsen Leistung und einer deftigen Hinspiel-Niederlage in Erd (23:32) sahen die Fans am 8. Februar 2014 in der Halle Nord die Wiederauferstehung ihrer Mannschaft. Der BSV holte den Neun-Tore-Rückstand auf, gewann das Rückspiel mit 31:22 und kam wegen der mehr erzielten Auswärtstore doch noch weiter.

 

Tickets & Livestream

 

Gut 100 Sitzplatzkarten sind noch im Vorverkauf für das Europapokal-Spiel, erhältlich im BSV-Shop (Viverstraße) sowie online unter www.ticketmaster.de. Die Tageskasse öffnet am Samstag um 14 Uhr. Insgesamt fasst die Halle Nord auch im Europapokal 1300 Zuschauer, Mannschaft und Verantwortliche des BSV hoffen auf eine erstmals in dieser Saison „volle Hütte“.

 

Da die Europapokal-Spiele nicht als Internet-Livestream übertragen werden, ist der Besuch in der Halle Nord auch die einzige Möglichkeit, das Spiel zu erleben.

 

Zum Gegner Vaci NKSE

 

Die Ungarinnen von Vaci NKSE kommen am Freitag in Buxtehude an und absolvieren am Abend das Abschlusstraining in der Halle Nord.

 

Vaci NKSE wurde zuletzt – wie der BSV – Vierter in der Liga. Aktuell ist der Verein mit einem hohen Heimsieg (43:24 gegen Kecskemet) und einer knappen Niederlage bei Debreceni VSC Korvex (28:29) gestartet. Die ungarische Liga gilt als eine der stärksten in Europa.

 

Der Club aus Vac, der zuletzt unter dem Namen „Igpress Center Vac“ antrat, ist erstmals nach drei Jahren Pause wieder im internationalen Geschäft. In der ersten Runde hat sich Vaci NKSE mit zwei hohen Siegen (46:17 und 44:18) gegen Holon Handball Club aus Israel durchgesetzt.

 

Der BSV trifft in diesem Duell auf alte Bekannte: Als man 2012 in der Champions League gegen Hypo NÖ Wien spielte, war András Nemeth (64) dort Trainer. Heute ist der frühere Nationaltrainer von Ungarn sportlicher Direktor in Vac. Nemeth hat zuletzt mehrfach Spielerinnen von Hypo nach Vac gelockt. Die brasilianische Torhüterin Bárbara Arenhart (31), Weltmeisterin von 2013, machte schon damals in der Champions League dem BSV das Leben schwer und ist heute der absolute Rückhalt im Tor von Vac. Im linken Rückraum agiert Karoline De Souza (27), die 2012 ebenfalls schon mit Hypo gegen Buxtehude spielte und zuletzt zwei Jahre in Dänemark das Team Tvis Holstebro verstärkte.

 

Außerdem holte Direktor Nemeth gleich fünf neue Stars:

 

– Spielmacherin Rita Lakatos gilt mit nur 18 Jahren als das Mega-Talent in Ungarn, sie spielte schon mit 16(!) Jahren in Györ Champions League und „wird mal meine Nachfolgerin“, sagt Ungarns SuperStar Anita Görbicz (34) vom Serienmeister und Champions League-Sieger Györ.

– Für Rechtsaußen kam Dijana Jovetic (33), die viele Jahre Champions League gespielt hat, u.a. bei Krim Mercator (Slowenien) und Podrovka Vegeta (Kroatien).

– Über große internationale Erfahrung verfügt auch die Kreisläuferin Piroska Pappné Szamoránsky (31), die vom Champions League-Teilnehmer FTC-Rail Cargo Hungaria kam.

– Aus Serbien verpflichtete man die Linksaußen Sanja Radosavljevic, Sanja (23).

– Die österreichischen Nationalspielerin und Spielmacherin Patricia Kovacs (21) wurde zunächst für ein Jahr von Hypo ausgeliehen.

 

Schiedsrichterinnen & EHF-Offizieller

 

Schiedsrichterinnen: Ioanna Christidi und Ioanna Papamattheou aus Griechenland

EHF-Offizieller: Tihomir Kasunic aus Kroatien

 

Europapokal-Rückspiel

 

Das Rückspiel findet am Samstag, 21. Oktober um 18 Uhr in Vac statt.

 

Die Stadt Vác ist so groß wie Buxtehude und liegt 40 km nördlich von Budapest und ebenso wie die ungarische Hauptstadt direkt an der Donau. Die Halle in Vác ist ein Hexenkessel für gerade mal 800 Zuschauer: 425 Sitzplätze, 375 Stehplätze. Zum Rückspiel wird die Buxtehuder Mannschaft von 15 Fans begleitet.

 

Europacup-Statistik Buxtehuder SV

 

72 Europapokal-Spiele:

46 Siege

3 Unentschieden

23 Niederlagen

 

Die größten Erfolge:

1994 Gewinn des Euro-City-Cup

2010 Gewinn des EHF Challenge Cup

2011 Teilnahme an der EHF Women´s Champions League

2012 Teilnahme an der EHF Women´s Champions League